Experten-Analyse: Wie groß sind die Chancen von Chris Führich beim BVB?

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Kann der Castrop-Rauxeler Nachwuchsfußballer Chris Führich den Sprung in den Profikader des BVB schaffen? Eine Aussage von Marco Reus lässt aufhorchen. So schätzen das unsere BVB-Experten ein.

von Leon Elspaß, Jürgen Koers, Dirk Krampe

Castrop-Rauxel

, 16.01.2020, 08:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Castrop-Rauxeler Chris Führich (22) spielt seit dieser Saison für die U23 von Borussia Dortmund in der Fußball-Regionalliga. Im Jahr 2017 lief er zweimal für den 1. FC Köln in der Bundesliga auf. Aber wie geht nun seine Fußball-Karriere weiter? Schafft er den Sprung nach ganz oben?

Eine Aussage von BVB-Teamkollege Marco Reus lässt nun aufhorchen: Führich habe einen „guten Zug zum Tor“, sagte der Mittelfeld-Star nach dem Trainingslager des BVB in Marbella. Er sei ebenso kombinations- wie dribbelstark - drei Argumente dafür, dass der Castrop-Rauxeler an diesem Sprung in dieser Winterpause stark gearbeitet hat.

Reporter Leon Elspaß über seine Halbserie in der Regionalliga-U23:

18 Mal spielte Führich in dieser Saison in der Regionalliga für den BVB II. Er fehlte nur beim Spiel bei Fortuna Köln (2:0) wegen einer Erkältung. Ansonsten lief er meist über den linken Flügel auf, bereitete fünf Tore vor und erzielte selbst drei.

Führich, der in Castrop-Rauxel geboren wurde und in der Jugend bereits für Dortmunds U17 auflief, zeichnen seine flinken Bewegungen und die enge Ballführung auf. Der 22-Jährige ist ein Dribbler, ein Unterschiedsspieler. An guten Tagen mischt er gegnerische Defensivreihen damit auf, an schlechteren erzielte er wenig Wirkung.

Am Torabschluss muss er noch arbeiten: Denn der starke Rechtsfuß ließ in der Saison einige gute Gelegenheiten ungenutzt, könnte schon deutlich mehr Treffer unter dem persönlichen Bilanzstrich stehen haben. Zuweilen war es Pech, in machen Situationen aber auch Unvermögen.

Fazit: Führich besitzt besondere Anlagen, die ihn aus der U23-Belegschaft herausstechen lassen.

Einschätzung unseres BVB-Reporters Jürgen Koers aus dem Trainingslager:

Diese Szene kam wie gerufen: Chris Führich hatte Platz, um Tempo aufzunehmen. Enge Ballführung, ab ging es in Richtung Tor. Parallel zum Strafraum von Feyenoord Rotterdam zog er am ersten Gegenspieler vorbei, dann am zweiten. Ein satter Schuss mit rechts in die rechte untere Ecke – Tor! Ein ganz besonderer Moment für den 22-jährigen Jungen aus Castrop-Rauxel: Führich trifft zum 4:1 für den BVB. Axel Witsel und Achraf Hakimi zählen zu den ersten Gratulanten.

Im Winter-Trainingslager durfte Führich mit den Dortmunder Profis nach Marbella reisen. Trainieren, spielen, lernen. Die Nummer 36 legte nach kurzer Zeit die anfängliche Scheu ab und drängte sich in den Vordergrund. In den Testspielen gegen Standard Lüttich (90 Minuten) und Feyenoord (45 Minuten) agierte er in der Offensive einsatzfreudig, lebendig, mutig.

Stärken: Guter rechter Fuß, gutes Tempo, ordentliche Ballbehandlung

Schwächen: Linker Fuß, körperliche Robustheit, taktisches Verständnis

Einschätzung unseres BVB-Reporters Dirk Krampe aus dem Trainingslager:

Am Anfang der Tage an der Costa del Sol merkte man Chris Führich den Respekt vor der Aufgabe an. In der Kabine neben Mats Hummels oder Mario Götze zu sitzen und auf dem Platz zu stehen, ist halt was anderes als neben einem der bekannten U23-Teamkollegen.

Tempo, Intensität, Zweikampfhärte, in jeder Minute des Trainings an die eigenen Grenzen gehen zu müssen, immer hoch konzentriert zu bleiben – an die Anforderungen auf Profi-Niveau musste sich Führich wie alle anderen Nachwuchskräfte, die der BVB mit nach Marbella genommen hatte, erst gewöhnen. Entsprechend groß war zu Beginn noch die Lücke zu den etablierten Spielern des Bundesliga-Kaders.

Doch Führich zeigte sich lernfähig - und er legte auch die anfängliche Scheu ab. Im Test-Doppelpack am vorletzten Tag des Trainingslagers hinterließ er einen starken Eindruck, nach seiner Einwechslung für Marco Reus zur Pause in der Partie gegen Rotterdam bereitete er einen Treffer vor und erzielte das 4:1 mit einem beherzten Solo-Lauf selbst. Trainer Lucien Favre klatschte Beifall.

Fazit: Noch ist der Weg weit, der Sprung aus der Regionalliga ist riesig. Weitere Chancen, sich zumindest im Training zu zeigen, dürften für Chris Führich aber bald folgen.

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