Habinghorster Trainer lüftet nach Abpfiff das Geheimnis um den blauen Rucksack

Sport-Geschichten

Ein Trainer hat sich trotz Derby-Sieg keine Zeit genommen, mit seinen Fußballern zu feiern. Das hatte Gründe. Diese und weitere Anekdoten erzählen wir in unserer Rubrik „Leute im Sport“.

Castrop-Rauxel

, 28.09.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 3 min
Marc Olschewski (2.v.r.), Trainer des VfB Habinghorst, schnallte sich nach Abpfiff des Kreisliga-A-Derbys beim SuS Merklinde einen blauen Rucksack um. Die Tasche war ihm an dem Tag sehr wichtig.

Marc Olschewski (2.v.r.), Trainer des VfB Habinghorst, schnallte sich nach Abpfiff des Kreisliga-A-Derbys beim SuS Merklinde einen blauen Rucksack um. Die Tasche war ihm an dem Tag sehr wichtig. © Jens Lukas

Marc Olschewski, Trainer der Kreisliga-A-Fußballer im VfB Habinghorst, saß vor Abpfiff des Derbys beim SuS Merklinde (3:1) quasi auf gepackten Koffern. An der Siegesfeier seines Teams auf der Tribüne am Fuchsweg nahm er gar nicht teil, sondern strebte mit einem blauen Rücksack über beiden Schultern dem Sportplatz-Ausgang entgegen. Mit den Worten: „Ich fahre jetzt nach Rauxel - spielen.“ Der Coach half nämlich in der zweiten VfB-Mannschaft im Kreisliga-B-Derby beim VfR Rauxel (3:1) auf. Gut war, dass das Merklinde-Spiel bereits um 13 Uhr angepfiffen wurde. Dadurch war ein 15-Uhr-Einsatz in Rauxel möglich. Olschewski wurde nach 30 Minuten eingewechselt. Da war die Habinghorster Reserve schon gut unterwegs und führte mit 2:0.



Jörg Leineweber vom FC Frohlinde

Jörg Leineweber vom FC Frohlinde © Volker Engel



Jörg Leineweber, seit einigen Wochen stumm gebliebener Stadionsprecher des FC Frohlinde, arbeitet daran, dass es an der Brandheide bald wieder Musik und Durchsagen gibt. Leineweber sagte dem Reporter dieser Redaktion während des Landesligaspiels gegen die SG Welper: „Ich habe schon einen Sponsor für die defekten Lautsprecher gefunden. Jetzt müssen noch die Kabel im Vereinshaus verlegt werden.“ Eine alte Gewohnheit offenbarte der Frohlinder dann auch noch. Er zählte die Zuschauer gegen Welper wieder persönlich ab und kam auf genau 157 Fans (müssen nicht alles Zahlende gewesen sein). Der Schiedsrichter hatte ja im offiziellen Spielbericht nur 83 Leute eingetragen.

Martin Broll, Sportlicher Leiter des SuS Merklinde.

Martin Broll, Sportlicher Leiter des SuS Merklinde. © Volker Engel

Martin Broll, Sportlicher Leiter des SuS Merklinde, kam zu spät zum Kreisliga-A-Derby seines Vereins gegen den VfB Habinghorst (1:3). Das lag aber hauptsächlich daran, dass seine Anfahrt enorm lang war: 260 Kilometer. Broll war nämlich bis 10.15 Uhr am Spieltag mit seiner Frau im Urlaub in Varel (bei Wilhelmshaven). Die Fahrt über die Autobahnen endete um 13.30 Uhr daheim in Obercastrop. Da war die Partie bereits eine halbe Stunde alt. Broll berichtete: „Dann: Fahrrad vom Hänger und damit nach Merklinde.“ Ankunft 13.45 Uhr.

Andreas Arenth, Trainer beim FC Herne 57.

Andreas Arenth, Trainer beim FC Herne 57. © privat (Herne 57)

Andreas Arenth, Fußball-Trainer des Kreisliga B-Ligisten FC Herne 57, verbrachte kürzlich einen langen Sonntag mit drei Spielen auf dem Platz des SV Wacker Obercastrop in der Erin-Kampfbahn. Und das hatte nichts damit zu tun, dass er vielleicht ein großer Fan der Mannen von der Karlstraße wäre. Sein Herner Team spielte gegen die zweite Wacker Formation und nach dem Westfalenliga-Spiel coachte er auch noch die zweite Herner Garnitur gegen Wackers Dritte. Damit seine Familie daheim nicht zu kurz kommt, erzählte er am Rande, dass die nach Obercastrop kommen würde. Arenth sagte lachend zu seinen Kollegen: „Sonst sind die Kinder nicht mehr wach, wenn ich nach Hause komme.“



Nico Schaefer (r), Torhüter beim FC Castrop-Rauxel.

Nico Schaefer (r), Torhüter beim FC Castrop-Rauxel. © Hermann Klingsieck


Nico Schaefer, Torwart des Bezirksligisten FC Castrop-Rauxel, der beim 2:1-Sieg gegen die DJK BW Huckarde den verhinderten Stammkeeper Andre Dante vertrat, musste sich kurz vor der Halbzeitpause an der Seitenlinie verarzten lassen. Wozu der Bochumer Schiedsrichter Jan-Lucas Wree (SG Linden/Dahlhausen) das Spiel unterbrach. Schaefer hatte kurz zuvor einen Ball ins Gesicht bekommen und seine Nase blutete. Nach kurzer Behandlung war das Blut jedoch wieder gestoppt und der Torwart kam mit hochgerecktem Daumen auf das Spielfeld zurück. Was seinen Mitspielern wohl signalisieren sollte, dass alles wieder okay ist.

Wolfgang "Guido" Baumann, Urgestein des FC Frohlinde.

Wolfgang "Guido" Baumann, Urgestein des FC Frohlinde. © privat (FC Frohlinde)

Wolfgang Baumann, Trainer- und Vorstands-Urgestein beim FC Frohlinde, kam in der vergangenen Woche unversehens zu einem Frühstückskorb. Eigentlich sind jene Körbe mit Delikatessen ein Spieltags-Tombola-Preis auf Sportplätzen. Baumann musste aber kein Los kaufen. Er bekam es vom FCF direkt überreicht für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten. Im Internet bei Facebook stand dazu: „Der liebe Guido hat es mit seiner Hilfe möglich gemacht, dass wir den Trainingsbetrieb trotz Corona im Sommer wieder aufnehmen konnten. Da ist es längst überfällig, einmal Danke zu sagen.“

Joshua Stammers (r) spielt für den SV Wacker Obercastrop II in der Kreisliga B.

Joshua Stammers (r) spielt für den SV Wacker Obercastrop II in der Kreisliga B. © Marcel Witte

Joshua Stammers, Mittelfeldspieler beim SV Wacker Obercastrop II, bekam am dritten Spieltag in der Partie gegen den FC Herne 57 von Schiedsrichter Kevin Pohl (Bochum) eine zusätzliche Konditionseinheit aufgebrummt. Nach 33 Minuten der ersten Halbzeit schickte der Schiedsrichter ihn auf der Gegenseite vom Spielfeld und Stammers musste einmal ums ganze Feld traben. Auf der Wacker-Bank herrschte Verwunderung und die Befürchtung, ob man einen Platzverweis übersehen haben könnte. Aber die Aufklärung war harmlos: Stammers hatte seine Schienbeinschoner vergessen und musste diese nachträglich in seiner Stutzen schieben.

Ulrich Viefhaus, Vorsitzender des TC GW Frohlinde.

Ulrich Viefhaus, Vorsitzender des TC GW Frohlinde. © WTV

Ulrich Viefhaus, Vorsitzender und Sportwart der TC GW Frohlinde, wollte sich kürzlich das Tennisspiel der Herren-Reserve beim RV Rauxel ansehen. Die Rauxeler Tennisanlage befindet sich auf Wartburginsel in Henrichenburg, direkt am Rhein-Herne-Kanal. So wollte Viefhaus das sportliche Ereignis mit einer Radtour entlang der Wasserstraße verbinden. „Auf dem Weg zum Kanal muss ich irgendwo falsch abgebogen sein. So habe ich für den Weg von Frohlinde nach Henrichenburg ganze zwei Stunden gebraucht. Pünktlich zu den Doppeln war ich aber da“, sagte der gebürtige Ickerner Viefhaus schmunzelnd.

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Am Wochenende hat sich im Castrop-Rauxeler Sport einiges ereignet. Wir haben die Anekdoten dazu aufgeschrieben - mit Marc Kruska, Martin Janicki, Udo Drees und Hanjo Alberts. Von Jens Lukas, Hans-Jürgen Weiß, Hermann Klingsieck

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