Die Hallenstadtmeister jubelten so vehement, dass die Pokale zerbrachen

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In den Jahren 2015 bis 2018 waren die neuen Hallenstadtmeister in Castrop-Rauxel mächtig euphorisiert. Anders ist es nicht zu erklären, dass gleich zwei Siegerpokale zu Bruch gingen.

Castrop-Rauxel

, 03.01.2020, 17:43 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Jahre 2015 bis 2018 der Fußball-Hallenstadtmeisterschaft waren geprägt davon, das der FC Frohlinde sich zum Rekord-Meister aufschwang.

Durch ein Tor von Dietrich Liskunov, 14,6 Sekunden vor der Schluss-Sirene gewann FC Frohlinde das Finale gegen den Bezirksliga-Konkurrenten und Titelverteidiger SV Wacker Obercastrop mit 1:0.

Im Spiel um Platz drei führte die SG Castrop im Kreisliga A-Duell mit dem VfB Habinghorst zwei Minuten vor dem Ende mit 4:0, als der Schiedsrichter die Partie vorzeitig abpfeifen musste. Was war passiert? Der VfB stand nach Zeitstrafen gegen Daniel Oder, Fatih Cengiz und Marco Most binnen einer Minute nur mit einem Feldspieler auf dem Parkett. Laut Regel 2 des Hallenfußball-Reglements muss eine Partie mit weniger als drei Spielern eines Teams abgebrochen werden.

Die Überraschung blieb aus in der Zwischenrunden-Gruppe E .

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Ein Punkt fehlte dem FC Castrop-Rauxel aus der Kreisliga C, um ein Halbfinal-Ticket zu lösen. Wegen Personalmangels traten die SF Habinghorst (Kreisliga B), das vierte Team in der Vorrunden-Gruppe C, nicht an. Am Abend vor dem Turnier informierte Habinghorst den Gastgebers SuS Merklinde darüber.

Die Hallenstadtmeister jubelten so vehement, dass die Pokale zerbrachen

2015 bejubelte der FC Frohlinde nach einem 1:0-Endspielsieg den Titelgewinn in der Halle. © Volker Engel

2016: SG beginnt mit Niederlage und endet mit Titel

Das Turnier hatte mit einer Niederlage für die SG Castrop begonnen und endete mit dem Titelgewinn der SG. Im Endspiel setzten sich die Castroper durch ein 5:4 (2:2) nach Neunmeter-Entscheid gegen den Kreisliga A-Rivalen SC Arminia Ickern die Krone des Hallenstadtmeisters auf – erstmals wieder seit 1990.

Bürgermeister Rajko Kravanja überreichte Kapitän Dennis Dannemann den Siegerpokal. Während der Jubel-Arie brach der Keramik-Fußball, der den Cup zierte, ab. Das tat der Freude allerdings keinen Abbruch.

Beim Neunmeterschießen war es SG-Torwart Cedric Niemeyer, der den Schuss von Sebastian Janas abwehrte. Für Castrop trafen Marc Olschewski, Dogan Öztürk und zum Abschluss Tobias Lübke.

Die Kreisliga C-Fußballer des VfR Rauxel hatten kein Bein an den Boden bekommen und mussten sich mit 0:38 Toren nach den Duellen mit Obercastrop und der SG Castrop verabschieden.

Die Hallenstadtmeister jubelten so vehement, dass die Pokale zerbrachen

Die damaligen SG-Trainer Marco Taschke (l) und Dennis Hasecke bejubelten 2016 den Titelgewinn. © Volker Engel

2017: Deutlicher Wacker-Sieg gegen Frohlinde

Der SV Wacker Obercastrop (Bezirksliga) wurde zum siebten Mal Hallenstadtmeister. Am vorletzten Tag des Jahres gewannen die Wackeraner das Endspiel gegen den Landesligisten FC Frohlinde überraschend deutlich mit 5:1. In die Torschützenliste trugen sich Marcel Herder, Bastian Fritsch, Moritz Budde, Elvis Shala und Roy Breilmann ein. Für Frohlinde verkürzte Kevin Brewko auf 1:3.

2018: FCF wurde alleiniger Rekordhalter

Landesligist FC Frohlinde gewann zum achten Mal den Stadtmeister-Pokal. Das ist Castrop-Rauxeler Rekord.

Im Endspiel setzte sich der FCF gegen die SG Castrop nach dem Treffer von Dietrich Liskunov mit 2:1 durch. Dabei hatten die Castroper in der Zwischenrunde zwei Stunden zuvor die Frohlinder noch mit 6:4 besiegt.

Almedin Ceric spielte im Finale an der mit Teppich bezogenen Außenwand, geschickt durch. Seinen Schuss, den er auf Linksaußen abfeuerte, flog zum 1:0 an SG-Keeper Pascal Heuser ins Netz. Die Castroper gaben nicht nach. FCF-Trainer Stefan Hoffmann sagte: „Da haben wir in einigen Szenen Glück gehabt.“

Einmal nicht. Torwart Felix Goliasch schoss bei einem Abschlag SG-Spieler Manuel Backes an, von dessen Bein der Futsal-Ball zum 1:1 ins leere Frohlinder Tor zurückprallte.

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Danach hatte FCF-Kapitän Liskunov die Bälle mehrmals weit über das Tor gezogen. Beim 2:1 passte dann alles. Von der rechten Seite rauschte die Kugel flach ins untere linke Toreck. Als Ceric für ein Ball-Wegwerfen eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, wurde es noch einmal heikel. Aber weil Felix Goliasch mit einigen Paraden ein wahrer Torhüter-Goliath wurde, blieb es beim 2:1.

Frohlindes Rimon Haji brachte Bürgermeister Rajko Kravanja bei der Siegerehrung ins Schwitzen. Der Youngster war von seinem Trainer zur Pokal-Überreichung geschickt worden. Dabei fiel Haji gleich dreimal der Deckel von der Trophäe. Beim zweiten Fall war der Cup nicht mehr in seinem ursprünglichen Zustand: Der Lorbeerkranz, der den Deckel zierte, war abgerissen.

Kravanja sagte darauf: „Da ich Spender des Pokals bin, werde ich für das kommende Turnier für einen neuen sorgen.“ Damit nicht noch mehr Schaden entstehen konnte, nahm im Anschluss Frohlindes Trainer Stefan Hoffmann den Cup in seine Obhut.

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Überraschend deutlich setzte sich die SG Castrop im Halbfinale den Titelverteidiger SV Wacker Obercastrop (Landesliga) durch, mit 4:1 durch Tore von Dominik Schenkel (2), Ingmar Holtkamp und Abdelatiff Chergui.

Im ersten Halbfinale war der FC Frohlinde nach einem 1:2-Rückstand gegen die Überraschungs-Mannschaft von Eintracht Ickern (Kreisliga B) mit einem 5:2 seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Das 1:0 des FCF durch Andre Muth hatten die Eintrachtler mit den Treffern von Cihangir Sahinli und Yalim-Dogan Öztürk gekontert.

Frohlinde wendete danach durch einen Doppelschlag von Yannik Tielker sowie Treffer von Almedin Ceric und Dietrich Liskunov das Blatt.

Im Spiel um den dritten Platz hatte der SV Wacker Obercastrop die Nase vorn gegen Eintracht Ickern. Sascha Schröder, Serhat Can und Robin Franke trafen zum 3:0-Sieg.

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