Die Landesliga-Fußballer des FC Frohlinde spielten nur 2:2 bei Viktoria Resse. Erst auf dem Heimweg wussten sie, wie die Verfolger gespielt haben. Die Partien bis zur Kreisliga B im Überblick.

von Hermann Klingsieck, Jörg Bollenbach, Christian Woop, Jens Lukas

Castrop-Rauxel

, 04.11.2018, 22:04 Uhr / Lesedauer: 6 min

Echte Freude wollte beim Landesliga-3-Spitzenreiter FC Frohlinde nach dem 2:2 (1:1) bei Viktoria Resse nicht aufkommen. Verständlich, hatte man die 2:1-Führung in der 84. Minute nicht über die Zeit bringen können. Ein Lächeln wird bei Frohlindes Spielern wohl erst wieder aufgekommen sein, als sie von der 2:3-Niederlage des direkten Verfolgers SC Obersprockhövel beim TuS Wiescherhöfen hörten.

Viktoria Resse - FC Frohlinde 2:2 (1:1)

FROHLINDE: Schultz; Neese, Janicki, Matuszak, Behrend, D. Wurst, A. Ceric (61. Muzaffer), Liskunov, E. Ceric (46. Muth), Wohlfarth, Brewko (82. M. Erdmann).

Tore: 0:1 (34.) Liskunov, 1:1 (43.), 1:2 (84.) Liskunov, 2:2 (86.).

Zuschauer: 100.

„Nichts“, sagte Trainer Stefan Hoffmann nach dem Schlusspfiff auf die Frage, was ihm an diesem Spiel gefallen habe. Ganz falsch lag Frohlindes Übungsleiter damit nicht. Irgendwie fehlte dem Ganzen die Würze, sprich: gefährliche Torszenen. Es gab mehr Kampf und Krampf als fußballerische Glanzlichter. Einzig fröhlich im Stadion war trotz des soeben noch mittelmäßigen Kicks dann Resses Edelfan-Trommler-Combo.

In den ersten 45 Minuten gab es im Grunde nur zwei herausstechende Torchancen. Die erste hatte Viktoria Resse in Minute 14, als Frohlindes Keeper Daniel Schultz das Spielgerät nach einem harmlosen Kopfball aus den Händen direkt vor die Füße von Lukas Tomanek gleiten ließ, der sich jedoch das Kunststück erlaubte, den Ball aus sechs Metern übers leere Tor zu befördern. Dann war da noch Frohlindes 1:0 (34.) von Dietrich Liskunov, der aus spitzem Winkel flach, aber nicht unhaltbar, einschoss. Dass Resse kurz vor der Pause zum 1:1 kam, entsprang eher einer nicht echten Chance: Niklas Holstenkamp nutzte einen Abwehrschnitzer und hob den Ball von der Torauslinie ins lange Eck.

Direkt nach der Pause kam bei Frohlinde Andre Muth. Er sollte als echte Spitze für mehr Gefahr sorgen. Bis auf wenige gute Szenen agierte aber auch Muth glücklos. Zwar besaß der FC Frohlinde die klare Feldüberlegenheit, mehr jedoch nicht. Beim Gastgeber Resse ging indes lange kaum etwas nach vorne. So plätscherte das Spiel weiter kämpferisch zufriedenstellend vor sich hin, ohne die gut 150 Fans jedoch vom Hocker zu reißen.

Erst in der Schlussphase sollte sich etwas tun. Angefangen mit dem 2:1 (84.) für den FC Frohlinde. Die Blitzidee mit einem Pass in die Tiefe war Gold wert: Wiederum war es Dietrich Liskunov, der den Ball flach einnetzte. Jubel beim FC Frohlinde. Der verstummte aber alsbald. Mike Neumann traf im Gegenzug zum 2:2. (86.). Dabei sollte es auch in der dreiminütigen Nachspielzeit bleiben. Einen Sieg hatte letztlich auch keins der beiden Teams verdient.

Freude kam beim Spitzenreiter erst spät nach dem Abpfiff auf

Seinen zweiten von insgesamt vier Treffern bejubelte der Obercastroper Sascha Schröder nach dem 2:2. In diesem Moment hatte sein Team einen frühen 0:2-Rückstand wettgemacht – und setzte sich am Ende gegen die DJK Wattenscheid noch mit 4:2 durch. © Volker Engel

Wacker O´castrop - DJK Wattens. 4:2 (1:2)

OBERCASTROP: Scholka; Fritsch, Jasmund, Hoffmann, Schröder, Ucles Martinez (81. Niebert), Kitowski (71. L. Budde), Queder, Breitag, M. Budde, Franke (88. Pape).

Tore: 0:1 (2.), 0:2 (10.), 1:2 (29.) Schröder, 2:2 (54.) Schröder, 3:2 (63./FE) Schröder, 4:2 (90.+3) Schröder.

Zuschauer: 50.

Zwischen dem SV Wacker Obercastrop und DJK Wattenscheid tickte bereits die 94. Minute in der Fußball-Landesliga. Dann folgte endlich der ersehnte Abpfiff. Der SV Wacker gewann am Sonntag im Abstiegskampf völlig verdient mit 4:2. Was folgte, war Freude pur, denn eine Spielertraube herzte Sascha Schröder, der alle vier Treffer erzielte und im zweiten Abschnitt einen lupenreinen Hattrick markierte.

Dabei begann die Partie alles andere als optimal. Zwei schnelle Tore zum 0:2 (3./ 11.) der Wattenscheider, warfen die Taktik der Gastgeber über den Haufen. „Wir wollten eigentlich ganz anders spielen“, ärgerte sich Wacker-Trainer Aytac Uzunoglu über die verschlafene Anfangsphase. Ab der 25. Minute wurde es besser und seine Elf erspielte sich Möglichkeiten zum 1:2. Dieses gelang auch: Nach einer Linksflanke drückte Sascha Schröder das Leder mit dem Fuß zum 1:2 (29.) über die Linie. Anschließend hatte Bastian Fritsch eine gute Chance den Ausgleich zu erzielen, aber er scheiterte am DJK-Keeper.

Nach dem Seitenwechsel prophezeite Coach Uzunoglu: „Ich habe den Spielern gesagt, dass wir noch gewinnen werden.“ Er sollte Recht behalten, denn Wacker Obercastrop kam mit einer völlig veränderten Taktik aus der Kabine. Die Castrop-Rauxeler spielten nun aggressiv und und störten die Wattenscheider bereits im Spielaufbau.

Das Rezept schmeckte den Gästen so gar nicht. Der Ausgleich war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld wurde Sascha Schröder im Sturm bedient. Dieser traf per Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:2 (54.). Der SV Wacker war nur noch in der Vorwärtsbewegung. Als Stefan Kitowski im Strafraum gelegt wurde, zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Auch hier übernahm Schröder Verantwortung: Er schnappte sich das Leder, legte es auf den Punkt und versenkte es zum 3:2 (64.). Die Wattenscheid bauten nun immer mehr ab – und in der letzten Spielminute traf wieder Schröder nach einem Alleingang zum 4:2-Endstand.

SG Castrop - SW Röllingh. 4:0 (1:0)

CASTROP: Heuser; Lukat, B. Meyer-Drabert, Chergui, Springwald (79. D. Klein), Dannemann, Schenkel (79. Kourouma), Wagener (83. Bellahcen), Ballmann, R. Rupieper, Holtkamp.

Tore: 1:0 (29.) Wagener, 2:0 (65.) Chergui, 3:0 (75./FE) Holtkamp, 4:0 (87.) Kourouma.

Zuschauer: 50.

Bes. Vorkommnisse: Castrops Wagener verschießt Foulelfmeter (5.).

Dass es gegen den Tabellenletzten unangenehm werden würde, war SG Castrops Trainer Dennis Hasecke vor der Partie klar. „Wir haben uns darauf eingestellt, dass sie nur umschalten und nicht das Spiel machen wollen“, sagte Hasecke. Und offenbar haben seine Schützlinge beim am Ende deutlichen 4:0-Erfolg über SW Röllinghausen die Maßgaben des Übungsleiters beherzigt.

SG-Schlussmann Pascal Heuser verbrachte demnach einen ruhigen Nachmittag. Nach vorne brachte Röllinghausen fast gar nichts zustande. Aber auch die Castroper taten sich lange Zeit schwer, weil sie ein frühes Tor verpassten. Der Führungstreffer lag dabei nach wenigen Minuten auf dem Silbertablett. Genauer gesagt: auf dem Elfmeterpunkt. Abdellatif war im Strafraum gefoult worden, Kevin Wagener vergab jedoch den fälligen Strafstoß. Besser machte es in der 22. Minute Timo Springwald, der Castrop mit 1:0 in Führung brachte.

Nachlegen konnte die SG jedoch zunächst nicht. Chergui und Timo Ballmann kombinierten sich kurz vor der Pause durch den gegnerischen Strafraum und sahen den freistehenden Springwald. Dessen Schuss wurde noch von einem Röllinghäuser geblockt.

Nach der Pause verloren die Castroper ein wenig den Faden. Mit lauten Zwischenrufen musste das Trainergespann Hasecke/Marco Taschke das Team regelrecht aufwecken. Das gelang. Chergui benötigte in der 65. Minute exakt zwei Ballkontakte, um das 2:0 zu erzielen. Der erste, eine schöne Ballmitnahme mit der Brust, der zweite, ein Heber über den herauseilenden Keeper.

Auch am 3:0 in Minute 75 hatte der Sommer-Neuzugang von Arminia Ickern seine Beine im Spiel. Seinen Vorstoß zur Grundlinie konnten die in der zweiten Halbzeit stellenweise überforderten Gäste-Verteidiger nur mit einem Foulspiel stoppen. Dieses Mal trat beim Strafstoß Ingmar Holtkamp an. Sein Schuss mit dem Vollspann knallte zunächst an die Unterkante der Latte, sprang von da aber knapp hinter die Torlinie. Der eingewechselte Youssouf Kourouma traf drei Minuten vor Schluss noch zum 4:0-Endstand.

Schützenhilfe bekamen die Castroper zusätzlich aus Langenbochum. Die dort beheimatete SW Westfalia, der Tabellenvierte, schlug Spitzenreiter Vestia Disteln mit 3:0. Damit verkürzte die SG nach dem 13. Spieltag den Rückstand auf Platz eins auf einen Zähler.

Spvg Schwerin - SF Stuckenb. 3:0 (0:0)

SCHWERIN: Meschkis; Dykierek (85. Decke), Sänger, Horn, Schemel (70. Niehage), El Marsi, Kapitza, Gönül (70. Wikczynski), Ceylan, Zimmermann, Jürgens.

Tore: 1:0 (50.) Kapitza, 2:0 (73.) Jürgens, 3:0 (90.) Wikczynski.

Vom zehnten auf den achten Platz der Bezirksliga-Tabelle sind am Sonntag die Fußballer der Spvg Schwerin vorgerückt. Zuvor hatten sie am heimischen Grafweg mit 3:0 (1:0) gegen den Tabellensiebten SF Stuckenbusch aus Recklinghausen gewonnen.

Freude kam beim Spitzenreiter erst spät nach dem Abpfiff auf

Nach dem Elfmetertreffer zum 3:0 durch Ingmar Holtkamp (r) beglückwünschte ihn Timo Springwald zum Tor. Springwald selbst hatte mit seinem 1:0 den Torreigen, der erst nach dem 4:0 beendet war, begonnen. © Volker Engel

Durch den Sieg verbuchen die Schweriner aus den vergangenen vier Partien 12 von 15 möglichen Punkten. Ihr Co-Trainer Frank Rupieper, der seinen urlaubenden Chef Marco Gruszka auf der Bank vertrat, sagte nach der Partie: „Wir achten zwar auch immer auf die unteren Ränge. Wenn wir unser Spiel aber immer wie heute auf den Platz bringen können, werden wir in der Tabelle noch einige Plätze nach oben klettern können.“

Am Sonntag hatte die Spvg in der ersten Halbzeit das Glück, dass ein Stuckenbuscher Schuss nur am Pfosten landete. Bei der Halbzeitansprache verbreitete Rupieper bei seinen Mannen trotz des noch fehlenden Tores Zuversicht. Und wurde schnell bestätigt: Martin Kapitza netzte nach einem Lauf über die rechte Seite flach zum 1:0 (50.) ein. Danach hatten die Schweriner eine 10-minütige Schwächephase, blieben aber unbeschadet. Sehenswert war das 2:0 (73.) von Niklas Jürgens. Er lief durch das Mittelfeld und schoss wuchtig aus 30 Metern in den rechten oberen Torwinkel.

„Den Deckel drauf“, so Coach Rupieper, machte Marvin Wikczynski mit dem 3:0 (90.) auf Vorarbeit von Niklas Jürgens.

SG Herne 70 - FC Frohlinde II 5:0 (3:0)

FROHLINDE II: Brandenburger; Metz (73. Büker), Muzaffer, Schickling (64. Herrmann), Vierhaus, Klaus, Dervisbegovic, Karajic, Fülling (64. Goebel), Groß, Kuit.

Tore: 1:0 (36.), 2:0 (38.), 3:0 (43.), 4:0 (85.), 5:0 (88.).

TSK Herne - Arminia Ickern 1:0 (0:0)

ICKERN: Sykora; C. Kampe, Welskopf, Pöschl, Nowotny, Ala. Alic, Rasinlic, Ofosa, Alm. Alic, Weitz, Weber (36. Riedel).

Tore: 1:0 (81.).

FC Castrop-R. - SuS Merklinde 0:0

CASTROP-RAUXEL: Dante; Strieder, Budde, Schwarz, Cittrich, O. Cakir (80. Laudien), Kasprzak, E. Alic (67. Krasniqi), Schaefer, Öz, A. Celik (74. Junge) – MERKLINDE: Möhrs; Sommer, Beltowski, Gaida, Simsek, Do. Bönnemann, Turan, Murano, Ott, Durmis, Da. Bönnemann.

Tore: Fehlanzeige.

Bes. Vorkommnisse: Rote Karte gegen Castrops Strieder (79.) nach einer „Notbremse“.

Teut. Waltrop - TuS Hen´burg 3:1 (0:0)

HENRICHENBURG: Frecker; Schaack, Chr. Grum, Philipp, Köhnen (61. Waack), Böcker, Drees, J. Niewind, Engel, Nelson, Sadikovic (75. Scheurer).

Tore: 1:0 (57.), 1:1 (60./FE) Chr. Grum, 2:1 (62.), 3:1 (70.).

Fort. Herne II - VfB Habinghorst 2:2 (0:1)

HABINGHORST: Jarkulisch; Latrach, E. Caliskan, Teuber, Kock (46. Both), Gorzolnik (38. Borys), Schlingermann (46. Bragin), Eckey, Steger, Trottenberg, Schrimpf.

Tore: 1:0 (28.), 1:1 (61.) Eckey, 1:2 (65.) Teuber, 2:2 (90.+5).

Falkenh. Herne II - Vict. Habingh. 1:3 (1:1)

VICTORIA: Cittrich; Marche, Sausmikat, G. Henseleit, Gerlach, Bäcker (40. Werner), Grenda, Zastrow, Kremer, Scheidle, Jacke (46. Maurer).

Tore: 0:1 (13.) Gerlach, 1:1 (40.), 1:2 (55.) Gerlach, 1:3 (80.) Kremer.

W. Obercastrop II - Elpeshof Herne 1:0 (1:0)

OBERCASTROP II: Hose; Janicki, Rachner, Schulz, Korn, Uguz (75. Okutucu), Stammers, Froncek, Atzeni, Kocakaya, Reinholz (83. Kirac).

Tor: 1:0 (6.) Korn.

Spvg Schwerin II - Spvg Horsth. II 5:2 (2:1)

Schwerin II: Hiedels; Braun, Dinter, Lau, Neumann, Demiryürek, Mavridis, Jansen (90.+3 Hupfeld), Kupka (72. Genc), Elsner, Achakzi (61. Giwjorra).

Tore: 0:1 (9.), 1:1 (18.) Kupka, 2:1 (40.) Dinter, 2:2 (60.), 3:2 (72.) Braun, 4:2 (87.) Elsner, 5:2 (88.) Demiryürek.

Bes. Vorkommn.: Rot gegen Horsthausen II (75.).

SF Habingh./Dingen - RSV Holth. 5:2 (2:1)

HABINGHORST/DINGEN: Wesche; Demircan, Kurnaz, Ersin, Özbek, Bingölo (46. Tiris), Neagu (61. Karassaridis/84. Dudel), Kessen, Ertürk, Yilmaz, Biyik.

Tore: 0:1 (6.), 1:1 (35.) Özbek, 2:1 (42.) Biyik, 2:2 (80.), 3:2 (83.) Özbek, 4:2 (84.) Yilmaz, 5:2 (90.+3) Dudel.

Eintracht Ickern - Arm. Sodingen 10:1 (6:0)

EINTRACHT: Foltmann; Tann, Birhimeoglu (46. Sahinli), Kaya, Tunc, El Moutaouafik, Dündar, Y.-D. Öztürk, S. Bal (46. A. Erdogrul), Coskun (46. Kantarci).

Tore: 1:0 (19.) Tann, 2:0 (22.) Tunc, 3:0 (24.) Y.-D. Öztürk, 4:0 (25.) Tann, 5:0 (30.) Tann, 6:0 (43.) Tunc, 7:0 (48.) Sahinli, 8:0 (50.) Tann, 8:1 (72.), 9:1 (75.) Y.-D. Öztürk, 10:1 (85.) Sahinli.

Bes. Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte (68.) gegen Sodingen.

Teut. SuS Waltrop II - TuS H´burg II 7:0 (4:0)

HENRICHENBURG II: Kahlert; Hufnagel, Karow, Kobylanski, Boschella (11. Steinchen), D. Ludwig (55. Tost), Bogatinis, Stehle, S. Pöther, Remmers, Seggewiß.

Tore: 1:0 (12.), 2:0 (29.), 3:0 (39.), 4:0 (43.), 5:0 (74.), 6:0 (77.), 7:0 (82.).

Lesen Sie jetzt