TuS Wüllen ist erstmals Westfalenmeister

Gerätturnen

Viele Titel haben die Turnerinnen des Wüllen in den vergangenen Jahren schon eingesammelt. Der Sieg bei den Westfälischen Mannschaftsmeisterschaften fehlte ihnen noch. Bis jetzt.

Wüllen

28.09.2020, 12:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Youngster Hanna Becker und Nele Schulke mit dem Westfalenmeister-Team Anna Romahn, Leonie Schmedthenke, Friederieke Seidel, Elisa Oeing, Katharina Schalk und Anna Schalk (v.l.)

Die Youngster Hanna Becker und Nele Schulke mit dem Westfalenmeister-Team Anna Romahn, Leonie Schmedthenke, Friederieke Seidel, Elisa Oeing, Katharina Schalk und Anna Schalk (v.l.) © privat

Um einen Wettkampf mit der Corona-Problematik zu probieren, aber auch um noch eine Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften und die Westfälischen Mannschaftsmeisterschaften durchzuführen, hat sich die Dortmunder Turngemeinde bereit erklärt, das diesjährige Pokalturnen durchzuführen.

Um die Teilnehmerzahl überschaubar zu halten, wurden nur Wettkämpfe nach dem international gültigen Code de Pointage (höchste Wettkampfklasse) angeboten. Die Zuschauerzahl war auf 300 begrenzt, die Temperatur aller Beteiligten wurde vorab gemessen.

Wüllen mit Drittliga-Turnerinnen am Start

Aufgrund der hohen Anforderungen des Wettkampfprogramms starteten acht Turnerinnen für den TuS Wüllen. Vorwiegend die, die in der ersten Mannschaft in der 3. Bundesliga hätten starten sollen, gingen an die Geräte.

Im Nachmittagsdurchgang waren die Seniorinnen (16 Jahre und älter) am Start. Für den TuS gingen sechs Turnerinnen an den Start. Obwohl es auch um die Einzelwertung ging, war erklärtes Ziel, dem Dortmunder Abonnement-Westfalenmeister der letzten Jahre Paroli zu bieten und erstmalig den Titel des Westfälischen Mannschaftsmeisters in der Kür zu gewinnen.

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Erstmalig für die Wüllenerinnen am Start war die eigentliche Neuverpflichtung für die 3. Bundesliga, Leonie Schmedthenke von der TSG Rheda. Neben ihr starten Anna und Katharina Schalk, Friederieke Seidel und Anna Romahn. Als Ersatz war Elisa Oeing dabei. Modus 5 Turnerinnen turnen in einer Mannschaft, die besten 3 Übungen an jedem Gertät gelangen in die Mannschaftswertung.

Startgerät war der Sprung. Da die Sprünge noch nicht Liganiveau hatten (Schwierigkeit zu leicht), lediglich Leonie turnte Tsukahara gebückt, stand nach dem Sprung nur Rang drei in der Mannschaftswertung zu Buche. Erwartungsgemäß hatte die Mannschaft aus Dortmund das stärkste Sprungergebnis.

Brillant am Stufenbarren

Am Stufenbarren wussten die Wüllenerinnen zu gefallen. Vor allem Katharina Schalk und Leonie Schmedthenke brillierten hier mit den stärksten Übungen des Tages. Anna Schalk und Friederieke Seidel mussten dagegen Stürze hinnehmen. Da aber allen Mannschaften mangelnde Wettkampfroutine anzumerken war, gewann der TuS dieses Gerät.

Eine Vorentscheidung fiel beim Balkenturnen. Hier musste lediglich Anna Romahn einen Sturz hinnehmen. Gegenüber den Mannschaften aus Bielefeld und Dortmund turnte der TuS über drei Punkte in der Mannschaftswertung heraus.

Am Boden wussten die TuSler nicht, wo sie stehen, da aufgrund der Trainingssituation keine kompletten Übungen geturnt werden konnten. Überraschend für die Trainer Mia Herbers und Jürgen Schalk war, dass das einstig schwache Gerät erheblich stabilisiert wurde. Sogar auf die eigentlich an diesem Gerät immer dominierenden Dortmunder Turnerinnen konnte über ein Punkt gutgemacht werden. Alle Turnerinnen turnten fehlerfrei an oder über elf Punkte.

Leonie Schmedthenke gewinnt Einzelwertung

Mit fast vier Punkten Vorsprung auf die aufstrebende KTV Bielefeld und den Titelverteidiger aus Dortmund errang der TuS erstmalig die Westfälische Mannschaftsmeisterschaft. Zudem ging Platz eins in der Einzelwertung an Leonie Schmedthenke.

Für Jürgen Schalk zeigt das Ergebnis, dass mit dieser Mannschaft in diesem Jahr in der 3. Bundesliga sehr viel möglich gewesen wäre. Ziel müsse es nun sein, die jungen Turnerinnen an die Ligamannschaft heranzuführen, das Team zusammenzuhalten und durch diese „Krisenzeit“ in die nächste Saison zu führen.

Wüllener Nachwuchs überzeugt

  • Nele Schulke und Hanna Becker bestritten als jüngste Turnerinnen der 24er-Konkurrenz ihren ersten Wettkampf nach diesen schweren Wettkampfvorschriften. Vor allem aufgrund der hohen Qualität der Turnerinnen aus den anderen Vereinen (einige Regionalliga- und 3. Bundesligaturnerinnen) war die Nervosität der beiden bei ihrem Debüt auf diesem Niveau enorm.
  • Das Wüllener Team begann am Sprung und präsentierte sich sehr solide mit Handstandüberschlägen. Am Stufenbarren agierten sie fehlerfrei, jedoch noch mit Mängeln in der Schwierigkeit. Am Schwebebalken in Schwierigkeit und Übungsausführung präsentierten sie sich absolut ebenbürtig. Jedoch hatte Nele Schulke zwei Stürze zu verzeichnen. Am Boden folgten zwei toll vorgetragene Übungen, wobei Nele Schulke auch dort beim Überschlag Salto vorwärts gestreckt einen Sturz hinnehmen musste.
  • Im Ergebnis belegte Hanna Becker Platz zehn, Nele Schulke Rang 16. „Beide haben bewiesen, welche große Potenzial sie haben und dass in Zukunft mit ihnen zu rechnen sein wird“, so Trainer Schalk.
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