Fußballer wird postwendend zum Türsteher

Auf der Außenbahn

Mit dem FC Frohlinde steht der neue Castrop-Rauxeler Hallenfußball-Stadtmeister fest. Doch auch abseits des Feldes spielte sich allerhand Berichtenswertes ab, wie Sie in unserem "Außenbahn-Spezial" mit Anekdoten von der Stadtmeisterschaft nachlesen können.

CASTROP-RAUXEL

, 05.01.2016, 10:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei der Hallenstadtmeisterschaft 2016 standen sich unter anderem der FC Castrop (weiß) und der VFR Rauxel gegenüber. Turniersieger wurde am Ende die Bezirksligamannschaft des FC Frohlinde.

Bei der Hallenstadtmeisterschaft 2016 standen sich unter anderem der FC Castrop (weiß) und der VFR Rauxel gegenüber. Turniersieger wurde am Ende die Bezirksligamannschaft des FC Frohlinde.

Lars Blank, Fußball-Spieler des SuS Merklinde in der Kreisliga A, agierte am Finaltag der Hallenstadtmeisterschaft, nachdem der SuS tags zuvor in der Vorrunde ausgeschieden war, als „Türsteher“. Zusammen mit SuS-Urgestein Jürgen Maurer „bewachte“ er den Zugang zum Innenraum der Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule. Denn nur Spieler und Verantwortliche der Teams durften den Innenraum betreten – und natürlich der Mitarbeiter dieser Zeitung. Diese wurden von Maurer identifiziert und durchgewunken.

Michael Wurst, Spielertrainer des neuen Hallenstadtmeisters FC Frohlinde (Bezirksliga), hat beim heimischen Titelkampf nicht aktiv eingegriffen, hat aber unter dem Hallendach in Bochum einen Auftritt. Er ist für das Masters Allstars Team nominiert worden und läuft dort mit einigen ehemaligen Profis des aktuellen Zweitligisten VfL Bochum auf. Michael Wurst freut sich auf seinen Einsatz und sagt: „Ich freue mich auf viele blaue Flecken und schöne Tore beim Turnier. Versucht mich ruhig zu treffen. Ich kann trotz biblischem Alters immer noch flott laufen.“

Martin Broll, seit vielen Jahren Sportlicher Leiter seines Heimat-Clubs SuS Merklinde, konnte sich am Rande der von seinem Verein sehr ausgerichteten Hallenstadtmeisterschaft an eine eigene schmerzhafte Erfahrung unter dem Hallendach erinnern. Er musste bei Rolf Schafstall, dem früheren Trainer des Bundesligisten VfL Bochum, ein Probetraining absagen. Broll, der Schafstall später auch beim FC Schalke 04 als Trainer wiedersah, hatte sich bei dem Castrop-Rauxeler Hallen-Titelkampf, der damals über die Osterfeiertage stattfand, eine Knöchelverletzung zugezogen.

Thomas Schickling aus dem Organisations-Team des SuS Merklinde, hatte bei der Stadtmeisterschaft das Amt des Hallensprechers inne. Zwei Tage lang unterrichtete der Merklinder am Mikrofon Zuschauer und Aktive mit sonorer Stimme über alle Aktivitäten rund um das Geschehen. Einen Unterricht in den neuen Futsal-Regeln gab es am ersten Turniertag obendrauf. Als einige Zuschauer auf der Tribüne nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung lautstark protestierten, trat Schickling mit dem Mikro auf das Spielfeld und erklärte die Regeln in ruhigem Ton, was wirklich deeskalierend auf die wütenden Fans wirkte.

Thomas Stiebitz, 1. Vorsitzender des SV Wacker Obercastrop, hielt es vor dem Finale seiner Mannschaft gegen den FC Frohlinde auf der Tribüne nicht mehr aus. Er stellte sich in Nähe des Spielfeldes und fieberte mit „seinen Jungs“ somit auf Augenhöhe. Die Endspiel-Paarung Frohlinde gegen Wacker hatte er auch so erwartet. Stiebitz: „Das war mir klar, dass es dazu so kommt.“ Sicherlich hätte der Vereins-Chef auch den Siegerpokal gerne mit ins eigene Vereinsheim genommen, zumal die Chance dazu auch riesengroß war.

Ulf Schwemin, Trainer des SuS Merklinde in der Kreisliga A, wird seinen ersten Stadttitelkampf in Castrop-Rauxel mit einem lachenden und einem weinenden Auge in Erinnerung behalten. Schmunzelnd erklärte er zum frühen Ausscheiden seiner Mannschaft schon in der Vorrunde, „dass man als guter Gastgeber den Gästen den Vortritt gelassen hätte.“ Natürlich wäre er auch gerne am zweiten Tag mit seinem Team dabei gewesen, war aus seinen Worten nach dem Finale am Sonntagabend auch etwas Ärger zu hören. „Die Hauptsache war dennoch, dass wir keine Verletzten zu beklagen haben“, so der SuS-Coach.

Steffen Golob, Trainer der Kreisliga B-Fußballer des SuS Pöppinghausen, sorgt mit seinem Terminplan nach der Hallenstadtmeisterschaft für einen nahtlosen Übergang in die Vorbereitung auf die Rest-Saison auf dem Feld. Er hat mit seinem Team prompt für Sonntag, 10. Januar, ein Testspiel bei der Spvg Recklinghausen eingeplant. So früh wie der SuS hat kein Castrop-Rauxeler Team ein Freundschaftsspiel terminiert. Der nächste „frühe Vogel“ ist der Bezirksligist Spvg Schwerin mit einem Duell am Donnerstag, 14. Januar, beim TSV Marl-Hüls II.

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