Trotz Corona-Pandemie: Fußballtrainer brennt auf Spiele, Spiele, Spiele

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Auch in Castrop-Rauxel mehren sich die Stimmen, die wegen Corona eine Unterbrechung der Fußball-Saison fordern. Einem Trainer würde das nicht schmecken.

Castrop-Rauxel

, 27.10.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat nach dem achten Spieltag der Amateurfußballer noch einmal bekräftigt, wegen der steigenden Corona-Inzidenzzahlen die Saison nicht verbandsweit zu unterbrechen. Denn vom ersten bis zur siebten Spielrunde waren im Bereich des FLVW nur 1,8 Prozent der Partien wegen Corona-Fällen oder -Verdachtsfällen abgesagt worden.

Am achten Spieltag wurde es allerdings drastischer. Mit Blick auf die 179 Spiele in den 14 Bezirksligen, vier Landesligen, zwei Westfalenligen und in der Oberliga wurden 55 der Begegnungen abgesagt. Das entspricht einem Anteil von 30,7 Prozent.

SG Castrop hat „den Abstiegskampf angenommen“

Gerne diese Zahl ausblenden wollte am Sonntagabend Dennis Dannemann, einer der beiden Spielertrainer des Bezirksligisten der SG Castrop. Sein Team feierte durch das 3:1 bei Viktoria Kirchderne den ersten Sieg beim sechsten Saison-Auftritt. Was seine Schützlinge in Dortmund zeigten, sei „genau so gewesen, wie man im Abstiegskampf antreten“ müsse. Und auch spielerisch wussten die Castroper zu überzeugen.

Dennis Dannemann, Spielertrainer der SG Castrop, findet es gut, dass sein Team in den kommenden Tagen zu mehreren Einsätzen kommt.

Dennis Dannemann, Spielertrainer der SG Castrop, findet es gut, dass sein Team in den kommenden Tagen zu mehreren Einsätzen kommt. © Volker Engel

Während der Rückfahrt von Kirchderne nach Castrop-Rauxel bekräftigte Dannemann: „Ich empfinde es als Vorteil, dass wir nicht bis Sonntag bis zu unserem nächsten Spiel warten müssen, sondern schon am Donnerstag wieder ran dürfen.“

Denn für den 29. Oktober steht das Nachholspiel gegen die ebenfalls abstiegsgefährdete Union Lüdinghausen im Terminkalender. Dennis Dannemann: „Ich freue mich, wenn gespielt wird. Wir haben einen guten Lauf und können mit dem nächsten Sieg den Tabellenkeller schon fast komplett verlassen.“

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Nur gut, dass sich die Castroper mit Lüdinghausen auf den Donnerstag geeinigt haben. Ansonsten hätten sie von Staffelleiter Klaus Overwien (Waltrop) den Sonntag, 1. November (Allerheiligen), mit Anstoß um 18 Uhr auferlegt bekommen. Dannemann: „Dann hätten wir so spielen müssen wie Schwerin gegen den SuS Olfen. Das ist nicht wirklich ein schöner Termin.“

SG Castrop steht vor drei Heimspielen in Serie

Für die SG Castrop ist die Situation derzeit „fast luxuriös“, so Dennis Dannemann. Denn nach dem Heimspiel gegen Union Lüdinghausen ist auch das Zweitrunden-Spiel im Kreispokal gegen den VfB Habinghorst (Kreisliga A) ein Heimspiel. Für das Derby am Mittwoch, 4. November (19.15 Uhr), haben sich beide Vereine auf einen Heimrechttausch geeinigt - weil der VfB-Platz über kein Flutlicht verfügt.

Und auch das Bezirksliga-Spiel des neunten Spieltages am Sonntag, 8. November, bestreiten die Castroper in ihrem Wohnzimmer, dem Stadion an der Bahnhofstraße. Mit Heimat-Gefühlen kann die SG auch in das anschließende Derby beim FC Castrop-Rauxel gehen.

Für Dennis Dannemann selbst kommen derzeit Einsätze als Spielertrainer nicht in Frage. Denn nach dem Spiel beim TuS Eichlinghofen (0:3) Ende September trat bei ihm eine hartnäckige Knieverletzung auf. Nach einem MRT musste er noch einige Tage auf eine Diagnose durch einen Arzt warten. Jetzt steht fest: Dannemann hat eine Entzündung am Innenmeniskus.“ Dennis Dannemann betont: „Aber keinen Riss. Ich nehme jetzt Medikamente und starte ganz langsam mit Training, ohne zu laufen.“

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