WM mit kleinen Hindernissen: Ironman-Finisher trotzt Plattfüßen und Energiedefizit

mlzTriathlon: Ironman

Der Triathlet Christian Schulze Icking-Riddebrock ist von der Triathlon-WM von Hawaii zurück. Bei seiner zweiten Ironman-Teilnahme kämpfte der Wessumer mit einigen Widrigkeiten. Erfolgreich.

Ahaus

, 31.10.2019, 09:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Erfahrungsschatz um ein großes Kapitel bereichert hat der Wessumer Triathlet Christian Schulze Icking-Riddebrock. Zum zweiten Mal nahm er am Ironman auf Hawaii teil – nun ist er zurück in der Heimat. Nach 3,86 Kilometer Schwimmen (1:25:58 Stunden), 180 Kilometer Radfahren (6:13:17) und einem Marathon (4:00:37) finishte er zum zweiten Mal bei der WM nach 2011 in 11:53:36 Stunden.

Dabei hatte er nicht nur mit der enormen Hitze zu kämpfen – diese empfand er subjektiv als „gar nicht so schlimm“ –, sondern vor allem mit einer schwierigen Nahrungsaufnahme ("Irgendwann ging nur noch Cola!") und insgesamt drei Plattfüßen auf der Radstrecke. „Nach einem solchen Erlebnis schaut man auch nicht mehr auf die Zeit, sondern das Ankommen wird zum Ziel“, berichtet der 53-Jährige. Er profitierte dabei noch von der glücklichen Fügung, dass exakt ein offizieller Materialwagen zur Hilfe kam, der eigene Materialvorrat war beim dritten Platten aufgebraucht.

Ungewohnter Muskelkater

Insgesamt 14 Tage, wobei vier Tage für die An- und Abreise in Kauf genommen werden mussten, verbrachte er mit einem Tross von 15 Personen aus Familie und Freunden auf Hawaii. „Den Fokus hatten wir natürlich auf die Zeit nach dem Wettbewerb und Urlaub gelegt, womöglich hätte mir ein Tag mehr Vorbereitung gutgetan“, erklärt Schulze Icking-Riddebrock, der nun noch ein wenig mit der Zeitumstellung zu kämpfen hat. So wie mit ungewohntem Muskelkater auf Hawaii. Zwölf Stunden beträgt die Differenz – und das „spürt man schon“.

WM mit kleinen Hindernissen: Ironman-Finisher trotzt Plattfüßen und Energiedefizit

Gleich drei Plattfüße musste Christian Schulze Icking-Riddebrock auf der Radstrecke verarbeiten. Dazu kamen Energiedefizite, da die Nahrungsaufnahme Probleme bereitete. © privat

Insgesamt sei trotz der Widrigkeiten alles „gut gelaufen“. „Geholfen hat auch, dass sich unsere Gruppe aufgeteilt hatte. So gab es immer wieder Motivationsspritzen“, so der Wessumer. Das sei wichtig: Auf der Marathonstrecke ist man rund 30 Kilometer auf weiter Flur mit sich und der Welt allein: „Da geht einem einiges durch den Kopf.“

Motivationsspritzen

Unvergleichlich sei der Zieleinlauf gewesen. „Das haben die Amis auch drauf, Emotionen können die einfach. Da wird jeder Sportler wertgeschätzt.“ Und er schiebt hinterher: „Wo gibt es das sonst, dass Profis und Amateure sich in einem Wettbewerb so nahe kommen?“ Diesen Zusammenhalt habe auch noch einmal das offizielle Bankett für die Champions vermittelt.

WM mit kleinen Hindernissen: Ironman-Finisher trotzt Plattfüßen und Energiedefizit

Auf die engagierte Gruppe um den Wessumer Sportler wurde auch die ARD mit Reporter Ralf Scholt aufmerksam. © privat

Nun werde Christian Schulze Icking-Riddebrock erst einmal dem Körper ein wenig Regeneration gönnen. „Man muss schon in seinen Körper hineinhorchen, wenn mal älter wird.“ Vielleicht könne er sich einen neuen Quali-Versuch in zwei Jahren vorstellen. „Dann geht’s auch in die nächste Altersklasse ab 55“, schmunzelt er.

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