Justus Brinkmann beweist beim Abschlag Nerven

Das Sportlerporträt

CASTROP-RAUXEL Ehrgeiz und mentale Stärke zeichnen Justus Brinkmann aus. Mit nur 17 Jahren ist er vor wenigen Wochen Vereinsmeister des Golfclubs Castrop-Rauxel geworden. Der Wettkampf, die Herausforderung seinen eigenen Rekord zu schlagen, aber auch die Nähe zur Natur machen für ihn die Attraktivität dieses Sports aus.

von Von Christian Püls

, 09.10.2009, 10:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Justus Brinkmann beim Abschlag.

Justus Brinkmann beim Abschlag.

Golf ist nicht die Sportart, die einem spontan einfällt, wenn man sich fragt, in welcher Disziplin junge Männer Ehrgeiz entwickeln möchten. Im ersten Moment sucht man sie wohl eher auf dem Fußballplatz, der Kartbahn oder in der Kampfsportschule. Doch Justus Brinkmann hat seinen Sport vor sechs Jahren auf dem weiten Grün des Golfclubs in Frohlinde gefunden.

"Golf reizt mich sehr", sagt der 17-Jährige. Der Wettkampf, die Herausforderung seinen eigenen Rekord zu schlagen, aber auch die Nähe zur Natur, machen die Attraktivität dieses Sports aus. "Nervenstärke ist mit das Wichtigste beim Golfen", sagt Brinkmann über den von außen betrachtet ruhigen Sport. Den großen Kampf macht ein Golfer mit sich selbst, in seinem Kopf, aus. "Wenn ich die ersten beiden Löcher vergurke, fange ich mich noch. Läuft allerdings die Hälfte der Partie schief, dann setze ich mich selbst unter Druck, ziehe mich mental runter", erzählt Brinkmann.

Den Ball selbst in den Bunker legen Auch bei den Vereinsmeisterschaften habe er diesen Druck verspürt. "Bei den letzten vier oder fünf Löchern war ich schon nervös, hatte Angst den Ball wegzuhauen, was beim Golfen schnell passieren kann." Doch der 17-Jährige blieb cool und sicherte sich so den Titel. Doch nicht nur für Kopf und die Nerven ist der Sport auf dem Grün anstrengend. Bei einer 18er-Partie läuft der Golfer neun bis zehn Kilometer. Im Schnitt dauert eine Partie viereinhalb Stunden. Ein Sport also, der eine gewisse Ausdauer erfordert.

Auf der anderen Seite bietet Golf aber auch klare Vorteile für Brinkmann. So gibt es kein Mannschaftstraining. Internatsschüler Brinkmann kann sich die Zeit für seinen Sport frei einteilen. Auch auf einen Gegenspieler ist er nicht angewiesen. Freitags trainiert Brinkmann meist mit den Trainern des Clubs: Lange Schläge, Annährungsschläge, kurze Schläge. Aber auch simulierte Situationen gehören zum Training. So legt sich der 17-Jährige den Ball auch mal selbst in den Sandbunker, um zu üben, ihn wieder auf den Rasen zu bekommen.ZUR PERSON

Justus Brinkmann ist 17 Jahre alt und besucht die zwölfte Klasse des Internats Gartenfeld in Hagen. Der Golfer hat einen Bruder und zwei Halbgeschwister. Sein Vater ist Urologe, seine Mutter hat sich mit einem Pflegedienst selbstständig gemacht. Durch seine Eltern kam der Schüler zum Golfsport und übt ihn nun seit sechs Jahren aus. Ausprobiert hat er auch andere Sportarten wie Tennis, Eishockey und Fechten. Nach dem Abitur möchte Brinkmann zunächst seinen Wehrdienst ableisten und dann ein Studium der Betriebswirtschaftlehre aufnehmen.

Sowohl für die Clubmannschaft, die in der vierten Liga antritt, als auch für die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften (Oberliga) hat sich Brinkmann bereits empfohlen und gehört nun fest zum Kader. Und auch Trainer Andrew Shephard ist begeistert vom jungen Spieler: "Er ist bereits früh sehr nervenstark geworden."

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