Besuch bei Klopp in Liverpool: Ein Ex-Merklinder muss wohl Plan ändern

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Bis Sommer 2017 war Ulf Schwemin Trainer des SuS Merklinde. Nun arbeitet er wieder für den Nachwuchs von RW Essen. Im Interview spricht er über seine Leidenschaft: den FC Liverpool.

Castrop-Rauxel

, 01.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bekannt wurde der Ulf Schwemin in Castrop-Rauxel als Trainer des SuS Merklinde. Mit dem Klub vom Fuchsweg spielte Schwemin zwischen 2015 und 2017 stets an der Spitze der Kreisliga A mit, zum Bezirksliga-Aufstieg hatte es nicht gereicht. Seit Sommer 2017 arbeitet der Herner wieder als Co-Trainer der U15 von RW Essen. Sein Fußballherz schlägt aber für den FC Liverpool. Trotz Tabellenführung mit 25 Punkten Vorsprung auf Manchester City ist der 44-Jährige nicht euphorisch. Schließlich droht der Premier-League-Saison der Abbruch wegen der Corona-Krise. Das vereitelt auch die Pläne des Ex-Merklinders.

Herr Schwemin, hatten Sie schon Pläne für eine mögliche Meisterfeier? Schließlich fehlt der Mannschaft von Jürgen Klopp nur noch zwei Siege dazu.
Ja, und diese Pläne sind zunächst auf Eis gelegt. Flüge nach England und Hotels vom 17. bis 19. Mai hatte ich bereits gebucht. Für dann war der letzte Spieltag angesetzt.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp gibt im Anfield-Stadion Anweisungen. Mehrmals im Jahr ist ein Ex-Merklinder dort unter den Zuschauern.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp gibt im Anfield-Stadion Anweisungen. Mehrmals im Jahr ist ein Ex-Merklinder Ulf Schwemin dort unter den Zuschauern. © picture alliance/dpa

Wie geht es nun weiter?
Die Premier League geht alle möglichen Szenarien durch. Ab der 7. Liga ist in England alles abgebrochen worden. Es wird dort keine Meister oder Absteiger geben. Liverpool hat den Titel seit 30 Jahren nicht mehr geholt. Das ist die große Chance - und dann passiert so etwas wie Corona.

Was bedeutet den Liverpool-Fans die Meisterschaft?
Die ganze Stadt lechzt danach. Bis auf die Fans des FC Everton natürlich. Die Meisterschaft ist den Leuten mehr wert als die Champions League.

In Deutschland, vor allem im Ruhrgebiet, gibt es viele spannende Vereine. Woher stammt die Affinität zu den Reds?
Das fing schon als kleiner Junge an, als ich einen Wimpel geschenkt bekommen habe. Damals hat Ian Rush noch für Liverpool gespielt. Dazu kamen dann prägende Ereignisse wie die Hillsborough- oder Heysel-Katastrophe. Diese Begeisterung für den Verein war schon immer da. Als ich dann selbst vor 14 oder 15 Jahren im Stadion war, ist es ganz vorbei gewesen. Wenn 60.000 Fans mit voller Inbrunst singen. Das ist nicht nur ein Klub, das ist eine Familie.

Sind Sie häufig vor Ort?
Mindestens ein mal im Jahr. Obwohl das Stadion um 10.000 Plätze vergrößert wurde, ist es nicht einfach, Tickets zu bekommen. Besonders nicht jetzt, weil die Mannschaft so erfolgreich ist.

Der ehemalige Merklinder Trainer Ulf Schwemin bekam als Kind einen Liverpool-Wimpel geschenkt. Seitdem ist er Fan.

Der ehemalige Merklinder Trainer Ulf Schwemin bekam als Kind einen Liverpool-Wimpel geschenkt. Seitdem ist er Fan. © privat

Zurück nach Castrop-Rauxel: Verfolgen Sie den Lokal-Fußball, besonders bei ihrem Ex-Verein SuS Merklinde?
Einige gute Freunde habe ich schon noch, ansonsten bin ich weniger auf den Plätzen. Bei RW Essen trainieren wir viermal in der Woche. Der Co-Trainer-Job ist schon lange nicht mehr bloß einer eines Hütchenaufstellers. Wir arbeiten im Dreier-Team. Da kann jeder seine eigenen Ideen einbringen. Am Wochenende geht es zu Spielen in ganz Nordrhein-Westfalen oder zu den niederländischen Top-Klubs wie PSV Eindhoven. Da bleibt kaum Zeit.

Wie gehen Sie beim RWE mit der Corona-Pause um?

Die Jungs haben einen Plan für daheim bekommen. Allerdings lässt sich der von uns natürlich nicht nachhalten. Die meisten schicken ihre Laufzeiten. Letztlich ist aber jeder seines eigenen Glückes Schmied.

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