Denise Becker: „Wir witzeln immer gerne, dass wir jetzt das Aushängeschild sind“

mlzTuS Ickern

Drei vereinsinterne Neuzugänge, aber keine externe Spielerin: So starteten die Handballerinnen des TuS Ickern in die Saison. Spielerin Denise Becker (22) über Probleme des Frauenhandballs.

Ickern

, 06.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach vier Saisonspielen standen die Bezirksliga-Handballerinnen des TuS Ickern plötzlich an der Tabellenspitze. Nun folgten jedoch zwei Niederlagen gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Haben die Ickernerinnen das Zeug dazu, um den Aufstieg mitzuspielen?

Wir sprachen mit der Spielerin Denise Becker (22) über den bisherigen Saisonverlauf und die Probleme im Frauenhandball, neue Spielerinnen für das Team zu bekommen.

Das Spitzenspiel gegen den VfL Gladbeck habt ihr doch recht deutlich verloren. Täuscht der Saisonstart, ist die Bezirksliga-Spitze doch noch zu weit weg?

Unser Anspruch war nie, dass wir um den Aufstieg mitspielen. Wir haben uns mega darüber gefreut, dass es so gut geklappt hat in den ersten Spielen. Gerade weil wir in der letzten Saison sehr negativ gestartet sind. Aber zu den letzten Spielen: Wir sind gemeinschaftlich gut und gemeinschaftlich schlecht, es ist nicht so, dass nur einzelne einen schlechten Tag haben. Insgesamt können wir zufrieden sein mit Blick auf die Ziele, die wir uns vor der Saison gestellt haben.

Abspielfehler, schwache Torwürfe – sind das die Punkte, an denen ihr noch arbeiten müsst?

Definitiv. Unser Passspiel ist immer relativ unkonzentriert bzw. müssen wir uns da jedes Mal reinfinden. Das hat gegen Wanne deutlich besser geklappt. Was gut ist, um unsere Fehler zu minimieren. Das sieht man auch daran, dass wir nur mit vier Toren Unterschied verloren haben, anstatt wie zuletzt mit zehn Toren. Die Würfe sind immer noch zu unkonzentriert, und wir sind schnell kaputt. Wie man gegen Wanne gesehen hat, konnten die nochmal ordentlich anziehen. Unsere fehlende Konzentration merkt man dann an den Würfen.

Wiederum zuvor gegen Ennepetal konntet ihr das Tempo hochhalten und so die Partie für euch entscheiden. Spielt die Kondition in dieser Liga eine entscheidende Rolle?

Ja. In der Bezirksliga gewinnt man die Spiele eigentlich durch die Kondition. Man merkt beispielsweise bei Teams aus der Landesliga, dass die nicht unbedingt spielerisch besser sind, aber 60 Minuten Vollgas geben können. Dazu gehören wir noch nicht. Wir hoffen aber natürlich, dass es bei uns im Laufe der Saison noch besser wird. Vereinzelt klappt es auch in den Spielen, aber prinzipiell müssen wir in diesem Bereich noch etwas drauflegen.

Denise Becker: „Wir witzeln immer gerne, dass wir jetzt das Aushängeschild sind“

Frauenhandball ist ein Sport mit einer gewissen Grundhärte. Wie es mitunter zur Sache geht, zeigt diese Szene aus dem Spiel des TuS Ickern gegen den TV Wanne. © Volker Engel

Vor der Saison habt ihr euch „lediglich“ mit drei Spielerinnen aus den eigenen Reihen verstärkt. Ist es schwierig, externe Spielerinnen oder auch generell Frauen zum Handballsport zu bewegen?

Definitiv. Man merkt bei vielen Vereinen, dass die mit immer weniger Spielerinnen ein Team aufstellen müssen. Gerade wenn wir in Castrop-Rauxel mit drei Frauen-Mannschaften unterwegs sind, ist es natürlich auch mit dem Abwerben von Spielerinnen aus der Umgebung schwierig. Jeder hat seinen Verein gefunden und ist auf eine gewisse Weise in Verbindung mit dem Berufsleben daran gebunden, weswegen weite Fahrten zum Verein schwierig sind. Aber wir freuen uns natürlich über unsere Neuzugänge aus der Jugend, die fügen sich super ein und sind eine mega Unterstützung.

Jahrelang waren die Männer das Aushängeschild des Vereins und spielten in der Landesliga. Nun spielen die Männer nur noch in der Kreisliga, während ihr Frauen in der Bezirksliga auflauft. Habt ihr den Männern den Rang abgelaufen?

Wenn man die Männer fragt, sind sie immer noch das Aushängeschild. Generell geht leider das Interesse am Vereinsleben zurück. Zuletzt waren aber zum Glück wieder ein paar mehr Zuschauer auf der Tribüne. Wir witzeln immer gerne, dass wir jetzt das Aushängeschild sind.


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