Herzinfarkt: René Wysk (36) rettete einem Menschen beim Herner Silvesterlauf das Leben

mlzHerner Silvesterlauf

Der Obercastroper René Wysk (36) nahm am Herner Silvesterlauf teil. Er erreichte zwar das Ziel, aber deutlich später als der Sieger. Der Grund: Er musste ein Menschenleben retten.

Castrop-Rauxel/Herne

, 03.01.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sollte ein sportlich-entspannter Silvestermorgen für den Obercastroper René Wysk (36) werden. Gemeinsam mit vier seiner Kollegen von der Feuerwehr Herne - Patrick Helmann, Robin Hermans, Volker Rudolf und Tim Hoffmann - nahm er über die 10-Kilometer-Distanz des Herner Silvesterlaufs im Gysenbergpark teil. Das ist Tradition bei den Feuerwehrleuten.

„Wir sind normal gelaufen und wollten keine Rekorde brechen“, sagt René Wysk. Seine Schwägerin Maria nahm ebenfalls mit einer Freundin teil. Die beiden liefen schneller als Wysk und seine Feuerwehr-Kollegen. Doch etwa bei Kilometer vier sah er plötzlich Maria am Seitenrand winken.

„René, René, hier ist jemand umgefallen“, rief sie in Richtung des 36-Jährigen. Wysk und die vier anderen Feuerwehrleute sprinteten sofort zum Ort des Geschehens. Ein etwa 60-jähriger Mann, ebenfalls Teilnehmer des Silvesterlaufes, lag am Boden.

Die engen Wege erschwerten die Anfahrt des Krankentransports

Gemeinsam mit Mirta Krstic aus Lünen, die früher als Notärztin tätig war, machten sich die Feuerwehrmänner sofort an die Reanimation des bewusstlosen Mannes. René Wysk übernahm dabei die Herzdruckmassage. „Es dauerte, bis der Krankentransportwagen an der Einsatzstelle ankam“, erinnert er sich. „Das lag an den engen Wegen im Wald im Gysenbergpark“, sagt Wysk.

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Als der Krankenwagen eintraf, holten die Feuerwehrmänner und die Sanitäter sofort den Defibrillator, den Notfallrucksack und die Beatmungsmaschine heraus. „Ich habe mich um den Defibrillator gekümmert, die frühere Notärztin hat zwei Zugänge gelegt, um dem Mann Infusionen geben zu können“, so René Wysk.

Der 60-jährige Mann musste mehrmals wiederbelebt werden

Während der Silvesterlauf noch im vollen Gange war, mussten die Einsatzkräfte den etwa 60-jährigen Mann gleich zweimal mit dem Defibrillator schocken. Danach hoben sie den Mann in den Krankenwagen. „Dort haben wir ihn noch einmal geschockt und erst dann kam er wieder zu Bewusstsein. Er holte einmal ganz tief Luft“, berichtet Wysk.

Gemeinsam mit den Sanitätern, der früheren Notärztin Mirta Krstic und dem Patienten fuhren die fünf Feuerwehrmänner ins nahe gelegene Evangelische Krankenhaus an der Wiescherstraße.

Herzinfarkt: René Wysk (36) rettete einem Menschen beim Herner Silvesterlauf das Leben

René Wysk (r.) war viele Jahre auch als Fußballer in Castrop-Rauxel aktiv, wie hier für den SV Wacker Obercastrop. © Volker Engel

Wie sich herausstellte, hatte der Mann einen Herzinfarkt erlitten. Seine Blutzuckerwerte waren viel zu hoch - er ist Diabetiker. Erinnerungen an den Vorfall und den Einsatz hatte er aber im Nachhinein keine. Im Krankenhaus war er - den Umständen entsprechend - wieder wohlauf und wurde anschließend in ein anderes Hospital nach Dortmund verlegt.

Die Feuerwehrmänner beenden noch den Silvesterlauf

Der Einsatz war für die Feuerwehrleute beendet, der Silvesterlauf jedoch noch nicht. René Wysk: „Mein Kollege Volker Rudolf ist sehr sportbegeistert und sagte nach dem geglückten Einsatz: ‚Kommt, jetzt laufen wir auch noch zurück!‘“

Mit dem guten Gefühl im Kopf im Gysenbergpark angekommen, beendeten Wysk und Kameraden ihre 10-Kilometer-Runde - mit einem Rückstand von über 42 Minuten auf den Sieger Marius Probst. Die Gesamtzeit für die Retter: eine Stunde und zwölf Minuten.

René Wysk sagt: „Das war ein besonderes Ereignis, weil wir eigentlich nicht im Dienst waren. Aber es ist unser Job. Und was man dazu sagen muss: Eigentlich hätten alle Leute stehen bleiben müssen, um zu helfen.“

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