Frohlinde rutscht spät aus in Kemminghausen, Wackeraner trotzen der Unterzahl

mlzFußball-Landesliga

In der Fußball-Landesliga bekam Spitzenreiter FC Frohlinde einen Dämpfer. Mit einem 0:1-Rückstand und einer Roten Karte musste der SV Wacker Obercastrop leben.

Kemminghausen, Obercastrop

, 10.02.2019, 20:32 Uhr / Lesedauer: 3 min

Landesliga 3

VfL Kemminghausen - FC Frohlinde 1:0 (1:0)

FROHLINDE: Schultz; Neese, T. Janicki, Lauth, Matuszak, T. Erdmann (75. Sube), Liskunov, A. Cercic (86. Obi), El. Ceric, Brewko (57. Behrend), Flaczek.

Tor: 1:0 (86.).

Zuschauer: 150.

Eigentlich war es ein typisches 0:0-Spiel gewesen. Das erste Landesliga-Spiel des Spitzenreiters FC Frohlinde nach der Winterpause endete allerdings mit einer Niederlage. Der FCF musste sich durch ein Tor in der 86. Minute beim abstiegsgefährdeten VfL Kemminghausen (15.) in Dortmund geschlagen geben.

Frohlindes Trainer Stefan Hoffmann hatte sich am Gretelweg bereits darauf eingerichtet, im ersten Spiel des neuen Jahres mit einem Punkt nach Hause zu fahren. Hoffmann: „Das wäre für alle in Ordnung gewesen.“ Zumal die FCF-Verteidigung sehr sattelfest gestanden und alle langen Bälle der Gastgeber abgefangen hatte. Der Gegentreffer fiel dann nach einem Freistoß und war nur schwer zu verteidigen. Dem kurz zuvor eingewechselten Alex Sube war ein Foul auf der linken Seite unterlaufen.

Die Freistoßflanke zog der kurz zuvor eingewechselte Daniel Jänicke auf den ersten Pfosten. Hier verwertete Markus Bednarek den Ball per Kopf.

Stefan Hoffmann betonte: „Das hat der Torschütze wirklich gut gemacht. Wir wussten auch, dass er ein guter Kopfballspieler ist.“

Mit jeweils einem Pfostentreffer in der ersten und der zweiten Halbzeit hatte Frohlindes Kapitän Dietrich Liskunov das 1:0 auf dem Fuß. Auf Pass des eingewechselten Dominik Behrend traf Liskunov eine Viertelstunde vor dem Ende gar ins Netz, wurde aber von Schiedsrichter Cengiz Kabalaki (Gelsenkirchen) zurückgepfiffen. Hoffmann: „Es war Abseits. Das hat mir unser Reserve-Torwart Dany Seck bestätigt. Er hatte es gesehen.“

Keeper köpft auf das Tor

„Es war ein Sieg der Leidenschaft. Die Mannschaft hat eine unheimliche Willensleistung abgeliefert“, freute sich Kemminghausens Trainer Reza Hassani über den unerwarteten Erfolg. Sein Kapitän Jonas Keimer war der Turm in der Schlacht in der Defensive und beförderte fast jeden Ball per Fuß oder per Kopf aus der Gefahrenzone.

In der Nachspielzeit warf Frohlinde dann alles nach vorne, sogar Torhüter Daniel Schultz wurde nach vorne beordert. Als Schulz nach einer Ecke knapp über das Tor köpfte, durften die Kemminghauser im Dauerregen durchnässt jubeln.

Frohlinde rutscht spät aus in Kemminghausen, Wackeraner trotzen der Unterzahl

Lange Zeit sah es so aus, als ob diese Szene spielentscheidend sein würde: In der 30. Minute sah Obercastrops Julian Ucles Martinez (l) die Rote Karte von Schiedsrichter Yannick Rupert. Zu diesem Zeitpunkt stand es 0:1. © Volker Engel

Wacker O´castrop - SV Sodingen (0:1)

OBERCASTROP: Scholka, Mar. Hoffmann, Schröder, Ucles Martinez, Kitowski, Queder, Breitag, Mo. Budde, Franke, Nolte, Can.

Tore: 0:1 (7.), 1:1 (65.) Breitag, 2:1 (90.+1.) L. Budde.

Bes. Vorkommnis: (30.) Rote Karte gegen Ucles Martinez (Wacker) wegen Tätlichkeit.

Zuschauer: 100.

Linus Budde brachte in der Nachspielzeit den glatten Kunstrasen in der Erin-Kampfbahn zum Kochen. Er stach als Joker zum 2:1 (0:1)-Sieg der Landesliga-Fußballer des SV Wacker Obercastrop (9.) gegen den SV Sodingen (2.).

Der Wacker-Vorsitzende Martin Janicki gesellte sich mit in den Siegerkreis nach dem Schlusspfiff und stimmte den großen glücklichen Wacker-Chor tanzend an, mit dem Ruf: „Einmal Wacker, immer Wacker.“ Christian Breitag hatte in der 65. Minute das Herner 1:0 (7.) zum 1:1 egalisiert. Fast unglaublich. Eigentlich lief alles gegen die Formation von Wacker-Trainer Aytac Uzunoglu.

Frühes 0:1

Eine unübersichtliche Situation in der siebten Minute hatte den Hernern das 1:0 geschenkt. Torwart David Scholka verließ sein Gehäuse und konnte so dem Schlenzer ins leere Tor von Sodingens Tugrul Aydin zum 0:1 nur hinterherschauen. Entsetzen auf der Tribüne. „Wieder so ein blöder Treffer“, ärgerte sich ein Obercastroper Fan hinter der Bande. Zumal der Tabellenzweite verwundbar schien. Und dann passierte noch viel mehr: Julian Ucles Martinez, von dem der frühere Wacker-Mann Andreas Dornieden sagte „Das ist ein so lieber Kerl“, wurde getreten und trat verärgert nach. Nur das hatte dann wohl der Linienrichter gesehen, der es seinem Chef auf dem Platz, Schiedsrichter Yannik Rupert (Dortmund), eilig vermittelte. Martinez musste mit Rot vom Platz.

Das sah nicht gut für die Heimischen aus. Doch Coach Uzunoglu war guter Dinge. Er zog sogar seine lange Regenjacke aus, um seine dezimierte Truppe anzufeuern. Das gelang, denn die Herner konnten sich trotz Überzahl keine Vorteile erspielen. Für das erste richtige Lebenszeichen sorgten Moritz Budde und Robin Franke, die aber am gegnerischen Torwart scheiterten (40.). Kapitän Budde sagte nach dem Spiel: „Wir haben uns in der Halbzeit etwas vorgenommen, alle waren sauer.“ Und so kamen die Hausherren nach dem Seitenwechsel auch besser ins Spiel. Hinten ließen nun der für Stefan Kitowski nach der Pause gekommene Bastian Fritsch und seine Nebenleute nichts mehr zu. Im Mittelfeld nahm immer mehr der flinke Serhat Can das Match an sich. Und vorne war plötzlich Platz. Robin Franke legte quer und Christian Breitag traf im Stile eines Torjägersfrei vor dem Keeper zum 1:1 (65.).

Die Sodinger schienen verdutzt, verstanden wohl die (Fußball)-Welt nicht mehr. Dabei kam es für sie noch viel schlimmer. Marius Nolte, der nach langer Verletzungspause einen tollen Einstand in der Viererkette lieferte, schickte Moritz Budde auf die Reise. Und dann folgte das, was sicherlich am Abend bei der Familie Budde am Tisch sicherlich Gesprächsstoff Nummer Eins war. Moritz spielte auf Linus, der jüngere der Brüder rutschte in den Ball zum 2:1 – und war fortan unter der Jubeltraube von Kollegen, Trainern und Betreuern nicht mehr zu sehen.

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