Turniere in Ahaus und Umgebung: Vereine sind unsicher

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Unter Auflagen dürfen Reitvereine ihre Turniere wieder durchführen. Das werden aber nicht alle tun. Wir haben uns in Ahaus und Umgebung umgehört, wie die Planung bis zum Herbst aussieht.

Kreis

, 06.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Profi- und Kaderreiter haben bereits im Mai Möglichkeiten gefunden, sich wieder im Rahmen von Turnieren zu messen. Seit dem 30. Mai steht die Ampel auch für Vereine wieder auf „grün“. So ganz sicher, ob sie vor diesem Hintergrund an ihren geplanten Veranstaltungen festhalten, sind sich viele Vereinsverantwortliche aber nicht. Oft aus wirtschaftlichen Gründen.

Als nächstes im Turnierkalender angesiedelt wäre eigentlich das Fronleichnamsturnier beim RV Südlohn-Oeding vom 11. bis 14. Juni. Doch das hat

der Verein bereits vor vier Wochen abgesagt. „Unter den derzeitigen Bedingungen ist das auf unserer kompakten Anlage einfach nicht machbar“, sagt der Vereinsvorsitzende Jürgen Petershagen. Und ohne Zuschauer ergebe eine solche Veranstaltung generell wenig Sinn.

Stadtlohner Reitertage wären aktuell ein Minusgeschäft

Das sieht auch Markus Weber, Vorsitzender des RV St. Martin Stadtlohn, so. Die Stadtlohner Reitertage sind für das Wochenende 30. Juli bis 2. August terminiert. Der Vorsitzende hegt aktuell aber große Bedenken, ob das Turnier stattfinden kann. Vor allem, weil noch bis zum 31. August Veranstaltungsverbot herrscht. „Ohne Zuschauer und Gastronomie wären die Reitertage für uns überhaupt nicht wirtschaftlich.“

Der Verein müsse einen fünfstelligen Betrag investieren. Zu den Kostenpunkten zählen Richter, Meldestelle, Veterinär und weitere. „Da wir derzeit noch keine Sponsoren für das Turnier haben, wäre das ein absolutes Minusgeschäft“, sagt Markus Weber. Ähnliche Gedanken machen sich auch die Vereine, die Turniere nach dem Stichtag 31. August geplant haben.

Zuschauer sind für die Reitvereine der Region essentiell, um Turniere auszurichten.

Zuschauer sind für die Reitvereine der Region essentiell, um Turniere auszurichten. © Johannes Kratz

Beim RV Ahaus ist das Springturnier für den 4. bis 6. September angesetzt. Ob es tatsächlich stattfindet, steht laut Pressesprecher Dieter van Acken noch nicht fest. Das hänge aber nicht nur mit den Corona-Auflagen zusammen. „Wir stehen vor großen Umbaumaßnahmen, die im Sommer beginnen sollen. Darum sind wir noch nicht sicher, ob es tatsächlich stattfinden kann. Da aber viele Reiter darauf brennen, endlich wieder auf Turniere gehen zu können, überlegen wir gerade, kurzfristig ein Late Entry mit maximal sechs Prüfungen anzubieten.“

Erst im Oktober (9. bis 11.) steht das Springturnier des RV Legden an, im November soll dann das Ponymeeting folgen. „Stand jetzt halten wir an diesen Terminen fest“, sagt der Vereinsvorsitzende Charly Meiß. „Für uns hängt aber vieles davon ab, wie es nach dem 31. August weitergeht. Ein Turnier ohne Zuschauer wäre schon schlecht.“

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Ebenfalls im Oktober (16. bis 18.) will der RV Vreden sein Springturnier ausrichten. „Wir planen, dass es auch normal stattfinden kann“, so die RV-Vorsitzende Agnes Hubbeling. Natürlich werde man abwarten, welche Voraussetzungen ein paar Wochen vorher herrschten. Abgesagt haben die Vredener bereits ihren Voltitag am 13. September. „Es wären zu viele Kinder und insgesamt viele Leute vor Ort, um die derzeitigen Vorschriften einhalten zu können.“

Sein Voltiturnier, das an diesem Wochenende stattfinden sollte, hat auch der RV Heek-Nienborg abgesagt. „Auch für unseren geplanten Reitertag im Herbst sind die Aussichten nicht gut“, sagt Pressesprecherin Sabrina Weilinghoff. „Ein Turnier lebt nun mal von den Zuschauern.“

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