Vivien Sandbergs US-Abenteuer beginnt mit Corona und Bänderriss

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So stellt man sich den Start eines Auslandsaufenthalts gewiss nicht vor. Die Ahauserin Vivien Sandberg musste zunächst Corona und einen Bänderriss überstehen, ehe sie ihr Studium genießen konnte.

Ahaus

, 17.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An diesem Dienstagmorgen hat Vivien Sandberg mal Zeit, etwas zu entspannen. Normalerweise hätte sie bereits um 7.30 Uhr Ortszeit zum Trainieren auf dem Tennisplatz gestanden. Doch es ist die letzte Woche des Semesters, da sollen sich die Sportler auf ihre Prüfungen konzentrieren.

„Wegen Corona wurde das Semester verkürzt. Eigentlich hätte es bis zum 18. Dezember gehen sollen“, erzählt die Ahauserin. „Jetzt werde ich schon nächste Woche wieder nach Hause fliegen.“

Wie das Coronavirus nun das Ende ihres ersten Semesters an der University of Nebraska in Lincoln bestimmt, so hat es auch den Start beeinträchtigt. „Direkt zu Beginn habe ich mich mit Corona infiziert und musste für zwei Wochen in Quarantäne – und wegen mir auch gleich mein komplettes neues Team“, erzählt Vivien Sandberg. Das war Mitte August, als die 19-Jährige das Studium im Rahmen eines Sportstipendiums gerade angetreten hatte.

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Ganz spurlos sei das Virus allerdings nicht an ihr vorbeigegangen, obwohl sie eigentlich gesund und fit ist. „Ich lag mit 41 Grad Fieber im Bett und hatte Geschmacksverlust“, berichtet sie. Nach vier bis fünf Tagen habe sich dann alles wieder normalisiert. Bis jetzt habe sie keine Nachwirkungen gespürt.

Nächster Rückschlag im ersten Training

Doch als sie das Virus überstanden hatte, folgte direkt der nächste Rückschlag: „Gleich beim ersten Training bin ich umgeknickt und habe mir dabei einen Bänderriss zugezogen. Das war natürlich ein sehr schöner Start“, sagt die Ahauserin ironisch. Dank guter Physiotherapeuten habe sie aber schon nach knapp vier Wochen wieder Tennis spielen können.

Nun begann das Studium in der Fachrichtung International Business so, wie Vivien Sandberg es sich vorgestellt hatte, abgesehen von den Begleiterscheinungen der Pandemie. Das Semester sei dafür aber halbwegs normal verlaufen. „Nur einer von fünf Kursen fand online statt, sodass ich doch recht viel an der Uni war.“ Das sei bei lediglich zwei Unterrichtsstunden pro Tag aber relativ.

Vivien Sandberg (2.v.l.) schlägt für das College-Team der Nebraska Cornhuskers auf.

Vivien Sandberg (2.v.l.) schlägt für das College-Team der Nebraska Cornhuskers auf. © privat

Denn als Sportstipendiatin verbringt die 19-Jährige sehr viel Zeit auf dem Tennisplatz. Die erste Einheit, wie erwähnt, meist schon morgens um halb acht, dann eine weitere am Nachmittag. Das Training sei insgesamt durchaus mit dem vergleichbar, was die Ahauserin aus ihrer Heimat kenne.

„Mein Trainer hier steht auch regelmäßig in Kontakt zu meinen Trainern in Köln und Enschede“, erklärt sie. Was fehle, sei das Fitnesstraining, da der Kraftraum wegen Corona nicht nutzbar sei.

Wie das spielerische Niveau in der neuen Umgebung genau sein wird, das erfährt Vivien Sandberg erst im kommenden Jahr, denn die College-Saison beginnt für sie erst am 21. Januar. Sie schlägt dann für das College-Team der Nebraska Cornhuskers auf. Sieben Heimspiele und genauso viele Auswärtsspiele warten auf die Ahauserin.

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Schon jetzt freut sich Vivien Sandberg auf ihre Rückkehr. Insgesamt sei geplant, dass sie die vier Jahre bis zum Bachelor-Abschluss in den Staaten studiere.

Bereits in den ersten drei Monaten habe sie an der Uni der Viertel-Millionen-Einwohner-Stadt viele Freunde gefunden, darunter auch mehrere Europäer. „Ich will das auf jeden Fall durchziehen. Mein Englisch wird immer besser und im nächsten Jahr werde ich dann auch meine eigene Wohnung zusammen mit zwei anderen Sportlerinnen haben.“

Bleibt zu hoffen, dass der zweite Start in Nebraska dann weniger holprig für die Ahauserin verläuft als der erste.

Zur Person: Vivien Sandberg

  • Die Ahauserin begann mit dem Tennis beim TC Grün-Weiß Ahaus. Über die Stationen Grün-Gold Gronau (Verbandsliga) und BW Berlin (Regionalliga) war sie zuletzt beim TC Union Münster (2. Bundesliga) gemeldet.
  • Um ihr Ziel, in den Profibereich vorzudringen, hat sie sich erfolgreich für ein Sportstipendium in den USA beworben.
  • In der deutschen Damenrangliste wird die 19-Jährigen mit dem Stichtag 30. September auf Rang 86 geführt.
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