Mit Christian Pulisisc spielte Diyar Tekin einst in der Westfalenauswahl zusammen. Während der US-Amerikaner inzwischen für den Champions-League-Finalisten Chelsea aufläuft, will Diyar Tekin künftig für den VfK Weddinghofen auf Torejagd gehen. © dpa
Fußball

In einem Team mit Christian Pulisic: Statt Premier League spielt Diyar Tekin heute in der Kreisliga

Die Vita von Weddinghofens Neuzugang Diyar Tekin verspricht einiges. Mit dem Spieler hat sich der VfK einen echten Kämpfer ins Team geholt, der mit dem Abstieg so gar nichts zu tun haben möchte.

Diyar Tekin verstärkt den VfK Weddinghofen in der neuen Saison und soll endlich wieder für Torgefahr sorgen bei dem Fußball-A-Ligisten, um den es in den vergangenen zwei Saisons gar nicht gut stand. In der Spielzeit 2019/20 landete der VfK in der A2 auf Rang 13. In der inzwischen annullierten Saison fand sich das Team sogar am Tabellenende der A1 wieder und bleibt dank der Annullierung in der A-Liga.

In dieser Klasse wird der VfK auch in den nächsten Jahren auflaufen. Da ist sich VfK-Neuzugang Diyar Tekin sicher. „Ich kenne die Mannschaft zwar noch nicht, aber ich hoffe, ich lerne sie bald kennen. Ich will mit der Mannschaft Erfolg haben. Dabei will ich helfen“, sagt der Spieler, der zusammen mit seinem besten Kumpel Cafer Gül beim VfK unterschrieben hat.

Zwei Tore für die Westfalenauswahl gegen Belgien

Tekin spielte in der Jugend für Arminia Bielefeld und stieg mit der Mannschaft in die Junioren-Bundesliga auf. Eine Kopfverletzung stoppte aber seinen Traum von einem Einsatz bei den Profis. „Ich bin damals in einem Spiel gegen Werder Bremen mit dem Kopf auf Beton geknallt und habe mir eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen“, sagt Tekin, der auch in der Westfalenauswahl zusammen mit Christian Pulisic (FC Chelsea) gespielt hat. Nach seinem Unfall musste er drei Monate lang pausieren.

In der Westfalenauswahl, sagt Tekin, habe er sofort gesehen, was für ein Potenzial in Pulisic steckt. „Bei ihm wusste man sofort, dass er den Sprung eines Tages schaffen würde“, so Tekin. Er selbst glaubte für sich auch daran. Zwei Tore schoss er für die Auswahl in einem Spiel gegen Belgien. „Ich habe viel erlebt und habe alles dafür gegeben, Profi zu werden. Aber am Ende habe ich den Sprung leider nicht geschafft“, so Tekin, der nach eigenen Aussagen in jungen Jahren auch ein Angebot von Borussia Dröschede vorliegen hatte, wo der heutige BVB-Chefcoach Edin Terzic noch in der ersten Mannschaft spielte.

Umzug nach Bergkamen – Diyar Tekin unterschreibt beim VfK Weddinghofen

Der Traum vom Profifußball platzte in Deutschland – wie auch in der Türkei, wo Tekin schon einen Profivertrag unterschrieben hatte. Nachdem er dort mutmaßlich wegen einer Tätowierung aber sogar inhaftiert wurde, beschloss er seine Profikarriere an den Nagel zu hängen.

Diyar Tekin beim Training des damaligen türkischen Zweitligisten Hatayspor. © Privat © Privat

Nach zweijähriger Auszeit feierte Tekin sein Comeback. Zunächst in seiner Heimatstadt Menden bei Türk-Gücü, letzte Saison dann beim SC Fröndenberg-Hohenheide. Für den SC bestritt Tekin aber nur ein paar Spiele in der Kreisliga C. „Ich hab beim SC angefangen, um wieder fit zu werden. Mit meiner Familie bin ich nach Bergkamen gezogen. Da hat es zeitlich nicht mehr so gepasst, immer zum Training nach Fröndenberg zu fahren“, sagt der Stürmer, der mit seinem Onkel eine Autovermietung in Bergkamen leitet.

Diyar Tekin kann nicht gut verlieren – gute Vorzeichen für den VfK

Sein Trainer in Fröndenberg habe ihm den Wechsel auch nicht krummgenommen. „Wir stehen immer noch in Kontakt. Er konnte meine Entscheidung absolut verstehen“, sagt Tekin. Vom Sportplatz am Häupenweg wohnt Tekin nur wenige Minuten entfernt. Da lag ein Wechsel zum VfK nahe. „Ich habe von der Mannschaft nur Positives gehört. Und Stefan (Feldmann, VfK-Trainer, Anm. d. Red.) legt viel Wert auf Disziplin. Das ist in den ersten Gesprächen klar geworden. Auch wenn in der Kreisliga der Spaß dazugehört, ist mir das sehr wichtig“, sagt Tekin.

Angebote aus der Westfalen- und Oberliga hatte er zuletzt auch vorliegen. „Ich hatte einige Anrufe. Aber so läuft es nicht. Du kannst nicht sofort wieder in der Oberliga starten. Ich will langsam wieder reinkommen nach der langen Corona-Pause“, sagt der 23-jährige Stürmer, der von sich selber sagt, dass er nicht gut verlieren kann. Gute Vorzeichen also für den VfK, demnächst eine deutlich bessere Saison zu spielen als in den Vorjahren.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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