Friedhelm Schwarze - bei Rehhagel hatte er keine Chance

100 Jahre BVB

CASTROP-RAUXEL Vier Jahre lang war er Stammspieler beim BVB. Allerdings zwischen 1972 bis 1976 - also in einer Zeit, in der Borussia Dortmund eine schwierige Phase durchmachte. Der Castroper Friedhelm Schwarze musste mit den Schwarz-Gelben in der Regionalliga West ran - und das nur sechs Jahre, nachdem der BVB den Europokal gewonnen hatte.

von Von Jörg Laumann

, 26.11.2009, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Friedhelm Schwarze, der 1970 als 17-Jähriger von seinem Heimatverein SG Castrop zu den BVB-Amateuren gewechselt war, bedeutete der Neuanfang des Vereins in der Regionalliga den Sprung in die erste Mannschaft. In der Saison 1972/73 stand der Defensivspieler in 16 Ligaspielen für das Team von Trainer Detlev Brüggemann auf dem Platz, unter anderem beim 9:0-Kantersieg im letzten Spiel gegen Preußen Münster.

Die Rückkehr in die erste Liga gelang den Borussen als Tabellenvierter jedoch nicht. Schwarze und seine Mannschaftskollegen verweilten auch noch im Unterhaus, als 1974/75 die 2. Bundesliga eingeführt wurde. "Fitsche" Schwarze erlebte mit dem Dortmunder Team den Umzug von der "Roten Erde" ins schmucke neue Westfalenstadion und schaffte mit dem BVB am Ende der Spielzeit 1975/76 den ersehnten Wiederaufstieg. Mit 20 Saisoneinsätzen war er maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt. Insgesamt konnte der junge Castroper zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 80 Einsätze in der Regionalliga und der 2. Bundesliga vorweisen.

Der Freude über das Erreichen der höchsten deutschen Spielklasse folgte für Schwarze jedoch die Enttäuschung. Zwar feierte er am 8. Spieltag noch sein Erstliga-Debüt beim 3:3 gegen Bayern München, konnte sich aber in der Folgezeit keinen Stammplatz mehr erarbeiten. Der neue Trainer Otto Rehhagel, der Horst Buhtz abgelöst hatte, gab dem Castroper kaum noch eine Chance. Lediglich ein weiteres Erstliga-Spiel (1:2 in Kaiserslautern) und ein Einsatz im DFB-Pokal (0:0 in Aachen) kamen zu Schwarzes Statistik hinzu.

Danach war der Fußball-Profi zwei Jahre lang zur Untätigkeit verdammt. Schwarze wollte den BVB gerne verlassen, konnte aber aufgrund seiner Vertragssituation mit einer recht hohen festgeschriebenen Ablösesumme keinen neuen Verein für sich begeistern. Erst ab 1979 setzte er seine Laufbahn in der Schweiz beim Erstligisten FC Zug fort. Zwei Jahr später lag Schwarze eine Offerte der San Diego Sockers aus der seinerzeit boomenden US-Profiliga vor. Wegen einer schwerwiegenden Fußverletzung musste er jedoch auf das lukrative Engagement verzichten.Mit Toni Schumacher im DFB-A-Jugend-Kader

So endete die Fußballerlaufbahn des heute 55-Jährigen frühzeitig. Der ehemalige Profi, der heute wieder in seiner Heimatstadt Castrop-Rauxel lebt, lief 1985 noch einmal kurzzeitig für den damaligen Verbandsligisten Spvg Schwerin auf. Ein Jahr, das Schwarze später in der Rückschau als "nicht so positiv" einstufte.

Dennoch blieb dem Castroper Friedhelm Schwarze der Blick auf eine durchaus bemerkenswerte Karriere mit über 100 Profi-Einsätzen in Deutschland und der Schweiz. Zu Beginn der 70er Jahre war "Fitsche" sogar für die A-Junioren-Nationalmannschaft des DFB nominiert worden: Dort lief er an der Seite von später prominenten Sportkameraden wie "Toni" Schumacher, Karlheinz Körbel und Bernd Dürnberger auf.

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