Vom Kart- zum Rallyesport: Niklas Möller trägt das Motorsport-Gen in sich

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Nach einigen Jahren im Kart-Sport macht Niklas Möller nun den nächsten Schritt. Der Ahauser nimmt an einer Rallyesport-Einsteigerserie des ADAC teil. Er setzt damit eine Familientradition fort.

Ahaus

, 23.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Den nächsten Schritt in seiner Motorsportkarriere vollzieht aktuell Niklas Möller. Der 22-Jährige nimmt am Sonntag wieder Platz in einem knapp 125 PS starken Citroen DS3 R1, um an weiteren Lauf der Serie Clubsport Rallyesprint des ADAC teilzunehmen. Zwei weitere Wertungsprüfungen stehen in Bremerhaven auf dem Programm. An seiner Seite: Onkel Guido Möller, ein erfahrener Beifahrer.

Die Jagd gegen die Uhr ist seit mehr als einem Jahrzehnt das Hobby von Niklas Möller. Der Fußballer vom TuS Wüllen ist Motorsportler durch und durch. „Die lauten Motoren, die Schnelligkeit“, beschreibt er den Reiz: „Und die Konzentration. Es gilt, immer bei der Sache zu sein. Man muss immer die Kontrolle über sein Gefährt behalten.“

„Motorsport-Gen“ liegt in der Familie

Im Kindergartenalter setzte sich der Ahauser das erste Mal in ein Kart. „Seinerzeit sind wir noch viel auf der Kartbahn in Stadtlohn gefahren“, erinnert er sich. Das Talent war früh zu erkennen, nicht selten stand er oben auf dem Treppchen bei der Kartmeisterschaft des Automobilclubs in Ahaus (ACA), seinem Verein.

„Schon damals war es uns als Familie eigentlich klar, dass der Junge mit dem Motorsport weitermachen wird“, erinnert sich Vater Christoph an die Anfangsjahre. Das „Motorsport-Gen“ wurde quasi weitervererbt.

Nach technischen Problemen im ersten Lauf sicherten sich Niklas (l.) und Guido Möller im März in Niedersachsen schon den ersten Podestplatz.

Nach technischen Problemen im ersten Lauf sicherten sich Niklas (l.) und Guido Möller im März in Niedersachsen schon den ersten Podestplatz. © privat

Mittlerweile hat Niklas Möller das Kart gegen den Citroen DS3 R1 getauscht. Wie viele andere Motorsportler im Verein will auch er Fuß fassen im Rallyesport. Nun hat sich die Chance ergeben. „Für mich ist dies der nächste Schritt, die Serie ist kostengünstig und ein tolles Sprungbrett“, so der 22-Jährige. Mit dem Clubsport Rallyesprint biete der ADAC eine ideale Einsteigerserie in den Rallyesport.

Ideale Serie für Rallye-Einsteiger

Der Modus: An vier Veranstaltungstagen finden sieben Läufe statt, die unterschiedlichste Charakteristiken aufweisen. Die Läufe sind kompakt und auf maximal 15 Wertungsprüfungskilometer beschränkt – sie beinhalten aber alles, was nationale und internationale Rallyes für die Fahrer bieten.

Der Cup wird auf unterschiedlichen Untergründen, auf verschiedenen Geländen oder sogar im Rahmen einer kompletten Rallye-Veranstaltung ausgetragen. Chancengleichheit garantiert der Umstand, dass alle Neueinsteiger auf den gleichen, vom ADAC eingesetzten Fahrzeugen ihr Können unter Beweis stellen.

Onkel Guido Möller navigiert mit viel Erfahrung

Die nötige Ruhe und Erfahrung bringt Guido Möller mit ins Cockpit. Dieser navigierte schon einige Fahrer bei vielen internationalen Rallyes aufs Podium – unter anderem Uli Böing und Franz-Josef Goldbaum.

Der Fahrlehrer erstellt mit dem Fahrer auch das sogenannte „Gebetbuch", wenn im Vorfeld der Rennen am Sonntag die unbekannte Strecke mit maximal 40 Stundenkilometern im Privat-PKW besichtigt werden kann. Darauf muss sich dann Neffe Niklas während der Prüfungen verlassen können.

Am Samstag starten die Möllers Richtung Bremerhaven, bereits am Sonntag um 7 Uhr steht die Fahrerdokumentation auf dem Fahrplan.

Am Samstag starten die Möllers Richtung Bremerhaven, bereits am Sonntag um 7 Uhr steht die Fahrerdokumentation auf dem Fahrplan. © Michael Schley

Im Februar konnte Niklas Möller beim Sichtungstag zur Serie bereits einiges Erlernen und gleich viele seiner Konkurrenten hinter sich lassen. Somit war für ihn und elf weitere Teilnehmer der Weg frei in die Rallyesprint-Saison 2020. Kurz darauf standen die beiden ersten Wertungsläufe in Niedersachsen an.

Erster Podestplatz steht bereits

Bei schwierigen Witterungsbedingungen haderten die Möllers im ersten Lauf mit Technikproblemen, mit einem defekten Getriebe retteten sich die beiden ins Ziel. Nachdem in der Pause das Getriebe gewechselt wurde, passten in Lauf zwei die Zeiten. Der Lohn: Podestplatz drei. „Das war okay, insgeheim erhoffen wir uns natürlich mehr“, teilt Niklas Möller seinen Anspruch mit.

Bei dieser ADAC-Serie nehmen alle Piloten im gleichen Fahrzeugtyp Platz. Das garantiert den Talenten Chancengleichheit.

Bei dieser ADAC-Serie nehmen alle Piloten im gleichen Fahrzeugtyp Platz. Das garantiert den Talenten Chancengleichheit. © privat

Mit dieser Ambition geht es am Samstag gen Norden. Bereits am Sonntagmorgen um 9 Uhr steht das erste Rennen an – aufgrund der Corona-Beschränkungen ohne Begleitpersonen und Zuschauer.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, kann das Team auf die Unterstützung eines verlässlichen Pools an Sponsoren bauen. „Nur deshalb ist mir der nächste Schritt möglich – vor allem als Student“, so Niklas Möller.

Hobby als Basis für berufliche Laufbahn

Der Ahauser bringt übrigens nicht nur durch den Kart-Sport das nötige Handling mit, er kennt sich auch bestens mit dem Innenleben eines Autos aus. Nach dem Abitur begann er eine Ausbildung zum Mechatroniker bei BMW. Darauf folgt nun ein Studium im Bereich Kraftfahrzeugtechnik.

Und wie wird trainiert? „Neben den Erfahrungen aus dem Kart-Sport kann vieles am Bildschirm simuliert werden. Ansonsten lernt man bei den Rennen am besten“, erklärt Niklas Möller.

  • Zwei weitere Stationen warten noch – am 15. August in Buxtehude und am 12. September in Liebenau.
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