Annalena Krapp will nach Wechsel „keinen Platz auf der Tribüne“

Frauenfußball-Interview

Die Castrop-Rauxeler Fußballerin Annalena Krapp wechselt während der Winterpause von ihrem Stammverein SG Lütgendortmund (Landesliga) zum zwei Klassen höher spielenden Regionalligisten SV Berghofen. Im Interview berichtet sie über die Beweggründe ihres Wechsels und die Situation, in der ihr neues Team derzeit ist.

Castrop-Rauxel

, 19.01.2018, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Annalena Krapp will nach Wechsel „keinen Platz auf der Tribüne“

Die Castrop-Rauxelerin Annalena Krapp ist zum SV Berghofen gewechselt. © Lisa Schweizer

Hallo Frau Krapp, vor etwas mehr als einem Jahr hatten Sie noch betont, dass sie nur ein mittleres Erdbeben könnte, Lütgendortmund zu verlassen. Warum ist es dennoch so gekommen?

Ich habe mich immer hier wohlgefühlt. Die Berghofener haben sich in den vergangenen Jahren oft um mich bemüht und ist im Sommer in die Regionalliga aufgestiegen. Einige Vorfälle bei uns in der Hinrunde haben mich dazu bewegt, zusammen mit Corinna Dubbel noch einmal über ein Wechsel nachzudenken. Antonia Dumancic wollte auch gehen und hat über uns den Kontakt zu Berghofen bekommen.

Sie spielen nunmehr zwei Klassen höher als mit Lütgendortmund. Ist die Herausforderung da nicht zu groß?

Ich denke, ich bin der Aufgabe gewachsen. Schließlich habe ich mit Lütgendortmund ja auch schon in der Regionalliga gespielt. Wenn ich mir das nicht zutrauen würde, hätte ich das auch nicht gemacht.

Wie sind Sie im Berghofener Team aufgenommen worden?

Sehr gut. Zumal ich habe nahezu alle Spielerinnen dort kenne. Mit einigen habe ich zusammen in Lütgendortmund gespielt. Schon beim Probetraining hat man gemerkt, dass die Verantwortung auf viele Schultern verteilt ist. Das find ich gut. Auch haben Verein und Mannschaft hier eine Reihe von Sponsoren und auch Verantwortliche im Klub. Hier sind als gute Strukturen aufgebaut worden.

Aktuell ist der SV Berghofen Tabellensiebter. Damit scheint eine gelungene Premieren-Saison vorprogrammiert zu sein?

Dem ist noch nicht so. Zum einen haben wir nur sieben Punkte Vorsprung auf den bislang ersten eingetragenen Abstiegsplatz. Zudem wird die 2. Bundesliga reformiert und wird künftig eingleisigsein. Daher wird es wohl mehr als drei Absteiger geben. Richtig gesichert ist man nur auf den ersten acht Plätzen.

Eine Stammplatz-Garantie wird Ihnen der Trainer gewisse nicht geben. Wie selbstbewusst gehen Sie die Sache an?

Ich bin mir bewusst, dass ich mir einen Platz erkämpfen muss. Ich denke, dass ich stark genug dafür bin und nicht auf der Tribüne sitzen werde.

Im Alter von fünf Jahren schloss sich die heute 24-jährige Annalena Krapp dem Jungen-Team von Victoria Habinghorst an und wechselte danach zur Spvg Schwerin. Als D-Juniorin ging sie zur SG Lütgendortmund und spielte dort – abgesehen von einem Intermezzo beim 1. FFC Recklinghausen. Beruflich ist sie bei einem großen Energieversorger im Bereich Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt.
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