Fußball: Genialer Schachzug der Spvg Schwerin

CASTROP-RAUXEL Der neutrale Beobachter rieb sich am Sonntag in Eving verwundert die Augen: Nicht der Gastgeber, selbst ernannter Aufstiegsaspirant und Tabellenvierter, sondern der Gast aus Schwerin, seines Zeichens Aufsteiger und "graue Mittelfeldmaus", bestimmte das Geschehen im Dortmunder Vorort Lindenhorst.

von Von Marc Stommer

, 02.03.2009, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fußball: Genialer Schachzug der Spvg Schwerin

Ioannis Tsotoulidis (am Ball) spielte bei seinem ehemaligen Klub TuS Eving eine gute Partie als Libero der Spvg Schwerin und trieb immer wieder das Spiel seiner Mannschaft nach vorne an. Per Elfmeter erzielte er auch das 1:0.

Wer gedacht hätte, Eving würde versuchen, die Blau-Gelben zu überrennen, sah sich getäuscht. Schwerin kontrollierte von Beginn an die Partie, hatte sogar ein deutliches Übergewicht im Mittelfeld.

Genialer Schachzug von BG-Trainer Helmut Schulz: Ioannis Tsotoulidis lief als Libero gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden aus Eving auf, Routinier Ergin Ersoy rückte ins zentrale Mittelfeld. Hier glänzte er im Duett mit Ahmet Caki, der größtenteils über die linke Seite Druck machte. Ersoy sorgte durch sein starkes Kopfballspiel für die Lufthoheit im Mittelfeld, der emsige und nicht auszurechnende Caki beschäftigte immer gleich drei Gegenspieler.Steve Kozole als Absicherung

Dahinter fungierte Steve Kozole als Absicherung und kümmerte sich nebenbei noch intensiv um Evings gefährlichsten Angreifer, Denis Boutagrat. Der fiel prompt nur noch durch Diskussionen mit dem Schiedsrichter auf und kassierte - nachdem er schon nach fünf Minuten für ein völlig überflüssiges absichtliches Handspiel Gelb gesehen hatte - viel zu spät erst nach der Pause (49.) Gelb-Rot. Und das, wegen eines Bodychecks im gegnerischen Sechzehner gegen Tsotoulidis - auch nicht gerade clever.

Das Verhalten der Evinger war allerdings ein deutliches Zeichen für ihre Hilflosigkeit an diesem Tage. Gegen das - bis auf wenige Ausnahmen - disziplinierte Spiel der Schweriner, fanden die Gastgeber kein Mittel. Zwar gingen die Hausherren in der zweiten Halbzeit aggressiver zu Werke, erspielten sich auch Chancen, scheiterten in der entscheidenden Phase zwischen der 60. und 80. Minute aber am glänzend aufgelegten Christian Pauly im Kasten der Blau-Gelben.

Sahinli macht mit seinen Toren den Sack zu So blieb es dem schnellen Cihangir Sahinli vorbehalten, mit zwei - mehr oder weniger - Kontertoren, den Sack zu zumachen. Sahinli avancierte damit zum Matchwinner, denn auch den Elfmeter zum 1:0, den Tsotoulidis trocken verwandelte, hatte er herausgeholt.

Wenn man an diesem Tage etwas auszusetzen haben wollte, dann vielleicht die fehlende Kaltschnäuzigkeit von Sahinli und Dennis Hasecke vor des Gegners Tor. Man hätte sich einiges an Zittern ersparen können. Aber: Bei einem Endstand von 3:0 interessiert das auch niemanden wirklich.

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