Droht Wacker Obercastrop das gleiche Schicksal wie dem FC Frohlinde?

mlzFußball-Landesliga 3

Vor einem Jahr stand der FC Frohlinde zur Winterpause an der Tabellenspitze - am Ende wurde Frohlinde Tabellendritter. Droht dem SV Wacker Obercastrop das gleiche Schicksal? Eine Analyse.

Frohlinde, Obercastrop

, 12.01.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine beliebte Rubrik in Rätselheften ist das Suchbild. Zwei nebeneinander platzierte Fotos sehen nahezu identisch aus. Die Heft-Macher haben dennoch ein paar klitzekleine Fehler eingebaut. Die gilt es zu finden.

So ähnlich verhält es sich auch mit der Fußball-Landesliga zur Winterpause. Zwei blau-weiße Logos, zwei Teams aus Castrop-Rauxel. Ein solides Punktepolster als Tabellenführer auf die Verfolger.

Rückblick: Vor gut einem Jahr führte der FC Frohlinde die Tabelle zur Winterpause an, mit fünf Zählern Vorsprung auf den SV Sodingen. Noch einer mehr war es zum SC Obersprockhövel. Schaut man sich nun das Klassement der Landesliga-Staffel drei an, so sieht es wieder ähnlich gut aus für eine Mannschaft aus der Europastadt. Bei Wacker Obercastrop stehen da 43 Punkte zu Buche - neun mehr als sie der TuS Bövinghausen hat. Der FCF kam vor Jahresfrist auf elf Siege, vier Remis und zwei Niederlagen. Macht in Summe 37 Punkte.

Die Trainer prognostizierten den Einbruch des FC Frohlinde

Michael Wurst kann also gut einschätzen, wie sich Wackers Trainer-Duo Aytac Uzunoglu und Steffen Golob derzeit fühlen muss. Der Frohlinder Coach hatte im vergangenen Winter die schwierige Aufgabe, die Aufstiegseuphorie, die sich rund um die Brandheide ausbreitete, im Zaum zu halten. Am Ende ging die Geschichte so aus: Frohlinde erlebte einen Einbruch - und stieg nicht in die Westfalenliga auf. „Stefan und mir war relativ schnell klar, dass das irgendwann passieren könnte. Wir haben mit all unseren Möglichkeiten versucht, uns dagegen zu stemmen. Das ist uns nicht gelungen.“

Frohlindes Trainer Michael Wurst traut dem SV Wacker Obercastrop den Aufstieg zu. Er sagt: „Es ist für mich keine Überraschung, dass sie auch in dieser Deutlichkeit da oben stehen.“

Frohlindes Trainer Michael Wurst traut dem SV Wacker Obercastrop den Aufstieg zu. Er sagt: „Es ist für mich keine Überraschung, dass sie auch in dieser Deutlichkeit da oben stehen.“ © Volker Engel

Muss Wacker ähnliches befürchten? Wurst meint ganz klar: nein. „Wenn man die Situation von außen betrachtet, mag sie ähnlich sein“, sagt der FCF-Trainer. Und dennoch gebe es einen glasklaren Unterschied: „Die personelle Situation, die Qualität und die Breite des Kaders sind absolut nicht vergleichbar.“ Ein Beispiel: „In der Hinrunde hatten wir stets zehn bis 15 Prozent über unserem Leistungsniveau gespielt - das macht Wacker jetzt nicht“, so Wurst. „Die rufen Woche für Woche 90 bis 100 Prozent ab, während wir ein halbes Jahr über unseren qualitativen Möglichkeiten gespielt hatten.“

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Bereits im Sommer hatte Michael Wurst den SV Wacker als klaren Favoriten auf den Aufstieg identifiziert. Andere hatten den TuS Bövinghausen auf dem Zettel. Der Dortmunder Klub hatte sich prominent verstärkt - auf dem Feld und an der Seitenlinie. Ex-Profi Thorsten Legat hat sein Trainer-Amt inzwischen niedergelegt.

Für Michael Wurst die Tabellenführung des SV Wacker keine Überraschung

In diesem Winter hat der TuS erneut einen Großangriff auf dem Transfermarkt gestartet. Dennoch muss sich Obercastrop nicht verstecken. Im Gegenteil: Da stehe „eine Top-Mannschaft mit gutem Trainer und gutem Umfeld“ auf dem Feld, so der FCF-Übungsleiter Wurst. „Und daher ist es für mich keine Überraschung, dass sie auch in dieser Deutlichkeit da oben stehen.“

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Dem verpassten Aufstieg aus der Vorsaison trauert Wurst im übrigen nicht mehr hinterher. „Stand jetzt wäre der Aufstieg in die Westfalenliga eine Katastrophe gewesen. Wir hätten da große Probleme gehabt“, sagt er und mahnt: „Es gibt viele Beispiele, bei denen ein Verein den Aufstieg geschafft hat und danach in der Versenkung verschwindet, weil er nicht natürlich gewachsen ist.“ Stattdessen plant Frohlinde mittelfristig einen Umbruch. Der SV Wacker, so Wurst, werde hingegen „so sicher durchlaufen, wie es sicherer nicht geht“.

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