Inge Lindner - Die Dauerläuferin gibt ihr Comeback

Sportlerporträt

Seit 37 Jahren ist sie im Frauenfußball aktiv. Als neue Frauenfußball-Trainerin des SuS Pöppinghausen geht die sportliche Karriere von Inge Lindner jetzt in die dritte Runde. Ein Porträt.

CASTROP-RAUXEL

von Von Christian Püls

, 03.03.2011, 15:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Inge Lindner ist mit ihrer neuen Mannschaft zufrieden: "Ich bin angenehm überrascht. Die Mannschaft hört zu und ist für Ratschläge dankbar", sagte sie über das Frauen-Team des SuS Pöppinghausen.

Inge Lindner ist mit ihrer neuen Mannschaft zufrieden: "Ich bin angenehm überrascht. Die Mannschaft hört zu und ist für Ratschläge dankbar", sagte sie über das Frauen-Team des SuS Pöppinghausen.

Doch bald lief sie selbst wieder auf. Sascha spielte mittlerweile für den BVB. Die Fußballerin streifte sich das Trikot von Langendreer 04 über und spielte dort sechs Jahre unter der Leitung ihres Ehemanns Jürgen in der Bezirksliga. Mit der kompletten Mannschaft wechselte die Europastädterin zunächst zum WSV Bochum, dann zum ESV Langendreer. Insgesamt 26 Jahre stand Lindner für Bochumer Mannschaften auf dem Feld. "Jetzt juckt es wieder in den Knien"

Dann der Schock: Der 13. September 2009 hat sich tief in das Gedächtnis der Fußballerin gebrannt. Im Spiel gegen den VfB Günnigfeld zog sie sich eine schwere Verletzung zu. "Ich habe zwar gemerkt, dass etwas nicht stimmt, habe aber noch zu Ende gespielt", erinnert sich die 51-Jährige. Später kam die verheerende Diagnose: Kreuzband gerissen, Innenband gerissen, Meniskus gerissen.

"Damals dachte ich, das war es jetzt mit Fußball. Jetzt juckt es aber wieder in den Knien", sagt Lindner. Im Januar gab ihr Arzt grünes Licht. Den Versuch, sie vom Fußballplatz fernzuhalten, habe der Mediziner aufgegeben. Hohe Laufbereitschaft Dann kam Manfred Goerke, Ehrenvorsitzender und gute Seele des SuS Pöppinghausen, und warb die erfahrene Spielerin als Übungsleiterin für das weibliche Kreisliga-Team an. "Ich musste das erstmal überdenken. Denn ich wollte nie eine Frauen-Mannschaft trainieren. Frauen sind halt zickiger", verrät die Europastädterin. Bedingung war die Unterstützung ihres Mannes. Denn Inge Lindner möchte als Spielertrainerin ihr Comeback auf dem Spielfeld geben. Dann braucht sie jemanden an der Seitenlinie, der die Übersicht hat. Vor ihrer Rückkehr aufs Spielfeld muss die offensive Mittelfeldspielerin - die wegen ihrer hohen Laufbereitschaft "Inge, die Lunge" genannt wurde - noch den Kopf frei kriegen: "Ich sage mir immer: Es kann überall was passieren."

Ihr neues Team hat einen guten Eindruck hinterlassen. "Ich bin angenehm überrascht. Die Mannschaft hört zu und ist für Ratschläge dankbar", sagt Lindner. Als Teil dieser Elf möchte die routinierte Akteurin bald auflaufen.

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