TSV-Coach Serkan Dayan: „Die Zuschauer sollen gerne zum TSV Ahaus kommen“

mlzFußball-Kreisliga D

Nach einer schwierigen Phase hat sich der TSV Ahaus neu aufgestellt. Hohe Ziele setzte man sich vor der Saison. Der sportliche Kurs scheint zu stimmen - und auch im Umfeld tut sich einiges.

Ahaus

, 27.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ziele waren ambitioniert, die sich der TSV Ahaus im Sommer gesetzt hatte (Münsterland Zeitung berichtete). Viele Neuzugänge und Rückkehrer sollten die sportliche Qualität anheben, eine Reserve wurde „wiederbelebt“, der Verein sollte sich nach schwierigen Zeiten positiv aufstellen. Nun ist auch in den D-Ligen gut ein Drittel der Saison gespielt – Zeit, um bei Trainer Serkan Dayan einmal nachzuhaken, ob sich die gewünschte Entwicklung eingestellt hat.

Blickt man auf die aktuellen Tabellen, da dürfte der Trainer zufrieden sein. Zweimal Rang eins…

Grundsätzlich stimmt das schon. Was die erste Mannschaft angeht, da sollte es aber auch unser Anspruch sein, so dazustehen. Mit dieser Mannschaft muss man aus der D-Liga aufsteigen.

Zehn Spiele, zehn Siege, 74:8 Tore: Fällt es bei dieser Überlegenheit schwer, immer neue Anreize zu setzen?

Natürlich ist das für einen Trainer nicht immer einfach. Aber: Die Mannschaft wird weiter lernen müssen, zum Beispiel in Sachen Effektivität. Ich als Trainer habe dabei immer schon den nächsten Schritt im Blick. In der kommenden Saison wird die Mannschaft – dann hoffentlich in der Kreisliga C – sicher mehr Gegenwind bekommen, da braucht es auch mehr Effektivität. Und neue Ziele gebe ich intern auch aus, wir behalten dabei immer den Respekt vor unseren Gegnern.

Kommen wir zur Zweiten. Auch die spielt eine gute Rolle und scheint ebenfalls um den Aufstieg in die C-Liga mitspielen zu können.

Qualitativ in jedem Fall. Mit ein wenig mehr Disziplin wäre die Ausgangslage womöglich noch ein wenig besser. Und das Thema Disziplin in Spiel und Training ist Fahri Yazici, der die Reserve an den Spieltagen betreut, und mir als Gesamtverantwortlichem für die Kader enorm wichtig. Fakt ist: Die Spieler haben ihr Schicksal selbst in der Hand. Freifahrtscheine gibt es für keinen Spieler, auch wenn sich das dann auch mal in den Spielen widerspiegelt.

TSV-Coach Serkan Dayan: „Die Zuschauer sollen gerne zum TSV Ahaus kommen“

© Sascha Keirat

Ein weiteres Ziel war es, weiter am Image zu feilen…

Mittlerweile kommen regelmäßig 60, 70 Zuschauer zu den Heimspielen, bei gutem Wetter an die 100. Fans sollen sich bei uns wohlfühlen, sie sollen gerne kommen. Es wird zum Beispiel wieder gegrillt, nur ein kleines Beispiel. Und wir haben neue Sponsoren für uns gewonnen. Ohne die geht es in einem funktionierenden Sportverein nicht.

Im Sport muss also immer das Gesamtpaket stimmen...

Ganz klar. Alle, die im Verein in welcher Form auch immer aktiv sind, und sich einbringen, sollen zufrieden sein. Und wir haben es geschafft, dass alles wieder auf mehrere Schultern verteilt ist. Der Vorstand unterstützt uns Sportler dabei sehr.

Hat die Debatte um die Salut-Grüße türkischer Nationalspieler, die auch in Westfalen Nachahmer gefunden hatten, die Mannschaft und den Verein berührt?

Wir haben diesbezüglich eine ganz klare Meinung: Wir sind ein offener Verein, eine Gemeinschaft. Es gibt keinen Raum für politische oder religiöse Botschaften über den Sport. Wir haben das Thema angesprochen, der Verein distanziert sich klar. Wie immer im Leben bin ich der Meinung, man soll die Dinge offen ansprechen. Ich habe aber auch keine Bedenken.

Wie sieht der weitere Fahrplan in der Saison aus?

Sportlich wollen wir unsere Position bis zur Winterpause weiter ausbauen. Dann haben wir drei Monate Zeit, um weitere Dinge in Sachen Vereins- und Infrastruktur sowie die Kaderplanung anzugehen. Man muss sich immer neue Ziele setzen: Eine Jugendmannschaft beim TSV wäre schon ein toller nächster Schritt…

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