Gutes Derby auf Schwerin wird nach der Pause dramatisch und endet schließlich 5:4

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Spvg. Schwerin besiegt SG Castrop mit 5:4 (2:1). Vorangegangen war rassiger Fußball, Tore am Fließband und körperliches Gerangel unter den Spielern.

Schwerin

, 08.09.2019, 19:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war ein Derby, wie es sich jeder der gut 200 Fan gewünscht hatte. Neun Tore, rassiger Fußball, eine Schlussphase mit Toren am Fließband, zweimalige Rudelbildung und körperliches Gerangel unter den Spielern über den Schlusspfiff hinaus. Die Spvg besiegte letztlich die SG Castrop mit 5:4 (2:1) in einem lokalen Duell, das zu dem Besten zählt, was in der Bezirksliga überhaupt geboten werden kann.

Dass es ein 5:4 würde, war in den ersten 45 Minuten indes kaum zu erahnen. Da dominierte Gastgeber Spvg Schwerin. BG-Trainer Dennis Hasecke hatte gefordert: „In einem Derby muss jeder brennen.“ Seine Spieler brannten besonders über die linke Angriffs-Seite von der ersten Minute ein Feuerwerk ab, das die BG-Abwehr von einer Verlegenheit in die nächste stürzte.

Mit Schweriner Dauerdruck

Das 1:0 (6.) ließ nicht lange auf sich warten. Maik Bothe schickte Nico Chrobok mit einem Zuckerpass auf die Reise, der Youngster passte das Spielgerät flach vor das Castroper Gehäuse und Andre Pape vollendete diesen mustergültigen Angriff.

Weiter ging es mit Schweriner Dauerdruck über links, bei dem allein der letzte Pass nicht sauber genug gespielt wurde. Trotzdem fiel das nächste Tor – diesmal aber über rechts. Timo Springwald schnappte sich den Ball, spielte Castrops Abwehr frisch, und schloss flach zum 2:0 ab. „Genau so weiter, Jungs“, lobte Trainer Hasecke.

Gutes Derby auf Schwerin wird nach der Pause dramatisch und endet schließlich 5:4

Die Freude der SG Castrop war groß nach dem Ausgleichstreffer zum 2:2. Es sollten allerdings noch mehr Tore fallen. © Volker Engel

Einschläge von Maik Bothe, Andre Pape und Justin Strahler verhinderte Castrops Keeper Pascal Heuser in Klassemanier. Da waren etwas mehr als 30 Minuten gespielt und vom Gast war im Angriff nichts zu sehen. Und doch stand es plötzlich 2:1 (40.): Manuel Backes rutschte den Ball über die BG-Torlinie. Dem Ganzen soll eine klare Abseitssituation vorausgegangen sein, was Schwerin lautstark, aber erfolglos, bemängelte.

War das Derby bis zur Pause gut, wurde es in den zweiten 45 Minuten höchst dramatisch. Plötzlich spielte die SG Castrop mit, während sich Schwerin eine kleine Auszeit gönnte, was in einem Derby sofort bestraft wird. Nach einem Backes-Fallrückzieher fiel der Ball Yassine Bellahcen vor die Füße und es stand 2:2 (57.). Ab da häuften sich gefährliche Szenen vor beiden Toren.

Ein Tor mit Beigeschmack

Getroffen aber hat zunächst wieder die Spvg Schwerin. Mit einem langen Pass wurde Nico Chrobok bedient, der allen Castropern davonlief und zum 3:2 (68.) einnetzte. Dieses Tor hatte jedoch einen kleinen Beigeschmack, da Castrops Onur-Sahin Altay verletzt am Boden lag, Schwerin trotzdem weiterspielte. „Ich hätte den Ball ins Aus geschossen“, moserte Castrops Ingmar Holtkamp, der im Derby an der Leiste verletzt zuschauen musste.

Als Timo Ballmann das 4:2 in der 83. Minute nachlegte, schien das Derby gelaufen. Doch weit gefehlt, jetzt ging es erst richtig los. Manuel Backes schoss Castrops 4:3 (86.) - Youssouf Kourouma köpfte zum 4:4 (90.) ein.

Aufregung nach dem Schlusspfiff

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Schwerins Nino Schlutt konterte in der Nachspielzeit (90.+1) zum 5:4-Siegtreffer, was nach dem kurz darauf folgenden Schlusspfiff die Spielerseele vollends hochkochen ließ. Schwerins Trainer Dennis Hasecke musste energisch und laut werden: „Darüber, ihr geht jetzt alle dort rüber.“ Es half. Brav hörten die Schweriner auf ihren Trainer, womit der Dampf aus dem Kessel war.

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