Zu wenig Aufsteiger zur A-Liga: Chance für SC Südlohn II und SF Graes?

mlzFußball-Kreisliga B

Eigentlich sind alle Fragen in Sachen Aufstieg geklärt. Doch weil nun bereits zwei Teams auf den Gang in die Kreisliga A verzichtet haben, geht das Tor wieder auf. Das Thema ist aber komplex.

von Frank Wittenberg, Sascha Keirat

Graes, Südlohn

, 27.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während es in mancher Liga eng zuging, was die Ermittlung der Aufsteiger zur kommenden Saison angeht, war in der Kreisliga B1 eigentlich alles klar: Mit großem Abstand führte RW Nienborg die Tabelle an und erhielt nach dem Saisonabbruch folgerichtig das Ticket für die Kreisliga A. Damit schien zunächst alles geklärt.

Komplizierter gestaltete sich die Aufsteiger-Ermittlung aber in der Kreisliga B2. Hier dürfte eigentlich der SuS Olfen II den Sprung in die A-Liga wagen. Mit drei Punkten Vorsprung auf den VfL Billerbeck II thronte er im März auf dem Platz an der Sonne – dann aber erklärte der Klub, auf den Aufstieg verzichten zu wollen. „Mit diesem Verzicht ging das Aufstiegsrecht auf den VfL Billerbeck II als Tabellenzweiten über“, erläutert der Kreisvorsitzende, Willy Westphal.

Auch Billerbeck will nicht aufsteigen

Auch der VfL befasste sich intensiv mit dem Thema und kam zu einem identischen Entschluss wie die Olfener. „Nach reiflicher Überlegung und dem Abwägen von pro und contra wird unsere zweite Mannschaft auf den Aufstieg verzichten“, teilt Uwe Mertens mit, der sich gemeinsam mit Carsten Teltz um die VfL-Fußballabteilung kümmert. „Wir werden versuchen, auch mit dem neuen Trainer Matthias Nettels und Co-Trainer Christian Ahlers, der uns erhalten bleibt, in der nächsten Saison wieder um die Meisterschaft in der Kreisliga B zu kämpfen.“

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Mit dem doppelten Nein stehen die Verantwortlichen im Fußballkreis nun vor einem Dilemma. Der Tabellendritte DJK Rödder darf als Herbstmeister ohnehin rauf in die A-Liga – und nimmt das auch an. „Weiter greift die Regelung aber nicht“, verweist Willy Westphal darauf, dass der Aufstieg eines Tabellenvierten in den Durchführungsbestimmungen nicht vorgesehen ist.

Kreis will weiteren Aufsteiger küren

Einen weiteren Aufsteiger wollen sie aber unbedingt küren, kündigt der Kreisvorsitzende an. Denn für die beiden Staffeln der Kreisliga A sind normalerweise insgesamt 32 Mannschaften vorgesehen. Weil aber die beiden Coesfelder Mannschaften DJK-VBRS und SG 06 sowie SV Heek und ASV Ellewick in die Bezirksliga aufsteigen, sind vier Plätze frei – von denen bislang mit DJK Rödder und RW Nienborg nur zwei vergeben sind, was in diesem Fall zu zwei 15-er-Gruppen führen würde.

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„Wir werden deshalb prüfen, ob der Tabellenzweite der Kreisliga B1 aufsteigen möchte“, kündigt Westphal an. Allerdings: Hier finden sich mit den Sportfreunden Graes, der SG Gronau und dem SC Südlohn II allerdings gleich Mannschaften mit dem identischen Quotienten von 2,00 wieder. Das Torverhältnis soll auf Kreisebene nicht zählen. Nach der Hinrunde standen die Südlohner allein auf Rang zwei. Genauso wie die Graeser sind die Südlohner aber noch nicht vom Kreis kontaktiert worden, wie beide Vereine erklären.

Für die Südlohner würde ein möglicher Aufstieg bedeuten, dass die in der gleichen Klasse wie ihre erste Mannschaft vertreten wären, sodass ein Team in die „Coesfelder Staffel“ A2 müsste. „Für uns ist das Thema neu, deshalb haben wir uns damit noch nicht beschäftigt“, sagt SC-Obmann Frank Schauneweg. Trainer Peter Ruminski von den Sportfreunden hat sich hingegen schon seine Gedanken gemacht: „Ich persönlich würde das Abenteuer Kreisliga A jederzeit angehen. Letztlich müssten das aber die Spieler und der Vorstand mit entscheiden.“

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