Ickern vergibt zu viele Würfe / HSG macht großen Schritt

Handball

Im letzten Auswärtsspiel der Saison in der Handball-Landesliga musste der TuS Ickern (11.) eine hohe Niederlage hinnehmen. Beim HC Heeren-Werve (3.) verlor er am Samstagabend mit 26:42 nicht nur das Spiel sondern auch einen Spieler. Die HSG Rauxel-Schwerin hat am vorletzten Spieltag einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib gemacht.

CASTROP-RAUXEL

, 17.04.2016, 20:20 Uhr / Lesedauer: 3 min
Pechvogel Björn Böcking verletzte sich an seinem Geburtstag bei einem Landesliga-Handballspiel an der Schulter.

Pechvogel Björn Böcking verletzte sich an seinem Geburtstag bei einem Landesliga-Handballspiel an der Schulter.

Handball-Landesliga 3  HC Heeren-Werve – TuS Ickern 42:26 (23:10)

Ernsthafte Auswirkungen hat dieses Ergebnis nicht mehr, denn die Ickerner hatten bereits am vergangenen Wochenende den Klassenverbleib unter Dach und Fach gebracht. TuS-Trainer Ralf Utech hatte sich dennoch im Vorfeld des Gastspiels in Heeren einen möglichst erfolgreichen Saisonabschluss gewünscht. Beim HC Heeren-Werve, der zur neuen Spielzeit seinen Rückzug aus der Landesliga angekündigt hat, nutzten die Castrop-Rauxeler aber ihre Chancen nicht. „Es waren genügend Möglichkeiten da“, kommentierte Utech, „aber wir haben Fahrkarten ohne Ende geworfen.“

Die Gastgeber waren im Angriff wesentlich schlagkräftiger. Bereits nach 14 Minuten fiel ihre Führung mit 10:3 deutlich aus. Zur Pause war die Partie praktisch schon entschieden, da Heeren-Werve seinen Vorsprung auf 13 Treffer erhöht hatte. Bei diesem Abstand blieb es bis fünf Minuten vor Spiel-Ende, ehe die Kamener ihre Führung noch etwas weiter ausbauen konnten. Für Aufsehen sorgten lediglich noch zwei Rote Karten gegen Ickerner Spieler.

Saison für Böcking zu Ende

Während die Matchstrafe gegen Sascha Knauf, die er für die letzte Aktion des Spiels erhielt, nicht weiter ins Gewicht fällt, ist die Saison für Björn Böcking wohl beendet. Seine Aktion in der 58. Minute werteten die Unparteiischen als Revanche-Foul und ahndeten sie mit einer Disqualifikation mit Bericht. „Die Situation habe ich völlig anders gesehen als die Schiedsrichter“, sagte Utech, „Björn ist gefoult worden und wollte sich nur losreißen.“ Wegen der zu erwartenden Sperre muss der Rückraumspieler womöglich auch zu Beginn der neuen Spielzeit aussetzen.

In der Tabelle bleiben die Ickerner Handballer trotz der Niederlage auf dem elften Platz, da auch der Verfolger VfL Gladbeck 2 (25:30 beim Hammer SC) sein Spiel verlor. Am Samstag, 23. April, um 18.30 Uhr steht für den TuS Ickern das abschließende Heimspiel gegen den ATV Dorstfeld (4.) in der Sporthalle an der B235 auf dem Plan.

Bezirksliga 4  DJK Westfalia Hörde – HSG Rauxel-Schwerin 15:18 (7:9)

Bei der DJK Westfalia Hörde feierten der Handball-Bezirksligist am Sonntag einen 18:15-Erfolg. Damit steht fest, dass die Rauxeler nicht mehr auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschen können. Damit blieb die HSG auch im zweiten Spiel unter der Leitung des Interims-Trainergespanns Sebastian Clausen und Jochem Schämann ohne Niederlage. Die Partie sei auf beiden Seiten von der Defensive geprägt worden, erklärte Clausen. „Unsere Abwehr ist mit einer sehr guten Einstellung aufgetreten und hat wirklich eine Top-Leistung gebracht“, lobte er.

In der Tat kassierte Rauxel-Schwerin mit 15 Gegentreffern so wenige wie in keinem Spiel zuvor in dieser Saison. Da die HSG in der Offensive allerdings phasenweise nicht konsequent genug agierte, konnte sie den wichtigen Auswärtssieg erst in der Schlussphase perfekt machen. Dabei hatte es in der Hörder Sporthalle nach dem Seitenwechsel zunächst nach einer frühzeitigen Entscheidung zugunsten der Gäste ausgesehen. Rauxel-Schwerin ließ zehn Minuten lang keinen Treffer der Westfalia zu und zog auf 14:8 davon.

Starker Keeper

„Danach haben wir den Gegner durch individuelle Fehler wieder ins Spiel gebracht“, so Clausen. Nach dem Treffer zum 13:14 aus Hörder Sicht fing sich die HSG dann aber rechtzeitig. „Wir haben unsere Angriffe dann wieder in Ruhe aufgebaut“, berichtete der Trainer. Die Führung sollte bis zum Schlusspfiff nicht mehr in Gefahr geraten – zumal auch HSG-Torhüter André Weinert einen guten Tag erwischte und in den entscheidenden Situationen zur Stelle war. Auf der anderen Seite leistete Lukas Zöpel als bester Torschütze mit sechs Treffern einen wichtigen Beitrag zum Erfolg.

Die HSG belegt vor dem letzten Spieltag den zwölften Platz, der maximal zur Teilnahme an einer Relegationsrunde, aber nicht zum direkten Abstieg führen kann. Der TuS Borussia Höchsten 2 (13.), der den ersten Abstiegsplatz belegt, kann Rauxel-Schwerin nicht mehr überholen. Die Dortmunder verloren am Sonntag mit 20:26 gegen die DJK Oespel-Kley (11.).

Frauenhandball-Bezirksliga 5  TuS Jahn Dellwig – TuS Ickern 28:27 (16:12)

Die Handballerinnen des TuS Ickern haben ihre erste Saison nach der Rückkehr in die Bezirksliga auf dem fünften Platz beendet. Im letzten Spiel beim TuS Jahn Dellwig (6.) mussten die Schützlinge von Trainer Fabian Wolf am Sonntag eine knappe 27:28 (12:16)-Niederlage hinnehmen.

Da Christina Klöpping und Nadine Neuendorf ausgefallen waren und Stella Bartikowski, Saskia Scheipers sowie Kristina Müller derzeit das zweite Ickerner Frauen-Team im Kampf gegen den Abstieg aus der Kreisliga unterstützen, war der TuS nur mit einem kleinen Kader zum Gastspiel nach Fröndenberg gereist. Zu den etatmäßigen Feldspielerinnen gesellte sich auch Jasmin Becker (Foto), die sonst das Tor bei den Ickernerinnen hütet. Ihr gelang ein Treffer. Beste Torschützinnen ihres Teams waren Sandra Völker (8), Nicole Nädler und Lisa Schnabel (jeweils 7).

„Angesichts unserer knappen Besetzung war es ein recht gutes Ergebnis“, befand Wolf, „mit einem Unentschieden wäre ich vollauf zufrieden gewesen.“ Der Ickerner Trainer ärgerte sich nur über die mitunter recht rustikale Gangart der Gastgeberinnen. „Das war nicht nötig“, kommentierte er, „zumal es ja für beide Mannschaften um nichts mehr ging.“

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