Gary Anderson und Michael van Gerwen – diese Namen kennt jeder Dartsfan. Auch in Castrop-Rauxel wird Darts gespielt. Doch der heimische Verein beobachtet eine sonderbare Entwicklung.

Castrop-Rauxel

, 25.09.2018, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einem Jahr spielen die Dartsspieler des 1. DC Castrop-Rauxel im Mythos an der Borghagener Straße in Habinghorst um Punkte. Der Dartssport erfuhr in den vergangenen Jahren einen deutlichen Fan-Zuwachs, doch ist davon auch etwas beim heimischen Verein zu spüren. Wir sprachen mit Peter Reicherseder vom 1. DC darüber.

Herr Reicherseder, in der ersten Saison im Spielbetrieb hat es für Ihren Klub, den 1. DC Castrop-Rauxel, prompt zum Aufstieg gereicht. Nun heißt es Bezirksliga statt –klasse. In den bisherigen Partien gab es zwei Remis. Wie ist die Zielsetzung für diese Saison?

Es war bislang mehr drin, aber so ist es leider. Wir haben einige Spieler aus Recklinghausen aufgenommen, da sind wirklich gute dabei. Unser Ziel ist es, wieder oben mitzuspielen, vielleicht unter den ersten Vier. Aber mit dem Abstieg werden wir meiner Meinung nach nichts zu tun haben.

Ihren Höhepunkt erreicht die Steel-Dartssaison stets zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn in London die Weltmeisterschaft ausgespielt wird. Ist es für einen lokalen Dartsverein schwierig, auch im Sommer das Interesse an der Sportart aufrecht zu erhalten?

Wir haben damit kein Problem. Sicher kommt im Sommer mal der ein oder andere nicht, wegen den Ferien oder dem warmen Wetter. Letztlich sind wir gut durch die Ligapause gekommen.

Woran machen Sie das fest?

Jeden zweiten Mittwoch steigt bei uns eine freie Turnier-Serie, zu der zwischen 20 und 30 Leute kommen. Einige machen sich auch aus dem Umkreis auf den Weg, sogar aus Wuppertal oder Herten.

Ist der Hype auch in Castrop-Rauxel schon ausgebrochen?

Darts erfährt einer immer größer werdenden Beliebheit. Die Profis spielen vor mehreren tausend Zuschauern, wie hier beim Darts-Master-Turnier in der Veltins-Arena im Mai. © picture alliance / Friso Gentsch

Wie kann Darts noch attraktiver werden?

Unsere Anlage im Tanzpalast Mythos in Habinghorst haben wir ein wenig umgebaut. Es hat sich herausgestellt, dass vielleicht dem ein oder anderen Jugendlichen das Kopfrechnen in Bezug auf den Punktestand nicht so liegt. Das Zählen funktioniert jetzt digital und automatisch. Der Trend zeigt jedenfalls auch so weiter nach oben. Durch die Sozialen Netzwerke kommen die Dartssportfreunde aus der Region viel einfacher zusammen. Am 2. Oktober wollen wir so wieder ein größeres Turnier organisieren.

Anfang des Jahres hatten Sie dieser Zeitung gesagt, es sei schwierig die Leute aus den heimischen Kellern in die Vereine zu lotsen. Hat sich das geändert?

Nein, das ist nach wie vor eine Herausforderung. Im vergangenen Jahr haben wir aber vier neue Spieler gewinnen können, so auch den erst 17-jährigen David Rahe aus Datteln. Es kommen immer wieder neue Gesichter zum Training.

Wie sieht denn die Situation im Nachwuchsbereich aus? Wie kann man Kinder und Jugendliche für Darts begeistern?

Am Berufskolleg in Habinghorst wurden Anlagen aufgebaut, die unser Klub durch ein Charity-Turnier finanziert hat. Insgesamt waren es 300 Euro. Dort soll es bald auch eine AG außerhalb des Unterrichts geben.

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