Unions Jan Temme: „Von Feldkamp und Elgert am meisten gelernt“

mlzFußball-Kreisliga A

Zu seinen Wurzeln bei Union Wessum ist Jan Temme als Trainer zurückgekehrt und beerbt damit auch seinen Vater. Über die Eindrücke nach seiner Rückkehr spricht er im Interview.

Wessum

, 10.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit Jan und Nils Temme hat Union Wessum für die kommende Saison zwei Söhne des eigenen Vereins aus der Westfalenliga zurückgeholt. Unter anderem deshalb haben einige Konkurrenten Union für die vorderen Plätze in der Kreisliga A auf der Rechnung. Wir haben mit Spielertrainer Jan Temme (28) gesprochen.

Ihre erste Saison als Cheftrainer startet am Sonntag mit dem Spiel bei Vizemeister Ellewick. Wie hoch sind Vorfreude und Anspannung?
Die sind auf jeden Fall vorhanden. Wir freuen uns alle auf die Meisterschaft. Mit Ellewick treffen wir gleich auf einen guten Gegner und hoffen, dass wir einen erfolgreichen Start hinlegen können.

Mit Ihrem Bruder Nils und Co-Trainer Mirko Bertelsbeck sind Sie vom Westfalenligisten SpVgg gekommen. Zudem ist mit Jannik Witte aus Telgte ein vielversprechender Spieler zurück. Können Sie nachvollziehen, dass Union als Titelkandidat gilt?
Jannik wird uns definitiv weiterhelfen, Nils und ich sind auch voll dabei. Mirko ist eine Verstärkung von außen, weil er viel Wissen mitbringt. Auf dem Platz wird er uns nach seiner schweren Verletzung aber erst mal nicht helfen. Als Titelkandidaten sehe ich ehrlich gesagt eher den SV Heek und den FC Vreden. Aber wir wollen natürlich auch eine gute Rolle in dieser interessanten Liga spielen.

Unions Jan Temme: „Von Feldkamp und Elgert am meisten gelernt“

Mit Nils Temme hat Union einen gestandenen Westfalenliga-Stürmer zurück in den Verein geholt. © Sascha Keirat

Union feiert im kommenden Jahr 100-jähriges Bestehen. Wie ist die Erwartungshaltung im Verein?
Man spürt schon, dass das Jubiläum ansteht. Dabei geht es aber nicht nur um den Fußball, sondern um alle Abteilungen. Wir spüren da keinen Erfolgsdruck. Als Mannschaft haben wir selbst natürlich das Ziel, so gut wie möglich abzuschneiden. Das haben wir durch unsere Leistungen im Training und in den Spielen selbst in der Hand, brauchen aber auch das nötige Glück, zum Beispiel was Verletzungen angeht.

Für Sie und Ihren Bruder Nils ist es eine Rückkehr zu den sportlichen Wurzeln – auch ihr jüngerer Bruder Lars spielt bei Union. Wie haben Sie die Rückkehr bislang erlebt?
Der Verein ist echt topp und wir sind hier super wieder aufgenommen worden. Natürlich haben wir in den Jahren, als wir nicht hier waren, immer verfolgt, was bei Union passiert. Es macht einfach Spaß, mit Leuten zusammenzuspielen, die man noch aus der Jugendzeit kennt. Aber auch mit den jungen Spielern. Der Verein macht sehr gute Jugendarbeit. Insgesamt sind die Eindrücke nach fünf Wochen Vorbereitung klasse.

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Ihr Vater Hans hat Unions erste Mannschaft von 2011 bis 2013 trainiert. Gibt er Ihnen jetzt Tipps?
Nein, er hält sich da zurück. Natürlich ist er fußballverrückt – genau wie ich – und wir unterhalten uns viel über Fußball. Wenn ich Fragen habe, kann er mir helfen, aber speziell zur Mannschaft hat er mir bisher noch keine Ratschläge gegeben.

Sie haben in der Jugend für Schalke 04 und im ersten Seniorenjahr für den BVB II gespielt, danach in Stadtlohn und Vreden. Von welchem Trainer haben Sie am meisten für sich mitgenommen?
Im Seniorenbereich ganz klar von Marcus Feldkamp in Vreden. Da hatte nicht nur meine längste, sondern auch erfolgreichste und beste Zeit. Das hat Spaß gemacht und ich habe viel gelernt. In der Jugend war das Norbert Elgert bei Schalke. Jeder Spieler, der unter ihm trainiert hat, ist besser geworden.

In der Vorbereitung hat ihr Team acht Spiele bei Eintracht-Pokal und Stadtmeisterschaft gespielt, zudem zwei im Kreispokal. Welchen Eindruck haben Sie in der Testphase gewonnen?
Wir hatten eine sehr intensive Vorbereitung und haben ordentliche Spiele gemacht. Die letzten zehn Tage mussten wir die Belastung dann dosieren wegen einiger kleinerer Verletzungen. Leider hat sich unser Kapitän Thomas Buddendick im letzten Pokalspiel am Knie verletzt, das MRT steht noch aus, und wir hoffen natürlich, dass es nicht allzu schlimm ist. Am Sonntag fehlen uns auch Lukas Kernebeck und Jörn Lübben. In vielen Bereichen sind wir noch in der Findungsphase, aber das ist normal. Unterm Strich sind Mirko und ich sehr zufrieden mit der Vorbereitung.

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