Im Jahr 2007 wurde die Hallenstadtmeisterschaft in der Europahalle ausgespielt. Wir haben nachgefragt, ob die Spielstätte für die Zukunft wieder Sinn macht.

Castrop-Rauxel

, 12.01.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Von einem Redakteur unserer Zeitung wurde Bürgermeister Rajko Kravanja im vergangenen Dezember darauf aufmerksam gemacht, dass im Jahr 2007 anstatt in der Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule (WBG) in der großen Europahalle über die Bühne gegangen war. Worauf das Stadtoberhaupt sagte, dass er sich gerne dafür einsetzen wolle, dass das Turnier dort zu einer ständigen Einrichtung werden kann - wenn die Vereine es wollten. Kravanja erklärte, dass er sich mit dem Forum-Geschäftsführer Peter Breuer gerne in Verbindung setzen wolle, um über die Kosten des Projektes zu sprechen. Rajko Kravanja erklärte: „Wenn sich ein Verein findet, der es so ausrichten will, werden wir ihn unterstützen.“

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Fußball-Hallenstadtmeisterschaft 2007

Vor bis zu 900 Zuschauern fand im Dezember 2007 die Castrop-Rauxeler Hallenstadtmeisterschaft der Fußballer statt.
11.01.2019
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Ein Großereignis war das Fußball-Turnier am Stadtmittelpunkt. Mit vielen Zuschauern und promienten Gästen.
Ein Großereignis war das Fußball-Turnier am Stadtmittelpunkt. Mit vielen Zuschauern und promienten Gästen.
Ein Großereignis war das Fußball-Turnier am Stadtmittelpunkt. Mit vielen Zuschauern und promienten Gästen.
Ein Großereignis war das Fußball-Turnier am Stadtmittelpunkt. Mit vielen Zuschauern und promienten Gästen.
Ein Großereignis war das Fußball-Turnier am Stadtmittelpunkt. Mit vielen Zuschauern und promienten Gästen.

Michael Wurst, der Trainer des Landesligisten FC Frohlinde, meint: „Wenn man die Kräfte der Vereine ein bisschen mehr bündeln würde und einen finanziell starken Partner für die Hallenstadtmeisterschaft ins Boot holt, ist noch viel mehr möglich.“ Optimal mache es seiner Meinung nach der Dortmunder Fußball. Wurst: „Wenn man von außen darauf blickt, ist es auch immer leicht zu sagen, dass alles gut ist. Aber auch in Dortmund hat sich das über Jahre dahin entwickelt.“ In Bochum moderiert Michael Wurst seit einigen Jahren das Sparkassen-Masters, die dortige Stadtmeisterschaft. Der FCF-Coach glaubt, dass die beiden Städte Dortmund und Bochum einiges besser machen als die Organisatoren in Castrop-Rauxel. Wurst: „Ich glaube auch, dass es nicht so schwierig wäre, wenn man sich mal mit mehreren Vereinen zusammensetzen und die Aufgaben verteilen würde. Und natürlich einen starken Partner ins Boot zu holen, der eine solche finanzielle Unterstützung geben würde, dass die Europahalle ein Thema wäre.“ Man müsse eine Nachhaltigkeit hineinbringen, denn das erste Jahr sei immer schwierig. Das zweite und dritte Jahr seien wichtig, um für Kontinuität zu sorgen.

Schweriner wagten das Experiment

Vor zwölf Jahren hatte die Spvg Schwerin das Experiment gewagt, die Europahalle anzumieten. Dort verlegten die Blau-Gelben Kunstrasen-Teppichbahnen aus dem Herner Eis-Stadion und sorgten so für ein besonderes Fußball-Ereignis an vier Tagen. Allein am Endspieltag strömten rund 900 Zuschauer in die größte Veranstaltungshalle der Stadt - mehr als dreimal so viel wie in der WBG-Halle.

Als Endspiel-Torschütze für den SV Wacker Obercastrop zeichnete sich Sencer Özbek (l) aus.

Als Endspiel-Torschütze für den SV Wacker Obercastrop zeichnete sich Sencer Özbek (l) aus.

Die Idee hatte der damalige Vorsitzende Horst-Dieter Reuter gehabt, berichtete Schwerins Geschäftsführer Peter Wach: „Er und ich hatten damals die Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule besichtigt, weil wir ein Zelt für ein Catering dort aufbauen wollten.“ Die Schweriner wollten als Gastgeber kulinarisch etwas Besonderes bieten, fanden aber an der Bahnhofstraße zuwenig Platz vor. Weshalb Reuter gesagt haben soll: „Dann lass uns doch zur Europahalle gehen.“

Das Turnier professionalisieren

Vor Ort hatten die Vorstandsleute ein gutes Gespräch mit Peter Breuer, dem Geschäftsführer der Forum GmbH. Der betonte vor zwei Jahren im Interview: „Das Turnier passte gut in die veranstaltungsarme Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Leider hat in den Jahren danach kein Verein mehr angefragt. Ich hätte gerne mit den Fußballern die Stadtmeisterschaft weiterentwickelt und professionalisiert.“

Viele Quadratmeter Tornetze

Tatsächlich musste die Spvg Schwerin viel improvisieren und viel Arbeit in das Projekt stecken. Aus der Eissporthalle im Herner Gysenbergpark liehen sich die Blau-Gelben einen gebrauchten Kunstrasenteppich. Wach berichtete: „Zum Glück sind wir über Franko Wilken an einen 4-Tonnen-Lastwagen gekommen, um den schweren Teppich transportieren zu können.“ Der musste geschnitten und mit Klebeband verlegt werden.

Zudem mussten die Schweriner viele Quadratmeter Tornetze kaufen, die wie ein Zelt über dem Spielfeld hingen. Wach betonte: „Das musste sein, damit die Zuschauer, Lampen und Lautsprecher geschützt waren.“

Tolle Moderatoren

Der Geschäftsführer erklärte: „Ich würde die Stadtmeisterschaft gerne wieder in der Europahalle organisieren. Darin steckte zwar viel Arbeit. Es hat aber auch viel Spaß gemacht – und wir haben alle unsere Kritiker überzeugt.“ Grandios seien die Durchsagen und Interviews gewesen, die die Hallensprecher Holger Bombien und Sascha Beleijew machten. Einen tollen Job hätten die vielen Helfer gemacht, wie etwa jene, die mit Kleberollen anrückten, wenn sich während der Spiele eine Naht des Teppichs löste.

Spartenleiter Robert Mathis (l) hatte Hans Tilkowski (WM-Torwart von 1966) eingeladen.

Spartenleiter Robert Mathis (l) hatte Hans Tilkowski (WM-Torwart von 1966) eingeladen.

WM-Keeper war in der Halle

Stadtmeister wurde der SV Wacker Obercastrop. Dennis Hasecke (jetzt Trainer der SG Castrop) war der Wacker-Kapitän, der aus den Händen von Hans Tilkowski den Siegerpokal überreicht bekam. Fußball-Spartenleiter Robert Mathis hatte den WM-Keeper von 1966 eingeladen und in die Halle geführt.

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