Alfred Niepieklo - Der Mann mit der Salatschüssel

100 Jahre BVB

CASTROP-RAUXEL 100 Jahre BVB - dieses Jubiläum feiert der Klub am 19. Dezember. Gerade einmal 15 Kilometer Luftlinie sind es zwischen Castrop-Rauxel und dem Borsigplatz, der Keimzelle des schwarzgelben Bundesligisten. Kein Wunder, dass einige Castrop-Rauxeler die Jahrhundert-Geschichte der Borussia mitgeschrieben oder sogar mitgeprägt haben. Diese Athleten stellen wir in einer Serie vor, zu Beginn: Alfred Niepieklo.

von Von Carsten Loos

, 28.10.2009, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 19. Dezember feiert der BV Borussia Dortmund in der Westfalenhalle sein 100-jähriges Bestehen, und wird dort auf die zahllosen Erfolge in dem schwarzgelben Jahrhundert zurück blicken. Wie etwa auf den ersten Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Jahr 1956. Mit dabei war damals, beim 4:2-Sieg im Endspiel gegen den Karlsruher SC, der Frohlinder Alfred Niepieklo. „Man wird unsere Mannschaft sicherlich würdigen“, freut er sich schon jetzt. Aus gutem Grund: Auch wenn vor und nach dem heute 82 Jahre alten ehemaligen BVB-Halbstürmer zahlreiche Castrop-Rauxeler Kicker in Deutschlands höchsten Fußballligen gespielt haben, Niepieklo ist der einzige unter ihnen, der jemals die berühmte „Salatschüssel“ als DM-Trophäe in den Himmel recken durfte.Niepieklo mit 24 Treffern Torschützenkönig in der Meister-SaisonAuf der offenen Ladefläche eines LKW feierten die Borussen-Fans ihre Mannschaft während eines Autokorsos durch die Dortmunder Innenstadt, nachdem das BVB-Team vom Endspiel im Berlinder Olympiastadion in die Heimat zurück gekehrt war. Immer wieder musste Niepieklo die Meisterschale der jubelnden Menge zeigen. Schließlich hatte er großen Anteil am ersten Meistertitel der Borussen. Niepieklo war in der letztlich meisterlichen Saison Torschützenkönig in der Oberliga West mit 24 Treffern. Neun weitere ließ die Nummer 10 der Dortmunder in der Endrunde folgen - und den 1:1-Ausgleich im Endspiel gegen Karlsruhe. 75 000 Zuschauer hatten im Berliner Olympiastadion eine überlegen kombinierende Borussia erlebt. „Der Westen ist stolz auf Borussia Dortmund“, überschlugen sich Radio-Reportagen und Schlagzeilen in den Zeitungen.Gegner schwindelig gespielt - Hart erarbeitete Spielkunst „Wir haben die Gegner damals schwindelig gespielt“, erinnert sich Niepieklo an seine Zeit beim BVB, nicht nur im Endspiel gegen den KSC. Hart hatte sich die Borussen-Elf diese Spielkunst erarbeitet. Zwischen den Oberliga-Spieltagen seien sie fast jede Woche zu Freundschaftsspielen nach England geflogen, berichtet Niepieklo: „Das Ergebnis waren die Meisterschaften 1956 und 1957.“Noch dazu mit einer im deutschen Fußball bis heute einmaligen Besonderheit: Wie 1956 in Berlin standen 1957 beim 4:1 in Hannover gegen den Hamburger SV die selben elf BVB-Spieler auf dem Platz. Niepieklo: „Das war historisch.“ Und für ihn nicht unerwartet. „Wir waren damals so gut untereinander eingespielt“, sagt Niepieklo. Da sei es selbst für den zwischenzeitig nach Dortmund gewechselten Aki Schmidt schwer gewesen, in die Mannschaft zu kommen, erklärt Niepieklo: „Dabei hatte er schon sechs Länderspiele gemacht.“ Derart von Erfolgen verwöhnt, ist Niepieklo mit der Bilanz seines BVB in der aktuellen Bundesliga-Saison nicht zufrieden: „Es läuft noch nicht so gut; das sieht man am Tabellenplatz.“ Vielleicht sollte das Ensemble von Trainer Jürgen Klopp einen Tipp von Niepieklos beherzigen: „Die müssen sich am Riemen reißen.“

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