Auf Ickerner Sportplatz gibt‘s Klumpen am Schuh

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Im Frühjahr wurde der Sportplatz an der Uferstraße wegen der maroden Tartanbahn zum Sorgenkind. Jetzt kommt ein weiteres Problem hinzu.

Ickern

, 06.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Freude war groß am 2. Juli 2010, als die modernisierte Sportanlage an der Uferstraße in Ickern feierlich eröffnet wurde. Aus dem Fußballplatz und der Leichtathletikbahn aus Asche waren ein Kunstrasen und eine vierspurige Tartanbahn geworden. Der Sportplatz ist neun Jahre später allerdings zum zweiten Mal in die Schlagzeilen geraten – binnen sechs Monaten.

Im Frühjahr trat das Problem zutage, dass sich die Gummischicht der Tartanbahn auflöst. Sichtbar ist das an unzähligen maroden Stellen, an denen der synthetische Belag gerissen ist und in Lappen herumliegt.

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Vor drei Wochen schlugen die Kicker von Eintracht Alarm. Denn durch die Hitze in den vergangenen Wochen hat sich das Gummi-Granulat, das auf dem Ickerner Kunstrasenplatz als Füllung dient, zu klebrigen Klumpen verdichtet – und bleibt an den Fußballschuhen hängen. Cemal Cicibas, der Trainer von Eintracht Ickern II (Kreisliga B), berichtete: „Der Platz ist vor allem auf der Clubheim-nahen Spielfeldhälfte sichtbar mit Gummi-Klumpen übersät. Während der Spiele kommen meine Spieler nicht selten zur Außenlinie, um das Gummi von den Schuhen loszuwerden.“

Auf Ickerner Sportplatz gibt‘s Klumpen am Schuh

Klümpchen und größere Gummi-Klumpen sind auf dem Kunstrasenplatz an der Uferstraße in Ickern vor allem auf der Clubheim-nahen Sportplatz-Seite mit bloßem Auge zu erkennen. Im kommenden Jahr soll das Granulat ausgetauscht werden. © Volker Engel

Austausch im Jahr 2020

Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi erklärte auf Nachfrage: „Von anderen Sportplätzen im Stadtgebiet ist uns dieses Problem nicht gemeldet worden.“ Das Granulat müsse von einer Spezialfirma entfernt und neues Granulat aufgetragen werden. Für das kommende Haushaltsjahr 2020 sollen finanzielle Mittel dafür eingestellt werden.

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Das gleiche Problem war im Jahr 2014 auf dem Sportplatz an der Bahnhofstraße, wo die SG Castrop beheimatet ist, aufgetaucht. Hier wurde das Material auch ausgetauscht. Dafür musste eine fünfstellige Summe eingesetzt werden. Davon geht Nicole Fulgenzi auch diesmal aus.

Auf Ickerner Sportplatz gibt‘s Klumpen am Schuh

Sascha Schöner, Trainer von Eintracht Ickern II, mit einigen größeren Klumpen Gummigranulat, die sich wegen der Hitze gebildet haben. © Volker Engel

Bei dem Granulat an der Bahnhofstraße handelte es sich um dasselbe, wie an der Uferstraße. Nicole Fulgenzi betont jetzt: „Bei den neueren Sportplätzen wurde ein anderes Granulat verwendet, sodass nicht davon auszugehen ist, dass weitere Plätze betroffen sind.“

Wird Alternative gestreut?

Offen ist derzeit auch, ob erneut Gummi-Granulat eingestreut wird. Denn die EU strengt derzeit ein Verbot von Gummi aus Umweltschutzgründen an. Alternativen sind Sand oder Kork als Kunstrasen-Deckschicht.

Auf Ickerner Sportplatz gibt‘s Klumpen am Schuh

Sportabzeichenwartin Ute Spengler macht sich große Sorgen um die Tartanbahn an der Uferstraße. Diese löst sich auf. Sichtbar an unzähligen maroden Stellen, an denen der synthetische Belag aufgerissen ist. © Volker Engel

Für den Bau und den Erhalt der Sportstätten ist in Castrop-Rauxel der Stadtbetrieb EUV zuständig. Von dem war bezüglich der defekten Tartanbahn durch Sprecherin Sabine Latterner zu hören: „Die Kosten für eine Sanierung der Tartanbahn bewegen sich im sechsstelligen Bereich. Reklamationsansprüche gegen den damaligen Hersteller der Sportanlage können aufgrund des zurückliegenden Zeitraumes nicht mehr geltend gemacht werden.“

Geld aus Konjunkturpaket

Für die Sportplatzsanierung an der Uferstraße hatte die Stadtverwaltung Castrop-Rauxel 2010 Aufträge im Wert von 985.992 Euro herausgegeben. Aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung stand damals für das Projekt 1 Million Euro zur Verfügung.

Auf Ickerner Sportplatz gibt‘s Klumpen am Schuh

Erwin Bathke hatte bei der Eröffnung der Sportanlage an der Uferstraße unter anderem die Breite der einzelnen Bahnen nachgemessen und bemängelt. © Jens Lukas

„Pfusch“ befürchtet

Erwin Bathke (TB Rauxel) hatte bereits 2010 bei der Eröffnung an der Uferstraße von „Pfusch“ gesprochen. Denn der Vorsitzende des Kreis-Leichtathletikausschusses Herne/Castrop-Rauxel hatte nach der Abnahme des neu gebauten Sportplatzes schon bei einigen Details Anlass zur Kritik.

Er nahm damals Maß - und stellte fest: An einigen Stellen auf den 400 Metern waren die vier Rundlaufbahnen enger bemessen als die internationale Norm von 1,22 Meter. Bathke: „Das darf nicht passieren. Schließlich ist die Anlage durch Steuergelder finanziert.“ Zudem seien viele der gelben Markierungen für die Staffellauf-Wechselzonen falsch gesetzt worden, stellte der Mann vom TBR fest.

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