Willy Westphal: „Müssen alles dafür tun, die Lage im Griff zu behalten!“

mlzFußball: Corona-Krise

Die steigenden Corona-Infektionszahlen wirken sich immer mehr auf den Spielbetrieb im Fußball aus. In manchen Kreisen mehr, in anderen weniger. Der Verband verschafft sich einen Überblick.

Ahaus

, 22.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Fußballkreis Unna/Hamm hat es bereits den sportlichen Lockdown gegeben, auch der Fußballkreis Recklinghausen befasst sich derzeit ernsthaft mit einer Unterbrechung der Saison. Im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld ist die Lage noch überschaubar.

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Gründe für die Reaktion erster Fußballkreise sind die steigenden Corona-Infektionszahlen sowie die Fülle an damit einhergehenden Spielabsagen. Ein Beispiel: Am vergangenen Wochenende erreichte die Zahl der Spielausfälle wegen Corona im Fußballkreis Recklinghausen einen neuen Höchststand. „Mittlerweile liegen wir bei den Senioren bei 40 ausgefallenen Spielen“, erklärte Kreisvorsitzender Hans-Otto Matthey am Mittwoch.

Bei der Jugend sei inzwischen sogar eine Quote von 35 Prozent ausgefallener Spiele erreicht. Sollten die Zahlen weiter steigen, dann sei eine Unterbrechung – dann gegebenenfalls bis Januar – alternativlos.

FLVW-Präsidium lädt zur Konferenz

Abwarten wolle man auch noch die Konferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) am Donnerstag, an der unter anderem auch die Vorsitzenden sämtlicher Fußballkreise teilnehmen. Einziges Thema: die aktuelle Situation im Spielbetrieb in Westfalen. „Dieses Angebot macht das Präsidium immer dann, wenn es Bedarf gibt“, so der Kreisvorsitzende im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld, Willy Westphal. Und dass großer Bedarf vorhanden zu sein scheint, das erkläre der Umstand, dass nahezu sämtliche Kreisvorsitzenden umgehend zugesagt hätten.

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Auch Willy Westphal wird teilnehmen. Er weiß um die Problematik, zeigt sich aber weiter zuversichtlich, dass man den Spielbetrieb aufrechterhalten könne: „Bei uns hält sich die Situation vergleichsweise noch in Grenzen. Da hoffe ich auch darauf, dass alle Vereine alles dafür tun, dass dies so bleibt.“ Noch in der vergangenen Woche hatte der Kreisvorstand die eindringliche Empfehlung an die Vereine herausgegeben, eine generelle Maskenpflicht einzuführen (wir berichteten). „Einen Überblick konnte ich mir aber noch nicht verschaffen, wie viele Vereine diesem Appell gefolgt sind“, so Westphal. In Risikogebieten ist die Maske bei Sportveranstaltungen grundsätzlich verpflichtend.

Entwicklung im Kreis Borken bereitet Sorgen

Der Kreisvorsitzende gibt dabei zu, dass ihm „die Entwicklung im politischen Kreis Borken Sorgen bereite“: „Es gibt noch keinen Grund zur Panik, wir hoffen, dass wir die Lage im Griff behalten. Wie gesagt: Dafür müssen wir alles tun.“ Noch sei die Zahl der coronabedingten Absagen überschaubar, doch das könne sich jederzeit ändern. Und dass Nachholspiele nicht nur zeitlich, sondern auch organisatorisch in Corona-Zeiten eine besondere Herausforderung darstellen, dessen ist er sich bewusst. Gerade auf überkreislicher Ebene.

Noch ist Willy Westphal davon überzeugt, dass man die Saison regulär zu Ende spielen kann. Wenn nicht, dann müsse das große Ziel lauten, zumindest das Mindestmaß von 50 Prozent einer Spielrunde in allen Klassen zu erreichen. „Eine Annullierung wäre sicher der Worst Case, eine Katastrophe. Dann wäre der enorme Aufwand umsonst gewesen.“

Und so bleibt abzuwarten, wie das Meinungsbild unter den Kreisvorsitzenden ausfallen wird. Gerade auf die überkreislichen Spielklassen bezogen sei letztlich auch das Votum des FLVW maßgeblich.

Schaut man auf das kommende Wochenende, da stellt man nun bereits fest: In der stärksten Liga, der Oberliga Westfalen, sind bereits vier von zehn Partien des zehnten Spieltags abgesagt. Alle coronabedingt.

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