Über 2400 Siege: Rita Drees aus Epe schraubt weiter an ihrem Rekord

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Für die siegreichste Amateurfahrerin der Welt wiederholte sich mit einem Sieg auf der Rennbahn in Gelsenkirchen Geschichte. Nach 55 Jahren. Damit hat sie ihren Rekord weiter hochgeschraubt.

von Epe

Stefan Hoof

, 09.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 21. Oktober gewann Rita Drees in Gelsenkirchen mit dem vierjährigen Wallach Lord Bernd ihr erstes Rennen. Vor ein paar Tagen, erneut in Gelsenkirchen, passierte die Trabrennfahrerin aus Epe erneut als Erste die Ziellinie. Mit der selbst gezogenen Stute Somme gab Rita Drees mal wieder der gesamten Konkurrenz das Nachsehen und verwies „Schalke-Legende“ Hans Bongartz und den früheren Deutschen Amateurmeister Jörg Hafer auf die Plätze zwei und drei.

Das Besondere: Zwischen diesen beiden Siegen liegen exakt 55 Jahre und sieben Tage. Für die Eperanerin, ohnehin die siegreichste Amateurfahrerin der Welt, war es der 2432. Erfolg ihrer ewigen Karriere.

Größte Überraschung des Tages

Genau diesen Sieg mit Somme hatten ihr – zumindest an diesem frühen Abend – nur wenige zugetraut. Für 10 Euro Einsatz wurden in der Siegwette stolze 201 Euro gezahlt. Den Zahlen nach war es die größte Überraschung des Tages.

Was aber gewiss nicht an der Fahrerin lag, denn die hat nahezu alles gewonnen, was es in 55 Jahren für sie im Amateurbereich zu gewinnen gab – zwei Europameistertitel (vor über 40 Jahren) und 21 Amateur-Championate inklusive.

Doch Rita Drees‘ Begeisterung und Leidenschaft für den Trabrennsport sind heute noch so groß wie in den Anfängen, als von Gleichberechtigung nicht die Rede war und Frauen und Männer in den Rennen noch getrennt fuhren und in eigenen Ranglisten gewertet wurden.

Nun ist es aber nicht so, dass Rita Drees heute noch Tag für Tag auf den Trabrennbahnen zu Gast ist. „Nein“, lacht sie, „nur sporadisch fahre ich.“ Aber über das Geschehen in der Welt des Trabrennsports ist sie immer bestens informiert. Täglich verfolgt sie die Rennen – nationale wie internationale – am PC. Und hält sich fit: „Mit viel Bewegung an der frischen Luft, wenn es das Wetter zulässt.“

Hin und wieder, sogar öfter als in den letzten Jahren, nimmt die 78-Jährige auch selbst die Zügel in die Hand – letzte Woche sogar an zwei Tagen, als sie in Gelsenkirchen am Mittwoch und zwei Tage später in Mönchengladbach im Sulky saß.

Immer noch gerne auf der Rennbahn unterwegs: Rita Drees

Immer noch gerne auf der Rennbahn unterwegs: Rita Drees © privat

Doch Rita Drees geht es nicht darum, den eigenen Rekord in die Höhe zu treiben. „Aber Somme und Sound, meine eigenen Pferde, die fahre ich immer noch mal gerne“, gibt sie zu. „Und hin und wieder auch noch Emine Smiling, ein französisches Pferd“, ergänzt sie. Bei 19 Rennen in diesem Jahr holte sie vier Siege und zehn Platzierungen.

„Mit Sol, der Mutter von Somme und Sound, habe ich damals 23 Rennen gewonnen“, erinnert sich die vielfache Championesse aus Epe, „Sol war ein Muster an Zuverlässigkeit, die hat nie etwas gehabt.“

„Nach jedem Rennen ein Krankenschein“

Das gilt für den neunjährigen Wallach Sound und die zwei Jahre jüngere Stute Somme, die bei Eckhardt Drees, dem vier Jahre jüngeren Bruder in Seppenrade stehen, so nicht. „Die holen sich beide nach jedem Rennen erst mal einen Krankenschein“, scherzt Rita Drees. Mit Sound („Der war beim letzten Mal schon furchtbar schlecht“) hatte sich Rita Drees deshalb für den Rennabend in Mönchengladbach auch nichts ausgerechnet. Diese Einschätzung bestätigte sich. Auch solche Rennen gehören zu einer erfolgreichen Karriere.

Jetzt hofft die Eperanerin, dass die Pandemie dem in den letzten Jahren schon arg gebeutelten Trabrennsport nicht zu sehr zusetzt. Wie viele Amateurfahrten es in den nächsten Wochen und Monaten noch gibt, vermag niemand vorherzusagen. Im Moment ruht der Amateursport. „Ich plane nur kurzfristig. So wie es meine Gesundheit zulässt.“ An den 2500. Sieg verschwendet Rita Drees keinen Gedanken.

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