Die Spvg Schwerin will raus aus der Bezirksliga

mlzFußball-Bezirksliga

Die Fußballer der Spvg Schwerin möchten nicht mehr in der Bezirksliga-Staffel 9 auflaufen. Den ersten Schritt dazu haben sie bereits gemacht.

Schwerin

, 14.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Spvg Schwerin hat keine Lust mehr. In der wegen Corona abgebrochenen Bezirksliga-Saison 2019/20 kamen bei den Auswärtsfahrten für die Fußballer und ihre Fans etliche Kilometer zusammen. Wie etwa die 40 Kilometer für das Gastspiel beim VfB Hüls mit 34 Minuten Fahrzeit. Oder die 39 Kilometer (32 Minuten) zum BV Rentfort nach Gladbeck. Ganz zu schweigen von den 46 Kilometern (40 Minuten) für das Gastspiel beim VfB Kirchhellen in Bottrop.

Schwerin will Kurzstrecke nach Westerfilde fahren

Wenn es nach dem Vorstand der Spvg Schwerin geht, spielt seine Mannschaft künftig gegen Teams aus dem Dortmunder Westen und Süden. Geschäftsführer Peter Wach sagte jetzt: „Wir haben Mitte Juni schriftlich einen Antrag auf Umgruppierung gestellt. Möglichst in die Staffel 8. Zur Not würden wir auch in die Staffel 10 gehen. Dann hören endlich die langen Reisen auf, zu denen kaum einer unserer Fans bereit ist. Zudem bringen die Gegner auch kaum Zuschauer zu uns mit.“

Schwerins Vereins-Geschäftsführer Peter Wach hat einen Antrag auf Umgruppierung gestellt.

Schwerins Vereins-Geschäftsführer Peter Wach hat einen Antrag auf Umgruppierung gestellt. © Volker Engel

In der Gruppe 8 würde den Castrop-Rauxelern unter anderem die Kurzstrecke zu RW Germania nach Westerfilde winken. Distanz: 3,5 Kilometer. Maximale Fahrzeit: Sieben Minuten. Selbst der Dortmunder Süden ist näher als die allermeisten Gebiete, die die Schweriner zuletzt ansteuern mussten. Beispiel TuS Eichlinghofen: 13 Kilometer Distanz, Ankunft nach 18 Minuten.

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Bis 2012 in der Staffel 15 gegen viele Dortmunder

Wach: „Rein wirtschaftlich ist das für uns mit den Fahrten nach Marl, Gladbeck und Bottrop nicht mehr in Ordnung. Selbst wenn wir in Dortmund auf stärkere Gegner treffen würden, wäre das kein Hinderungsgrund für uns, hier spielen zu wollen.“ Der Meinung seien auch seine Trainer Dennis Hasecke und Marco Taschke, erklärt Peter Wach. Wach ist seit 2006 Funktionär bei der Spvg und kann sich daher noch an die Zeit erinnern, in der die Castrop-Rauxeler Bezirksligisten in der damaligen Staffel 15 überwiegend mit Gegnern aus Dortmund messen durften: u.a. Eichlinghofen, TuS Bövinghausen, SC Dorstfeld, SG Lütgendortmund, Westfalia Huckarde und TuS Rahm.

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Die Bezirksliga 15 ist allerdings seit dem Abpfiff der Saison 2011/12 wegen einer Ligen-Strukturreform Geschichte. Seitdem haben die heimischen Kicker Gegner aus Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herten, Gladbeck und Marl vor der Brust. Peter Wach erklärt dazu: „Seitdem tingeln wir und haben dabei nur Nachteile. Der

Sprit wird ja auch immer teurer. Außerdem haben wir einen hohen Zeitaufwand für jedes Auswärtsspiel, den man den Fans und den Spielern kaum mehr vermitteln kann.“

Mehr Fans bei Testspielen als in der Meisterschaft

Bei Heimspielen sieht es am Grafweg mau aus. Peter Wach betont: „Die weitgereisten Gäste bringen maximal zehn Zuschauer mit. Da können wir am Ende des Tages froh sein, dass wir den Schiedsrichter von den Einnahmen bezahlen können.“ Dass Nähe zieht, hat man an den vergangenen beiden Testspiel-Wochenenden gesehen. Die Duelle mit den A-Kreisligisten VfB Börnig und VfB Habinghorst waren im Vergleich zu den Bezirksliga-Begegnungen wahre Zuschauer-Magneten.

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Wach steht derzeit in Kontakt mit Trainern von Dortmunder Teams und hat positive Resonanz bekommen. Wie etwa vom ehemaligen Blau-Gelb-Coach Thomas Faust. Der Trainer von BW Huckarde soll gesagt haben: „Ich fahre doch lieber nach Schwerin als Richtung Aplerbeck und noch weiter nach Wickede.“

Bei SG und FC Bescheid gesagt

Peter Wach hat auch bereits die beiden Castrop-Rauxeler Bezirksligisten, SG Castrop und Aufsteiger FC Castrop-Rauxel, für seine Idee begeistern wollen. Er berichtet: „Mit dem Vorsitzenden Uwe Blase vom FC habe ich telefoniert und warte auf seinen Rückruf.“ Den SG-Trainer Dennis Dannemann habe er beim Einkaufen getroffen und kurz darauf angesprochen, ob sein Club nicht auch umgruppiert werden möchte.

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