Wessumer Kreisliga-Tagebuch enthüllt: „34, leidensfähig, kein Mehrwert“

mlzKreisliga-Kolumne

Freibier-Award, alternde Haudegen, Coronavirus: Die Kreisliga D hält wieder einige Geschichten parat. Zeit für die nächste Kreisliga-Kolumne unseres Reporters: „Make Dritte great again!“

Ahaus

, 10.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trotz (oder gerade wegen?) des Klimawandels prasselt der Regen nur so auf unsere Rasenplätze. Damit schlägt Petrus – allein schon aufgrund der Frisur nicht verwechselbar mit Gastwirt Fetrus – dem Spielplan ein Schnippchen. Auch an eine reguläre Wintervorbereitung war bei gesperrten Plätzen mit einer Kreisliga-D-Truppe kaum zu denken. Waldläufe kennen unsere Spieler nur vom 1. Mai; Spinning kommt für sie von spinnen.

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Also brauchte es drei gute, alte Hallenturniere, um in Form zu kommen. Budenzauber in Reinkultur. Nicht nur figurentechnisch erinnerte unsere Darbietung zeitweise an die abgehalfterten Ex-Profis, die für ein paar Groschen auf Sport1 ihren Kadaver übers Parkett schleppen und bei denen nur noch selten das schlummernde Talent aufblitzt.

Ohne Niederlage bei Stadtmeisterschaften ausgeschieden

Immerhin: Anders als die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg blieben wir als einzige Mannschaft bei der Ahauser Stadtmeisterschaft tatsächlich „im Felde unbesiegt“. Dass es trotzdem nicht zum Halbfinaleinzug reichte, lag laut objektiver, grün-weiß gekleideter Zeugen ausschließlich am Unparteiischen. „Was ist das für ein Schiedsrichter, der sich von einem ehrlichen Fußballer nichts mehr sagen lässt“, hallte es durch das weite Rund der Vesterthalle.

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Aber Hass hat weder auf dem Fußballplatz noch auf den Rängen etwas verloren. Um den Kopf der Mannschaft zu zitieren: „Als normal denkender Mensch kann ich doch niemanden so sehr hassen wie ich den Alkohol liebe.“ Das Motto „Make Daydrinking, not War“ beherzigten unsere Mannen auch beim zweiten Turnier in Steinfurt. Während die A-Ligisten und ambitionierten B-Ligisten mit einer Schubkarre voll Ehrgeiz anreisten, mussten unsere fast mit selbiger aufs Feld transportiert werden.

Wessumer sichern sich den Freibier-Award

Highlight war neben zwei Überraschungserfolgen der Anschlusstreffer zum 1:11 im dritten Spiel. Grund: Wer während der in unregelmäßigen Abständen abgespielten Musik als erste Mannschaft – von zeitgleich sechs spielenden Teams – ein Tor erzielte, erhielt 12 flüssige Brote. Mit insgesamt drei „Buzzer-Beatern“ sicherten wir uns den wichtigsten Titel des Abends: den Freibier-Award.

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Interner Torschützenkönig wurde im Übrigen unser Methusalem, der nach eigenen Angaben „das erste Tor für die Dritte mit 15 und das letzte Tor für die A-Jugend mit 27“ geschossen hat. Spielerpass-Kontrollen in den unteren Ligen passen sich offenbar dem Niveau des dargebotenen Fußballs an.

Verpatzte Generalprobe – starker Rückrundenstart.

Dem dreiköpfigen Trainerteam schauderte es ob dieser recht holprigen Vorbereitung ein wenig. Die 0:6-Klatsche bei der Generalprobe gegen Graes ließ die leichten Bauchschmerzen vor dem Rückrundenauftakt gegen Holtwick zu grippeähnlichen Symptomen heranwachsen. Hätten wir den Tabellenfünften SW Holtwick nicht mit 4:2 vom heimischen Kunstrasen gefegt, wäre eine 14-tätige Quarantäne für das Trainerteam wohl unausweichlich gewesen.

An Michael "Többert" Terbeck lag es sicher nicht, dass die Generalprobe gegen Graes mit 0:6 in den Sand gesetzt wurde.

An Michael "Többert" Terbeck lag es sicher nicht, dass die Generalprobe gegen Graes mit 0:6 in den Sand gesetzt wurde. © privat

Garant für den Auftaktsieg war einmal mehr Abwehrchef Jan-Philipp Richter. Notiz fürs Tagebuch: 34, leidensfähig, kein Mehrwert. Die Legende besagt, dass das Coronavirus seinetwegen bisher um Wessum einen Bogen gemacht hat.

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