André Bienek fehlt und wird durch Frauen-Power ersetzt

Rollstuhlbasketball

Die Zwangspause für Rollstuhlbasketballer André Bienek endet in dieser Woche. Die muskulären Probleme sind überwunden. Rechtzeitig vor dem Spitzenspiel gegen Hannover United am Samstag, 6. Februar.

Habinghorst, Castrop-Rauxel

, 29.01.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hat seine muskulären Probleme überwunden: André Bienek (Nr. 10) beginnt in dieser Woche wieder mit dem Mannschaftstraining.

Hat seine muskulären Probleme überwunden: André Bienek (Nr. 10) beginnt in dieser Woche wieder mit dem Mannschaftstraining. © MICHAEL HELBING

André Bienek ist nicht nur erfolgreicher Nationalspieler und mehrfacher Paralympics-Teilnehmer (2008 Peking, 2012 London, 2016 Rio), sondern auch Kapitän der Thuringia Bulls (Thüringen). Und in dieser Funktion fällt es ihm natürlich besonders schwer, eine Partie von der Bank aus zu begleiten. „Ich kann nicht selber eingreifen, bin zum Zuschauen verdammt. Das fällt mir besonders schwer", erklärte Bienek nach dem 73:41-Sieg gegen Aufsteiger BBC Münsterland.

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Auf der Bank zum Zuschauen verdammt

Die Kommentare nach dem Spiel waren nicht besonders erfreulich für den Titelverteidiger aus Elxleben bei Erfurt. In den Medien wurde von einem glanzlosen Sieg gesprochen, dass der Titelverteidiger sich im neuen Jahr weiter schwer tue.

Ganz so hart wollte Bienek nicht mit seinen Mitspielern und Mitspielerinnen ins Gericht gehen: „Wir haben hoch gewonnen. Und am Ende waren wir besser als davor gegen Frankfurt. Natürlich ist noch Luft nach oben, aber das müssen wir auch positiv sehen. Wären wir jetzt schon auf Top-Niveau, dann wäre diese Form nur sehr schwierig zu halten."

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Beim klaren Sieg gegen das Team aus Warendorf setzte der Tabellenführer zum ersten Mal drei Frauen ein. Neben Marie Kier und Helen Freeman kam auch die Niederländerin Jitske Visser zum Einsatz. „Im Rollstuhlbasketball dürfen Männer und Frauen zusammen in einem Team eingesetzt werden. Das hat auch etwas mit der Klassifizierung zu tun", so André Bienek.

Zur Erklärung. Jede Spielerin und jeder Spieler haben je nach Beeinträchtigung eine Klassifizierung, vergleichbar mit einer Startklasse im Einzelsport. Je größer das Handicap, je kleiner die Klassifikation. Je geringer das Handicap, desto höher der Wert. Alle fünf Spieler oder Spielerinnen, die gleichzeitig auf dem Parkett sind, dürfen die Gesamtzahl von 14,5 nicht überschreiten.

Thüringen mit der Niederländerin Jitske Visser

Während absolute Top-Scorer wie Vahid Gholamazad oder Alex Halouski jeweils mit 4,5 Punkten eingeteilt sind, kommt André Bienek aufgrund seines größeren Handicaps auf 3 Punkte. Die Niederländerin Jitske Visser, eine der besten Rollstuhlbasketballerinnen der Welt, wird mit nur einem Punkt gewertet. Dazu kommt ein Frauen-Bonus von 1,5. Wird Visser also eingesetzt, dann bedeutet das eine Klassifikation von minus 0,5 Punkte. Für Trainer Michael Engel bedeutet das: Er kann gleich zwei Topscorer einsetzen, ohne den Höchstwert von 14,5 zu überschreiten.

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Bienek beginnt in dieser Woche wieder mit dem Teamtraining

In dieser Woche greift Bienek wieder ins Mannschaftstraining ein, die muskulären Probleme im Schulter-Nacken-Bereich sind überstanden. Wohl rechtzeitig vor dem Liga-Highlight am Samstag, 6. Februar, in Elxleben. Dann empfängt Spitzenreiter RSB Thuringia Bulls den Tabellenvierten Hannover United. Und wenn alles normal läuft, wird Kapitän André Bienek mit dabei sein - und nicht auf der Bank sitzen.

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