„Hurra, hurra - der FC TuRa ist wieder da“ - Trainer Marko Barwig und „Co“ Erkan Gökce feiern 2011 mit ihren Spielern die Meisterschaft in der Kreisliga A2. © Wagner
Vor zehn Jahren

FC TuRa steigt auf: Mit Teamgeist, Taktik und Talenten in die Bezirksliga

Zehn Jahre ist es her: Der FC TuRa Bergkamen steigt in die Bezirksliga auf. Ein Taktikfuchs, eigene Talente und ganz viel Teamgeist waren das Erfolgsrezept.

Ziemlich genau zehn Jahre ist es nun her, da machte ein Bergkamener Klub nach längerer Abstinenz die Rückkehr in die Bezirksliga perfekt. Garanten des Erfolges waren dabei nicht die hervorstechenden Einzelspieler, sondern bekannte fußballerische Tugenden und ein Taktikfuchs an der Seitenlinie.

Der hieß in der Saison 2010/11 Marko Barwig und war in seinem zweiten Jahr beim FC TuRa Bergkamen als Trainer in der A-Kreisliga aktiv. „Ich war damals bei jeder Mannschaftssitzung dabei und habe mich immer wieder gewundert, wie Barwig die Jungs eingestellt hat“, erinnert sich der damalige Sportliche Leiter Horst-Günter „HG“ Siegmund noch genau an das Aufstiegsjahr. „Jeder bekam seine Anweisungen. Teilweise habe ich gedacht, dass die Jungs das bis zum Anpfiff schon wieder alles vergessen haben, weil es so viel war.“

„Der Kracher war immer die Montags-Zeitung“

Aber genau so war es eben nicht. Die Truppe hatte bestens zugehört und die Vorgaben des Übungsleiters komplett verinnerlicht. Als Hauptkonkurrenten hatte nicht nur der damalige 2. Vorsitzende den Ortsrivalen aus Oberaden ausgemacht. Nach Abschluss der Runde war klar, dass Siegmund mit seiner Einschätzung goldrichtig lag. TuRa buchte mit 63 Punkten den Platz in der Bezirksliga und hielt Oberaden mit 58 Zählern klar auf Distanz.

TuRa-Vorsitzender Ewald Schürmann (Mitte) freut sich über die Rückkehr in die Fußball-Bezirksliga. © Wagner © Wagner

„Wirkliche Kracher-Momente gab es in dieser Saison von uns eigentlich nicht“, erinnert sich Siegmund. „Es war eher der Dauermoment, der sich immer am Montagvormittag ereignete. Ich schlug den Hellweger Anzeiger auf und hatte beim Blick auf die Tabelle immer ein Lachen im Gesicht.“

FC TuRa wurde am vorletzten Spieltag vorzeitig Meister

Den K.o.-Schlag versetzten die Rot-Weißen ihrem Kontrahenten sogar schon am 29. und damit vorletzten Spieltag. Während Oberaden zuhause eine 1:2-Pleite gegen Fröndenberg kassierte, ließ sich Bergkamen mit einem 3:1 beim MSC Holzwickede nicht mehr aus der Spur bringen.

Horst-Dieter „HG“ Siegmund denkt gerne an das Aufstiegsjahr zurück. Die Erinnerungen sind noch sehr präsent. © Berkemeyer © Berkemeyer

„Da waren wir dann uneinholbar mit vier Punkten vorne und haben uns für ein hartes Stück Arbeit selbst belohnt“, so Siegmund, der damals mit dem heutigen Ehrenvorsitzenden Ewald Schürmann der Partie an der Holzwickeder Hauptschule beiwohnte. „Der hat sich damals auch mächtig gefreut. Leider geht es ihm aktuell nicht so gut. Vom gesamten Verein wünsche ich ihm eine gute und schnelle Genesung.“

Johannes Hietkamp zieht sich Kreuzbandriss zu

Auch die damalige Partie beim MSC war nicht frei von schweren Blessuren. „Leider hat sich unser Spieler Johannes Hietkamp hier eine schwere Knieverletzung zugezogen. Neben dem Kreuzband waren auch noch andere Bänder beschädigt“, bemerkt Siegmund mit nachdenklicher Miene. „Nach einer langen Pause hat er es zwar nochmal versucht, aber so richtig in Tritt gekommen ist er nicht mehr.“

Riesenjubel bei den TuRanern, die eine starke Saison 2011 vorzeitig mit dem Aufstieg krönten. © Wagner © Wagner

Seine Teamkameraden traten hingegen eine Woche später zum Schaulaufen des Meisters am Nordberg gegen den SuS Lünern an. In der bedeutungslosen Partie trennten sich beide Teams 1:1. Spannend wurde es erst nach dem Schlusspfiff, denn der umtriebige damalige Klub-Vize Siegmund hatte auch hier eine Überraschung parat.

TuRa feiert Aufstieg bodenständig – mit Feuerwerk

„An Sylvester hatte ich schon eine Ahnung, dass es ganz gut laufen könnte für uns“, so der heute 69-Jährige. „Da habe ich mal ein paar Batterien Feuerwerk verwahrt. Die wurden dann direkt nach dem Schlusspfiff an der Tribüne gezündet.“ Mannschaft und Trainerteam wussten nichts von dieser Überraschung, die alle schließlich in die richtige Feierlaune versetzte. „Wir sind aber nicht mit Planwagen bei irgendwelchen Kontrahenten vorbeigefahren und haben stattdessen lieber bodenständig gefeiert.“

Apropos bodenständig. Genau mit diesem Attribut beschreibt Siegmund, der seit 1995 die Geschicke der TuRa-Fußballer in diversen Positionen mitgestaltet, die Aufstiegstruppe von 2011. „Es gab in diesem Team keine Topstars. Die Mannschaft hatte einfach einen enormen Willen und richtig viel Teamgeist“, so Siegmund. „Dazu kam ein überragender Trainer und natürlich auch jede Menge Eigengewächse.“

Meister von 2011 feiert nächste Saison Comeback in der Kreisliga D

Damit gemeint sind natürlich die Bergkamener im Team. Neben den Brüdern Matthias und Christian Freyermuth waren das auch noch Maik Torka, Dennis Jezek und Patrick Krucinski. Letzterer übernimmt in der kommenden Saison die dritte Mannschaft der Bergkamener. Rund um die TuRa-Sportanlage wird bereits gemunkelt, dass mit ihm auch seine ehemaligen Aufstiegs-Kumpels André Gretenkort und Robin Haurand für die TuRaner Drittvertretung auflaufen werden.

Und wer weiß, vielleicht hat Klubchef „HG“ ja zum Jahreswechsel 21/22 auch diesmal wieder das gute Gefühl.

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