Autogrammwunsch nach 42 Jahren weckt Erinnerungen bei Winfried Hetzel

Sportlerporträt

42 Jahre ist es her, dass Winfried Hetzel zwei Einsätze in der in der Handball-Nationalmannschaft absolviert hat. Damals noch auf dem Feld. Eine E-Mail mit dem Wunsch nach einem Autogramm kam dann doch sehr überraschend und lässt Hetzels Gedanken in diese Zeit schweifen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Marcel Witte

, 15.03.2012, 11:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fan von der Schwäbischen Alb sei ein „akribischer Sammler“, der von den damaligen Nationalspielern so viele Autogramme wie möglich besitzen möchte. So schickte dieser auch ein Foto, auf dem Hetzel mit dessen ehemaligen Teamkameraden Herbert Engels und Manfred Hofmann zu sehen ist. Engels und Hofmann haben es bereits signiert.1970 war Hetzel zu einem Drei-Länder-Turnier in Rotterdam (Niederlande) eingeladen worden. Beide Spiele, gegen Österreich und Gastgeber Holland, machte Hetzel mit, beide gewann Deutschland. Abwehrspieler Hetzel: „Ich hatte mit einem Einsatz zu dieser Zeit gar nicht mehr gerechnet, schließlich war ich schon 27 Jahre alt.“

Zu dieser Zeit wurde noch Feldhandball gespielt. Zwei Jahre später, bei den Olympischen Spielen in München, setzte sich dann die Halle als Austragungsort endgültig durch.  „Als ich letzte Woche bei der Ehrung von Karl Kulosa (der seinen 80. Geburtstag feierte) anwesend war, hatte ich zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder einen Handball in der Hand“, sagte Hetzel. Vieles habe sich in der Zwischenzeit verändert. Früher seien die Bälle größer gewesen, erinnert sich der zweimalige Nationalspieler.

 Der vor 69 Jahren in Arolsen (Hessen) geborene Hetzel spielte damals für Hamborn 07 in der Bundesliga. Danach zog es ihn wegen eines Sport-Studiums nach Bochum. Bei der DJK Adler Rauxel, ein Vorläufer-Club der heutigen HSG Rauxel-Schwerin, agierte er als Spielertrainer und schaffte mit dem Verein 1977 den Aufstieg in die Landesliga. Der Adler-Vorsitzende Johannes Grimmenstein wurde vom Castrop-Rauxeler Sportamtsleiter Günter Frohnhöfer gebeten, ihm bei der Suche nach einem Mitarbeiter für das Ressort Sport und Bäder zu helfen. Grimmenstein empfahl Hetzel, der prompt eingestellt wurde.

Mitte der 90er Jahre löste er dann selbst Frohnhöfer im Amt ab. Hetzel: „In dieser Zeit habe ich so einiges erlebt, unter anderem den Bau des ersten Kunstrasenplatzes in Castrop-Rauxel.“  Nun, rund 42 Jahre nach den Einsätzen in der Nationalmannschaft, die Hetzel als „große Auszeichnung“ bezeichnet, ist er im Handballsport nicht in Vergessenheit geraten – und wird sich wohl über jeden weiteren Autogrammwunsch freuen, wie überraschend ein solcher auch immer kommen mag. 

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