Die eingefrorene Tabelle könnte dem SV Wacker Obercastrop auch schaden

mlzFußball-Landesliga

Der SV Wacker Obercastrop spielt eine historische Saison. Jetzt könnte das Coronavirus für eine brutal-tragische Wende sorgen.

Frohlinde, Obercastrop

, 15.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fußballer des Landesliga-Spitzenreiter SV Wacker Obercastrop haben vor einer Woche mit dem 5:0-Sieg gegen Viktoria Resse manifestiert, dass sie in die Westfalenliga aufsteigen wollen. Das wäre der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Der Optimismus hat durch den Erfolg neue Nahrung bekommen. Bis das Coronavirus kam. Und die Sportwelt lahmlegte. Auch die Landesliga, die bis zum 19. April aussetzt. Erst einmal. Was machen die betroffenen Teams des SV Wacker Obercastrop und des FC Frohlinde?

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Mit Weitsicht hatte Aytac Uzunoglu, der Trainer des SV Wacker, am Donnerstag und Freitag vergangener Woche das Training ausfallen lassen. Er sagte: „Nach den Nachrichten aus ganz Europa, hatte ich mir solch ein Szenario schon gedacht.“ Frohlindes Hoffmann und sein Trainer-Kollege Michael Wurst gaben ihrem Team zwei Wochen trainingsfrei. Zudem wurde vom Verein der Sportplatz an der Brandheide gesperrt, erläuterte Hoffmann.

Beide Trainer sehen in den sieben abgesetzten Spieltagen ein Problem. Stefan Hoffmann sagte: „Das wird viele Englische Wochen geben.“ Uzunoglu: „Die Saison könnte dadurch bis in den Juni hineinreichen“.

Wacker-Trainer Aytac Uzunoglu.

Wacker-Trainer Aytac Uzunoglu. © Jens Lukas

Der Tabellen-Erste ist nicht Meister


Anderes Szenario: Wenn die Saison abgebrochen würde, könnte die Tabelle eingefroren werden und damit die Aufstiegs- und Abstiegsfrage beantwortet werden. Aytac Uzunoglu sagte dazu: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dazu kommt. Man wird uns ja nicht einfach zum Meister machen.“ Frohlindes Hoffmann hat durch Nachrichten in den Medien einen anderen Begriff von „Tabelle einfrieren“ im Sinn – wie etwa in der Volley-Bundesliga. Dort wurde der Tabellen-Erste nicht zum Meister erklärt. Absteiger gibt es – Stand jetzt – keine. Womöglich wird die Liga um zwei Teams vergrößert. Hoffmann: „Wenn es so bei uns ausgelegt wird, wären die Obercastroper die Gelackmeierten.“

Overwien: „Das ist eine außergewöhnliche Situation“

Laut Klaus Overwien, Staffelleiter der Landesliga 3, gibt es noch keine Pläne zur Wertung der Saison. Der Waltroper sagte: „Das kann kein Staffelleiter allein entscheiden. Ich weiß jetzt noch nicht, was auf uns zukommt. Es ist eine vom Sport losgelöste und außergewöhnliche Situation, die im Gesamten gelöst werden muss. Ob nach dem 19. April gespielt werden kann, ist noch nicht sicher.“

Eines ist allerdings sicher: Wenn die Saison fortgesetzt wird, müssen die Spieler wieder wettbewerbsfähig sein. Das geht ja nicht von „0 auf 100“. Stefan Hoffmann wollte noch am Sonntag in die WhatsApp-Nachrichtengruppe seines Teams schreiben und den Kickern Laufpläne erstellen. Sie sollen Gruppen meiden und Einzeltraining machen. In 14 Tagen ist geplant, wieder gemeinschaftlich zu arbeiten.

Landesliga-Staffelleiter Klaus Overwien

Landesliga-Staffelleiter Klaus Overwien © Jens Lukas

Rotsperre von Cordero Astacio verfliegt

Wackers Uzunoglu hält es ähnlich, obwohl er sagte: „Im Moment brauchen wir nicht über Fußball zu reden. Es ist eine große Gesundheitskrise, der wir uns alle stellen müssen. Erst wenn es in der privaten Gesellschaft Entwarnung gibt, können wir auf dem Platz wieder etwas machen.“ So bitter die Situation ist: Sein für sechs Wochen rotgesperrter Spieler Yogan Cordero Astacio, kann seine Sperre in der Krise absitzen. Staffelleiter Overwien sagte: „Ja, die Sperre ist nicht für sechs Spiele angesetzt, sondern für sechs Wochen.“

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