Ein Spieler von Wacker Obercastrop plädiert für einen Saisonabbruch

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Die Fußballer von Wacker Obercastrop warten auf eine offizielles Zeichen, wann und wie die Westfalenliga-Saison fortgesetzt wird. Einer von ihnen sieht für eine akzeptable Spielzeit schwarz.

Castrop-Rauxel, Obercastrop

, 22.11.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für einen Neuling kann sich die Bilanz sehen lassen: Der SV Wacker Obercastrop bekleidet nach dem achten Spieltag seiner Westfalenliga-Premierensaison den fünften Rang. Mit 16 von 21 Punkten und nur einem Gegentor. Der Spitzenreiter TuS Bövinghausen hat mit der zweitbesten Abwehr der Liga bereits sieben Gegentreffer.

Einem Obercastroper fehlen die Kabinengespräche

Während des Lockdowns im November und auch der Verbands-Spielpause im Dezember haben die Wackeraner das Ohr auf dem Gleis. Um mitzubekommen, ob bereits im Januar anstatt Mitte Februar weitergespielt wird. Noch nicht endgültig geklärt ist, wann die Saison 2020/21 endet - und wie sie gewertet wird, wenn nicht alle Partien ausgetragen werden können.

Set vielen Jahren hängt sich Moritz Budde (r) für den SV Wacker Obercastrop rein - und war in den vergangenen Spielzeiten der Kapitän des Teams.

Set vielen Jahren hängt sich Moritz Budde (r) für den SV Wacker Obercastrop rein - und war in den vergangenen Spielzeiten der Kapitän des Teams. © Volker Engel

Moritz Budde, der als Kapitän den SV Wacker Obercastrop in die Westfalenliga geführt hat, erklärt: „Der Fußball selbst fehlt mir nicht so sehr wie ich ursprünglich gedacht hätte. Ich genieße die freie Zeit sehr. Mehr als den Fußball vermisse ich die Zeit mit meinen Mannschaftskollegen. Die Kabinengespräche.“

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Mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation sei die Entscheidung vernünftig, den Ligabetrieb ruhen zu lassen. Buddes Mitspieler Martin Kapitza meint: „Mir persönlich tut es weh, nicht mit der Mannschaft zusammen zu sein. Mir fehlt das Kicken und das Bierchen danach.“

Derzeit ist eine Saisonfortsetzung im Januar anstatt erst Mitte Februar im Gespräch. Moritz Budde sagt dazu: „Ich würde eine Saisonfortsetzung frühestens ab Mitte Februar befürworten. Ich finde, eine ordentliche Vorbereitung ist wichtig. Und ich vermute, dass die Saison sowieso nicht mehr vollständig zu Ende gespielt wird.“

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Zudem seien Rasenplätze im Winter oftmals nicht bespielbar. Weshalb sich im Spielplan bei einem verfrühten Beginn einige Partien wieder verschieben könnten. „Wir sind Amateure, ich würde nichts unnötig überstürzen“, so Budde. Martin Kapitza juckt es offenbar in den Füßen. Denn er sagt: „Sportlich gesehen würde ich mich freuen, wenn wir ab Januar wieder kicken können.“ Mit der Corona-Gefahr im Alltag sei das aber wohl nicht zu realisieren.

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Moritz Budde empfindet Dortmunder Modell als fair

Für die Wertung der aktuellen Saison sind verschiedene Varianten einer 50-Prozent-Regel im Gespräch. Budde empfindet dieses Vorgehen als „fair“. Der Wacker-Spielführer findet das Gedankenspiel des Fußballkreises Dortmund interessant. Demnach zählen die bisherigen Spiele. Es wird weitergespielt. Die Saison kann nach Quotientenregel gewertet werden, wenn jedes Team zumindest einmal gegen jedes andere gespielt hat.

Martin Kapitza (l.) macht sich Sorgen, dass die Saison 2020/21 nicht komplett ausgespielt wird. Er plädiert für einen Abbruch, wenn sich das im Frühjahr so anbahnt.

Martin Kapitza (l.) macht sich Sorgen, dass die Saison 2020/21 nicht komplett ausgespielt wird. Er plädiert für einen Abbruch, wenn sich das im Frühjahr so anbahnt. © Volker Engel

Kein Freund der 50-Prozent-Regel ist Martin Kapitza. Er möchte eine komplette Abschluss-Tabelle sehen - und meint: „Ich halte von dieser Regelung überhaupt nichts. Eine echte Saison ist nur eine mit einer Abschluss-Tabelle mit allen Spielen.“

Wenn sich anbahnt, dass es keine komplette Saison wird, plädiert Kapitza für „Abbruch“. Er erklärt: „Wenn alle Stricke reißen, muss das so sein. Diesmal ohne Aufsteiger und Absteiger. Und alle spielen in der Saison 2021/22 dort, wo sie jetzt sind.“

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Und wenn es doch unbedingt über eine 50-Prozent-Regel gehen muss? Dann würde sich Martin Kapitza maximal mit dem Dortmunder Modell anfreunden - weil sein Team dann mindestens einmal auf jedes andere der Westfalenliga getroffen wäre.

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