Warum sich Annalena Krapp ihren Traum von der Bundesliga nie erfüllen konnte

mlzWas macht eigentlich...?

Die Fußballerin Annalena Krapp träumte von der Bundesliga und dem Nationalteam. Der Traum erfüllte sich nicht, doch ganz begraben möchte die Spielerin des SV Berghofen diesen auch nicht.

von Daniel Djan

Castrop-Rauxel

, 31.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 26-jährige Annalena Krapp aus Castrop-Rauxel steht kurz vor einem der aufregendsten Spiele ihrer Karriere. In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals spielt die Offensivspielerin des Dortmunder Regionalligisten SV Berghofen am 4. August beim Bremer Verbandsligisten TuS Schwachhausen.

Sollten die Dortmunder dieses Spiel gewinnen, könnte es für die Elf um die Habinghorsterin Krapp in der 2. Hauptrunde gegen so klangvolle Namen wie die beiden Bundesligisten VfL Wolfsburg oder 1. FFC Frankfurt gehen. „Gegen solche Gegner dürfte es dann etwas schwieriger werden“, so Krapp. „Aber das wäre trotzdem eine coole Erfahrung.“

Annalena Krapp verpasste knapp die Relegation zur 2. Bundesliga

Nach ihrem Wechsel zum SV Berghofen in der Winterpause 2017/18 hätte Krapp selbst beinahe Bundesligaluft schnuppern können. In ihrer ersten Saison dort landete die Mannschaft aus dem Südosten von Dortmund auf dem vierten Platz und verpasste somit nur knapp die Relegation zur 2. Bundesliga. Früher habe sie dieses Ziel Bundesliga wie so viele Nachwuchsfußballer auch einmal gehabt. Mittlerweile sei sie dafür aber zu alt, sagt Krapp heute. Allerdings: Ganz begraben möchte sie diesen Traum immer noch nicht. „Wenn jetzt jemand kommen würde, um mir ein Angebot zu machen, würde ich wahrscheinlich zumindest darüber nachdenken“, gesteht sie.

Angefangen hat dieser Traum bei Victoria Habinghorst. Dort spielte sie bei den Mini-Kickern zunächst ein Jahr lang im Tor und wechselte dann ins Feld. „Ich habe dann hauptsächlich bei den Jungs, aber auch mit der Mädchenmannschaft gespielt“, sagt Krapp. „In der E-Jugend bin ich dann zu BG Schwerin gewechselt und habe bei den Jungen gespielt.“

Lieber mit den Freundinnen gespielt als in einer höheren Liga

Zur D-Jugend wechselte Krapp zur SG Lütgendortmund und spielte fest bei den Mädchen. Mit zwei kurzen Ausnahmen (ein Jahr beim 1. FFC Recklinghausen und ein dreimonatiger Abstecher zu den York City Ladies nach England) verbrachte sie ihre Jugendzeit bei der SG. Im Juniorenbereich spielte sie dort in der Regionalliga – der höchsten Liga in der Altersklasse. Danach ging es im Seniorenbereich in der gleichen Spielklasse weiter. 2013 folgte dann der Abstieg und die Auflösung der 1. Mannschaft der SG Lütgendortmund.

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„Viele Spielerinnen sind dann zum SV Berghofen gegangen“, erklärt Krapp. „Meine Freundinnen rückten dann von der Zweiten auf, deshalb bin ich auch geblieben und habe mit ihnen zusammen in der Landesliga gespielt. Da stand nicht das Fußballerische im Vordergrund, sondern der Spaß.“ 2017 wurde die Mannschaft um Krapp sogar Meister, der Verein entschied sich aber gegen den Aufstieg. Die Rahmenbedingungen seien zu dem Zeitpunkt einfach nicht gegeben gewesen.

Warum sich Annalena Krapp ihren Traum von der Bundesliga nie erfüllen konnte

Die Fußballerinnen des SV Berghofen um Annalena Krapp (Mitte, gelbe Schuhe) feierten Ende Mai den Gewinn des Verbandspokals. © © Schaper

In der Nachfolgesaison gab es dann „leichte Unstimmigkeiten“ und Krapp wechselte zu ihrem jetzigen Verein in die Regionalliga. Trauert sie der verpassten Chance, niemals in der Bundesliga gespielt zu haben, wirklich nicht hinterher? „Vor zehn Jahren war ich natürlich Feuer und Flamme dafür und habe von der Bundesliga und Nationalmannschaft geträumt“, erinnert sie sich. „Dann sind aber Abi und Studium dazwischen gekommen. Diejenigen, die hoch hinaus wollten, sind auf ein Internat gegangen. Das wurde mir aber nie angeboten. Der Fußball war mir immer wichtig, aber irgendwann haben sich die Prioritäten verschoben.“

Feuer und Flamme bei der Frauen-WM in Frankreich

Heute arbeitet sie in der Unternehmenskommunikation eines großen Energieversorgers, spielt weiterhin gerne Fußball und fährt in den Urlaub. „Momentan bin ich in Norwegen“, sagt sie und lacht.

Erst kürzlich sei das alte Feuer aber wieder aufgeflammt – bei der Frauen-WM in Frankreich. Krapp: „Ich habe mir die Spiele natürlich angeguckt und dort viele Spielerinnen gesehen, mit denen ich früher zusammengespielt habe. Da habe ich mir noch einmal gedacht: Das wäre echt cool gewesen. Aber es hat einfach nicht sollen sein.“ Fußball spielen wird sie auch weiterhin, so lange wie möglich: „Solange die Knochen noch mitmachen, spiele ich auch weiter.“

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