Die SG Castrop und die Spvg Schwerin haben komplett verschiedene Stimmungslagen

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Unterschiedlicher könnte die Stimmung bei den Bezirksligisten SG Castrop und Spvg Schwerin nicht sein. Am 15. Spieltag überzeugte nur ein Castrop-Rauxeler Bezirksligist.

Castrop-Rauxel

, 17.11.2019, 19:47 Uhr / Lesedauer: 3 min

Freude auf der einen Seite, Wut auf der anderen. Die Castrop-Rauxeler Fußball-Bezirksligisten erlebten zwei komplett verschiedene Sonntage. Bei der SG hat sich ein wichtiger Spieler verletzt.

SG Castrop - Teutonia SuS Waltrop 4:2 (1:0)

Fußballerisch war es ganz bestimmt kein Leckerbissen, der den 70 Zuschauern bei trübem November-Wetter kredenzt wurde. Doch das ist für die SG Castrop in der aktuellen Tabellensituation auch nicht das bestimmende Kriterium. Wichtig sind die drei Punkte, die von den SG-Fußballer aufgrund einer kämpferischen Topleistung verdientermaßen eingefahren wurden.

Durch diesen „Dreier“ ist zum Abschluss der Hinserie wieder Licht im Tunnel zu sehen. Fünf Punkte rangiert die SG nun vor dem Vorletzten SG Suderwich, und nur noch einen Zähler hinter Teutonia SuS Waltrop (12.).

„Wir haben nur fünf gefährliche Schüsse aufs Waltroper Tor gebracht, aber viermal getroffen – das nenne ich Effektivität. Fußballerisch ist alles weiter ausbaufähig. Die beiden Gegentore kurz vor Schluss mussten auch nicht mehr sein“, sagte SG-Trainer Dennis Dannemann.

Früher Elfmeterpfiff für die SG Castrop

Das Spiel begann optimal für die Gastgeber. Waltrops Henrik Sommer riss Castrops Denis Toskai an der Strafraumgrenze um, Schiedsrichter Adem Akkaya (Hamm) entschied sofort auf Elfmeter. Tino Westphal verwandelte den Strafstoß eiskalt zum 1:0 (6.). Für Henrik Sommer gab es nur die Gelbe Karte – Rot als letzter Mann wäre richtiger gewesen. In Minute 32 war Sommer nach einem Foul an der Mittellinie dann fällig: Gelb-Rote Karte.

Aus der frühen Überzahl konnte Castrops lange kein Kapital schlagen. Wohl auch, weil Spielgestalter Tino Westphal früh (19.) verletzt raus musste. „Der Oberschenkel zwickte seit einer Woche, nun hat es knacks gemacht, als ich einen Waltroper umspielt habe“, erklärt Westphal sein frühes Aus. Ab sofort war Kampf angesagt. Den nahmen Castrops Fußballer bravourös an.

Toskai staubt ab

Zwei Tore fallen nach dem gleichen Muster

Vor beiden Toren passierte bis zum Halbzeitpfiff jedoch nichts mehr. Erst in Minute 63 legte die SG das 2:0 nach. Ein langer Ball auf Manuel Backes war der Ausgangspunkt. Backes passte quer auf Youssouf Joe Kourouma, dessen abgeblockter Schuss Dennis Toskai genau vor den Fuß fiel. Der zögerte nicht lange und netzte flach ein zum 2:0.

Die Castroper Tore zum 3:0 (78.) und 4:0 (81.) fielen nach demselben Schema. Nach Toskai-Flanken von der linken Seite waren Joel Martin Diziole mit einer sehenswerten Direktabnahme aus der Luft und Jonas Kollmann erfolgreich. Waltrops Tore von Alex Schröer (88.) und Hendrik Köster (90.+2) zum 2:4 waren nur Schönheitsflecken, schmälern den Sieg der SG Castrop aber keinesfalls.

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SC Hassel - Spvg Schwerin 4:3 (3:1)

So erbost wie nach der 3:4-Niederlage der Spvg Schwerin beim SC Hassel war Trainer Dennis Hasecke in dieser Saison überhaupt noch nicht: „Was unsere Jungs in der ersten Halbzeit abgeliefert haben, war eine absolute Frechheit. Wir waren auf dem Platz überhaupt nicht anwesend.“

Und weil das so war, lag die Spvg Schwerin nach neun Minuten schon 0:2 hinten. Tor Nummer eins für Hassel (6.) fiel per Foulelfmeter. Wie es dazu kam, brachte Hasecke das erste Mal in Rage: „Da grätscht einer von uns das erste Mal im Strafraum gegen einen Hasseler – weil er ihn nicht richtig trifft, legt er sofort eine weitere Grätsche nach.“

Keine Kritik am 18-jährigen Justin Strahler

Wer dieser Übeltäter war, darüber deckt Hasecke allerdings den Mantel des Schweigens: „Ich nenne heute keine Namen, da bis auf unserem 18-jährigen Justin Strahler alle schlecht waren.“

Hassels 2:0 (9.) ließ nicht lange auf sich warten. Und auch das war quasi ein Eigentor. „Wir haben den Ball derart schlecht zu unserem Torwart zurückgespielt, dass sich Hassels Torschütze Sven Bödiger gewundert hat, so frei allein vor unserem Tor zu stehen“, erklärt Hasecke das zweite Missgeschick.

Zwar verkürzte Justin Strahler per Direktabnahme in den Winkel auf 1:2 (18.), wirklich verändert hat das aber nichts bei den schwachen Schwerinern. Der Elfmeter-Torschütze Haris Imsorovic erhöhte wieder auf 3:1 (23.), als ein Schweriner Abwehrspieler den Ball nicht richtig traf. Ein weiteres Tor, das genau zu diesem gebrauchten Tag der Blau-Gelben passte.

Hoffnung keimte bei der Spvg Schwerin auf

Als der junge Dustin Strahler zum 2:3 (68.) einnetzte, flackerte bei Schwerin so etwas wie leichte Hoffnung auf. Dann setzte sich Nico Bothe über die Außenbahn durch, passte den Ball zurück und das 3:3 lag in der Luft. Doch der BG-Schütze traf nur den einzigen Spieler im ansonsten leeren Tor.

Ab der 80. Minute spielte der Gast in Unterzahl: Nico Bothe schied verletzt aus und das Auswechselkontingent war bereits ausgeschöpft. So kam, was kommen musste. Hassel erhöhte durch Fabian Krieger auf 4:2 (87). Das 3:4 (90.+4) von Tobias Lübke war reine Ergebnis-Korrektur. Die Spvg hat in der Meisterschaft aktuell dreimal in Folge verloren und ist auf Tabellenplatz acht abgerutscht.

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