Eishockeyspieler Bastian Schroll spricht über Chancen des Erfolgs

Silbermedaille des Nationalteams

Das deutsche Nationalteam sorgte bei Olympia mit Silber für Furore. Seit 2011 spielt der Ickerner Bastian Schroll Eishockey. Zuletzt war der Torhüter für die Eisadler Dortmund in der Landesliga aktiv, seit Oktober spielt er wieder für die zweite Mannschaft des Herner EV in der Bezirksliga. Im Interview spricht er über den Erfolg des Nationalteams und die Chancen, die dadurch für den Eishockeysport entstehen können.

Castrop-Rauxel

, 27.02.2018, 18:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die deutschen Eishockey-Nationalspieler Frank Hördler (v.l.), Jonas Müller, Dominik Kahun und Yasin Ehliz freuen sich über die Silbermedaille bei Olympia.

Die deutschen Eishockey-Nationalspieler Frank Hördler (v.l.), Jonas Müller, Dominik Kahun und Yasin Ehliz freuen sich über die Silbermedaille bei Olympia. © picture alliance / Michael Kappe

Haben Sie die deutschen Spiele bei Olympia verfolgt?

Ehrlich gesagt konnte ich nur das Endspiel schauen, da die Spiele vormittags stattfanden, da musste ich arbeiten.

Hat Sie das Abschneiden der deutschen Mannschaft überrascht?

Ja. Ich habe mit dem siebten oder achten Platz gerechnet. Es war schon etwas überraschend, dass das Spiel gegen die Schweiz gewonnen wurde. Beide Teams liegen etwa auf einer Augenhöhe. Alles danach war überhaupt nicht zu erwarten.

Sie stehen selbst im Tor. Schauen Sie dann automatisch auch mehr auf die Leistung der Keeper?

Ja, tatsächlich. Der Fokus liegt mehr in Richtung Torhüter. Ich schaue mir beispielsweise das Stellungsspiel genau an.

Und wie bewerten Sie die Leistung des deutschen Keepers Danny aus den Birken?

Im Endspiel bekam der Keeper zwei Tore über die Schulter auf der Stockhandseite. Da kann man eigentlich nicht mehr viel machen. Das ganze Tor kann man sowieso nicht abdecken, irgendwo gibt es immer eine Lücke. Aber die ist dann nicht viel größer, als eine DVD-Hülle. Wir Torhüter agieren in der Hinsicht nach der Wahrscheinlichkeit, wo der Ball am ehesten hingeht.

Vor allem beim Endspiel war es auffällig, dass auch viele Eishockey-Neulinge die Partie verfolgt haben. Haben Sie auch ein erhöhtes Interesse an dem Sport festgestellt?

Bei Facebook sind mir einige Leute aufgefallen, die plötzlich Eishockey geschaut haben. Überraschend waren auch Aussagen von Arbeitskollegen, die auf mich zukamen und fragten: „Hey, du spielst doch Eishockey, oder? Ist das normal, wie die bei Olympia auftreten?“ Das Interesse stieg quasi von „gar nicht“ auf einige Stufen höher.

Glauben Sie, dass nun ein Eishockey-Hype entstehen kann?

Es kann gut sein, dass nun beispielsweise beim Herner EV ein paar Zuschauer mehr als üblich in die Halle kommen. Aber bald ist eine mehrmonatige Pause zwischen den Saisons, dann könnte es auch schnell wieder ruhiger um den Eishockeysport werden.

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Bastian Schroll, 30 Jahre alt, spielt seit 2011 Eishockey. Angefangen hat er in einer Hobbymannschaft, dann ging es zur zweiten Mannschaft des Herner EV, mit der er eine Saison (2015/16) lang gar in der Regionalliga auflief. Nach einem Jahr bei den Eisadlern Dortmund kehrte er nun zum Herner EV zurück.
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