Vom Vierkampf-Virus gefangen

Reitsport in Südlohn

Wenn es an die Lauf-Disziplin geht, runzeln alle Drei die Stirn: „Das ist die reinste Hass-Disziplin“ verrät Monique Keppelhoff – ihre Töchter Laura und Lena pflichten ihr kopfnickend bei. Die drei Frauen lassen sich von dem Lauf aber nicht abschrecken, wenn es an die gemeinsame Leidenschaft geht: der reiterliche Vierkampf.

01.03.2015, 20:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lena, Laura und Monique Keppelhoff (v. l.) sind beim RV Südlohn-Oeding vom »Vierkampf-Virus befallen«

Lena, Laura und Monique Keppelhoff (v. l.) sind beim RV Südlohn-Oeding vom »Vierkampf-Virus befallen«

Die Südlohner Familie hat sich „mehr oder minder“ dem Reitsport verschrieben – nur Vater Alfons zeigt sich zurückhaltend in Sachen reitsportliche Begeisterung: „Ich kann mit diesem Sport nichts anfangen“, schmunzelt der 44-Jährige – und erntet ein Kopfschütteln seiner „Frauen“.

Dennoch hatte er sich breit schlagen lassen, bei den jüngsten Vierkampf-Meisterschaften in Reken mit an den Start zu gehen – in einer Familienstaffel. „Dort konnten wir die vier Disziplinen aufteilen. Aufs Pferd musste ich somit nicht“, betont er.

Und so wurden die vier Disziplinen des reiterlichen Vierkampfes auf die Keppelhoffs aufgeteilt – je nach Neigung und Können: Vater Alfons absolvierte den 2000-Meter-Lauf, Mutter Monique stürzte sich in die Fluten und schwamm die 50-Meter-Strecke, Tochter Laura absolvierte die Dressuraufgabe und Tochter Lena stieg in den Sattel, um im Springparcours die letzten Punkte zu sammeln, die schließlich zu einem zweiten Rang führten. „Das war ein tolle Erfahrung: Wir haben uns als Familie zeigen können – und zwar sehr gut“, strahlt Monique Keppelhoff – ihre Familie pflichtet ihr bei.

„Ein ähnliches Gefühl spürt man, wenn man mit der Mannschaft im Vierkampf startet: Der Teamgeist ist sehr groß und treibt einen an – auch über die Laufstrecke“, weiß Laura Keppelhoff. Die 18-Jährige muss es wissen: Im Jahr 12012 startete sie mit der Westfalen-Equipe beim Bundeschampionat in Norderstedt/Schleswig Holstein und kehrte mit dem Teamtitel von dort zurück. In der Einzelwertung reichte es für die mehrfache Kreis- und Westfalenmeisterin Laura Keppelhoff zu einem sechsten Platz.

Ein Jahr zuvor hatte die Südlohnerin in Neustadt/ Dosse bei der nationalen Entscheidung in der Dressur mit der „Traumnote“ 8,8 den Sieg errungen; in der Einzelwertung hatte sie die Bronzemedaille errungen.

Golden glänzt auch die Plakette, die Mutter Monique Keppelhoff mit der Seniorenmannschaft des RV Südlohn-Oeding 2010 in Vreden errang; ein Jahr später war es die silberne Ausführung. „Seit gut zehn Jahren hat mich der ,Vierkampf-Virus‘ im Griff“, gesteht sie. „Es macht so viel Spaß, mit dieser Mannschaft anzutreten“, betont sie. Der Ehrgeiz käme dann sowieso dazu: „Beim Schwimmen gibt es immer einen internen Wettkampf zwischen Jürgen Petershagen und mir“, erinnert sie sich gerne an vergangene Wettkämpfe.

Und sie freut sich genau wie ihre Töchter schon jetzt auf den nächsten Auftritt. Vater Alfons jedoch hat eine andere Idee: Statt eines Vierbeiners könnte er sich vorstellen, einen „Draht-Esel“ zu satteln: „Triathlon wäre noch ein Sport für mich.“

Am Wochenende jedoch übten sich die Keppelhoffs in einer weiteren Disziplin: Als Helfer bei dem Westfälischen Mannschaft-Championat gefordert, blieb genügend Zeit, der 16jährigen Lena bei ihrem Auftritt für den Kreisreiterverband Borken die Daumen zu drücken. Das hatte sie besonders beim 3000-Meter-Lauf nötig ...

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