Ein Schiedsrichter deckt mit einem Schlag vier illegal eingesetzte Spieler auf

mlzFußball

Ein Kreis-Funktionär hofft, dass die Schiedsrichter nach dem Lockdown wieder genau hinschauen. Denn ihn beschleicht das Gefühl, dass der Einsatz nicht spielberechtigter Akteure Überhand nimmt.

Castrop-Rauxel

, 10.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kreisliga-C-Mannschaft des SV Wacker Obercastrop III hat den begründeten Verdacht, dass in der Partie im September beim VfL Herne die Gastgeber nach der Halbzeitpause mindestens einen nicht spielberechtigten Akteur eingewechselt haben. Wacker-Spieler Sencer Özbek hat sich zur Aufgabe gemacht, in diesem Fall Licht ins Dunkel zu bringen.

Hans Murawa ärgert sich über Spieler „auf Kohlenkarte“

Hans Murawa (Herne), der Staffelleiter der Kreisliga B1 und der Kreisliga C1 Herne/Castrop-Rauxel, begrüßt das Engagement des Obercastropers. Denn ihn beschleicht das Gefühl, dass der Einsatz nicht spielberechtiger Akteure zunimmt. Der Trainer von Arminia Ickern III hatte Özbek gewarnt, dass einer seiner Ex-Spieler ohne eigenen Spielerpass für den VfL Herne auflaufen wird. Kreis-Funktionär Murawa bekam davon auch Nachricht - durch die Arminen-Vorsitzende Martina Freundlieb.

Der Herner Hans Murawa ist Staffelleiter der Kreisliga B1 und Kreisliga C1 Herne/Castrop-Rauxel.

Der Herner Hans Murawa ist Staffelleiter der Kreisliga B1 und Kreisliga C1 Herne/Castrop-Rauxel. © Jens Lukas

Hans Murawa sagt: „Ich ärgere mich selbst darüber, dass es solche Fälle gibt. Ich kann nur jedem raten, der solch einen Verdacht hat, sich schnell beim Schiedsrichter und beim Staffelleiter zu melden.“ Ansonsten trete das ein, was jetzt eine Klage vor dem Kreissportgericht unmöglich mache. Murawa: „Die Spiele, in dem der Spieler für den VfL Herne aufgelaufen sein soll, sind bald zwei Monate her. Da sind alle Einspruchfristen überschritten.“

Jetzt lesen

Ein Problem sei auch, dass mit dem elektronischen Spielbericht und aktuell nicht zuletzt wegen der Corona-Infektionsgefahr die Schiedsrichter oft auf eine Passkontrolle verzichten. Hans Murawa meint: „Manche wollen mit dem Verzicht wohl auch Ärger aus dem Weg gehen. Dabei haben es die Schiedsrichter doch heutzutage recht einfach.“

Fotos im elektronischen Spielbericht können vergrößert werden

Der Staffelleiter regt an, dass sich die Unparteiischen mit ihrem Handy oder Tablet hinstellen und die Fotos in den elektronisch erfassten Aufstellungen mit den Kadern abgleichen. Murawa: „Da werden optische Unterschiede schnell offensichtlich. Man kann die Fotos auf dem Handy sogar vergrößert darstellen. Und im nächsten Schritt kann man die betreffenden Spieler nach dem Geburtsdatum fragen.“

Der ehemalige Kreis-Schiedsrichterobmann Markus Häbel (MItte), hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2003, deckte 2005 auf einen Schlag vier schwarze Schafe auf.

Der ehemalige Kreis-Schiedsrichterobmann Markus Häbel (MItte), hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2003, deckte 2005 auf einen Schlag vier schwarze Schafe auf. © Jens Lukas

Zumeist bereiten die Trainer, die nicht spielberechtigte Akteure auf sogenannter „Kohlenkarte“ einsetzen, diese Spieler nicht auf solch eine Situation vor. Oder die Kohlenkarten-Spieler können sich das ihnen fremde Datum nicht merken. Eine Anekdote erzählt Hans Murawa in diesem Zusammenhang. Nämlich jene, in der der ehemalige Kreisschiedsrichter-Obmann Markus Häbel gleich vier Schwarze Schafe erwischte.

Jetzt lesen

Im Gespräch mit unserer Redaktion erinnert sich Häbel - 15 Jahre später. Er sagte: „Das war im Jahr 2005 beim Spiel des SV Dingen II gegen den DSC Wanne II. Der Dingener Trainer hatte damals Leute aufgestellt, die zwar gut spielten, aber ansonsten nicht sehr helle Gedanken hatten. Sie sprachen sich im Spiel mit ihren richtigen Namen gegenseitig an. Die standen aber alle nicht auf dem Spielberichtsbogen.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt