Fußball-Lokalkonferenz: Eisiger Empfang für Hermann Korfmacher

MARL / CASTROP-RAUXEL Der Empfang war fast frostig, zumindest unterkühlt. Als FLVW-Präsident Hermann Korfmacher am Montagabend bei der Lokalkonferenz der Fußballkreise Herne, Recklinghausen und Gelsenkirchen in der Marler Vesthalle die Bühne betrat, schlug ihm aus dem voll besetzten Saal eisiges Schweigen entgegen.

von Von Jan Große-Geldermann

, 03.03.2009, 16:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fußball-Lokalkonferenz: Eisiger Empfang für Hermann Korfmacher

Streik statt Spiel: In Gelsenkirchen demonstrierten die Amateure am Sonntag gegen die frühen Anstoßzeiten der Sonntagsspiele in der Fußball-Bundesliga. Die Amateurvereine befürchten Zuschauerschwund und Einnahmerückgänge.

Auch von den Castrop-Rauxeler Vereinsvertretern kam kein Beifall. Ihr Vorwurf: Korfmacher habe sie in der Diskussion um die frühe Anstoßzeit des dritten Sonntagsspiels der Bundesliga nur halbherzig vertreten, in seiner Position als DFB-Vizepräsident und oberster Interessensvertreter der Amateure versagt.

Korfmacher wehrte sich, warb um Verständnis und sprach den Vereinen sogar Mut zu. Er erklärte, dass die Protestaktionen in Gelsenkirchen, wo am Wochenende ein ganzer Spieltag verschoben worden war, auch bei der DFL ankommen.

Den Zorn der Amateurvertreter konnte Korfmacher mit solch warmen Worten aber nicht besänftigen. Eckhardt Böhm vom TuS Henrichenburg drückte es vermutlich am treffendsten aus: "Wenn hier ein gelegtes Ei auf dem Tisch liegt, dann sagt doch, dass da ein Ei liegt. Das kriegst du sowieso nicht mehr in den A....."Protest ohne Wirkung

Dass diese etwas saloppe Analyse passte, wurde am Ende Diskussion deutlich, als Korfmacher das Fazit zog: Der Protest der Vereine wird das Sonntagsspiel der 1. Bundesliga um 15.30 Uhr nicht verhindern. Die Tinte auf den Verträgen der DFL ist schon lange trocken.

Was den Amateuren bleibt? "Die Hoffnung", sagt Robert Mathis, Spartenleiter Fußball in Castrop-Rauxel. Hoffnung auf finanzielle Entlastung. Vielleicht durch die Senkung der zuletzt zweimal in kurzer Zeit erhöhten Verbandsabgaben. Vielleicht durch regelmäßige Freundschaftsspiele der Profis zugunsten der Amateure, wie DFL-Chef Dr. Reinhard Rauball vorgeschlagen hatte.

Korfmachers Idee, den Vereinen günstige Premiere-Abos zu vermitteln, damit die Zuschauer sonntags im Vereinsheim auch Bundesliga schauen können, fanden dagegen nicht nur die Castrop-Rauxeler Vereinsvertreter nur noch zynisch.

Lesen Sie jetzt