Ein Castrop-Rauxeler Verein zieht seinen Aufstiegsplatz zurück

mlzFußball

Nachdem sich die Victoria Habinghorst verspätet in die Liste der Aufsteiger eingetragen hat, standen sieben Aufsteiger aus Castrop-Rauxel fest. Ein Verein zieht seinen Platz aber nun zurück.

Castrop-Rauxel

, 23.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sieben Castrop-Rauxeler Mannschaften sind am Ende der abgebrochenen Corona-Saison aufgestiegen. Verspätet reihte sich die erste Mannschaft von Victoria Habinghorst in diese Liste ein. Sie spielt in der kommenden Saison in der Kreisliga A, weil eine Fortuna Herne II auf den Aufstieg verzichtet. Jetzt hat auch ein Castrop-Rauxeler Verein seinen Aufstiegsplatz zurückgezogen.

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Und zwar die Victoria Habinghorst. Die dritte Mannschaft war mit 43 von 48 Punkten und 71 zu 20 Toren in die Kreisliga B aufgestiegen. Die Mannschaft will den Aufstiegsplatz jedoch nicht wahrnehmen, wechselt geschlossen zu SV Wacker Obercastrop und wird dort wieder in der Kreisliga C an den Start gehen.

Suche blieb erfolglos

Victoria machte sich daraufhin auf die Suche nach einer Mannschaft, die sich komplett dem Verein anschließt und für Habinghorst in der Kreisliga B startet. „Wir haben dazu auch zwei, drei Gespräche geführt, allerdings blieben sie alle ergebnislos. Wir konnten keine Mannschaft finden“, sagte Dirk Konisch, der Vorsitzende von Victoria Habinghorst, am Montag auf Nachfrage. Konisch hat deshalb dem Verband mitgeteilt, dass Habinghorst auf seinen Aufstiegsplatz verzichten werde.

Dirk Konisch, Vorsitzender der Victoria Habinghorst, konnte keine Mannschaft für die Kreisliga B finden.

Dirk Konisch, Vorsitzender der Victoria Habinghorst, konnte keine Mannschaft für die Kreisliga B finden. © Volker Engel

Als Option stand noch im Raum, dass die zweite Mannschaft der Victorianer den Startplatz übernimmt. Innerhalb der Mannschaft, in der auch Konisch mitspielt, wurde darüber abgestimmt, ob man in der kommenden Saison eine Liga höher spielen wolle. Die Mannschaft entschied sich dagegen. „Der Sprung nach oben wäre enorm gewesen. Wir standen im Mittelfeld der Kreisliga C, ein Aufstieg wäre deshalb auch gar nicht gerechtfertigt gewesen“, sagte Konisch.

„Was bringt uns das, wenn wir uns dort abschlachten lassen?“

„Wir haben vielleicht ein, zwei gute Spiele in der Saison gemacht, eine Liga höher wäre es dann für uns sehr eng geworden.“ Außerdem seien viele Spieler auch beruflich eingebunden, sodass sie nicht regelmäßig zum Training kommen könnten. Das seien schlechte Voraussetzungen für die Kreisliga B, findet Konisch. „Was bringt uns das, wenn wir uns dann dort abschlachten lassen?“

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Die erste Habinghorster Mannschaft in der Kreisliga A sei nun aber auch erst mal Projekt genug. „Klar wäre eine Mannschaft in der B-Liga ein guter Unterbau dafür gewesen, aber die können wir ja nicht aus dem Boden stampfen“, sagte Konisch. Deshalb folgte nun also der Verzicht auf den Aufstiegsplatz.

Den hatte sich die Mannschaft aus Fußballern mit überwiegend bosnischen Wurzeln erspielt, die sich vor rund zwölf Monaten quasi als Betriebssport-Mannschaft der Victoria Habinghorst angeschlossen hatte. Die Akteure des Teams rund um Trainer Huso Ahmetovic arbeiten auch zusammen in der Firma von Organisator Almir Ahmetovic.

Enge Beziehung zwischen Ahmetovic und Wacker Obercastrop

Mit seiner Firma Opti-Run wird Almir Ahmetovic bald als Premium-Sponsor beim SV Wacker Obercastrop einsteigen und möchte das mit seiner Betriebssport-Mannschaft verbinden. Deshalb wechselt sie geschlossen den Verein. Ahmetovic ist mit dem Vorsitzenden der Wackeraner, Martin Janicki befreundet. Seitdem sie in den 2000er-Jahren zusammen für den SV Wacker gespielt haben, ist der Kontakt nie abgebrochen.

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Für böses Blut sorgte der Abgang der Mannschaft zwischen Dirk Konisch und Almir Ahmetovic übrigens nicht. „Ich hatte wirklich ein sehr vernünftiges Gespräch mit Almir. Wir gehen nicht im Groll auseinander. Die Spieler haben sich auch nicht über uns beschwert“, sagte Konisch, nachdem bekannt geworden war, dass die Mannschaft den Verein wechseln würde. „Es ist schade, denn ich glaube, dass dieses Team eine gute Rolle in der Kreisliga B gespielt hätte.“

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