Kein Sport, keine Schule: Drei Castrop-Rauxeler Jugendhandballer vertreiben sich ihre Zeit

mlzCorona-Krise

Sie sollten eigentlich an einem internationalen Turnier teilnehmen. Nun haben drei Jugendhandballer der HSG Rauxel-Schwerin viel Freizeit, die aber dennoch von Pflichten geprägt ist.

Castrop-Rauxel

, 28.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wäre womöglich das Highlight des Jahres für Moritz Tann (15), David Dietze (16) und Corvin Lapkowski (17) geworden. Die drei Jugendhandballer der HSG Rauxel-Schwerin wurden vom DJK-Sportverband für die FICEP/FISEC-Games 2020, die vom 16. bis 22. Juli in Duisburg stattfinden sollten, nominiert.

Wegen des Coronavirus fällt das internationale Turnier aber aus. Die drei Jugendlichen hätten mit der deutschen DJK-Auswahl unter anderem gegen Teams aus Brasilien, Spanien, Portugal, Rumänien oder Indien gespielt.

Bei einem Sichtungslehrgang hatten sich Moritz Tann, David Dietze und Corvin Lapkowski im vergangenen Jahr in den Kader gespielt. Doch das Coronavirus macht die Pläne zunichte.

Aufgaben für die Schule kommen per Mail

Aber nicht die nur die sportlichen Pläne - auch die schulischen. Denn der Alltag hat sich für die drei Jugendlichen seit der Verbreitung des Coronavirus deutlich verändert.

Der 15-jährige Moritz Tann geht auf die Sekundarschule Süd und möchte im Sommer auf das Berufskolleg wechseln, um dort sein Abitur zu machen. Zwar findet derzeit kein Schulunterricht statt, Aufgaben muss er dennoch erledigen. „Wir kriegen von den Lehrern Aufgaben per Mail und müssen die dann zurückschicken“, so Moritz Tann.

David Dietze, der auf das Otto-Hahn-Gymnasium in Herne geht, kennt das: „Es ist auf jeden Fall wichtig, sich auch weiter auf die schulischen Dinge zu konzentrieren, weil es ja nicht so ist, dass die Schule komplett unterbrochen wurde.“

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Die drei Jugendlichen vereint der Handballsport bei der HSG Rauxel-Schwerin in der B- und A-Jugend des Klubs. Nicht nur das große Turnier in Duisburg ist ausgefallen, derzeit kann auch kein Training oder Spiel stattfinden. „Sportlich gesehen muss ich mich fit halten, weil meine Mannschaft und ich in der Qualifikationsrunde aufsteigen wollen. Ohne Mannschaftstraining liegt es an uns selbst, uns darauf vorzubereiten“, sagt der 17-jährige Corvin Lapkowski, der ebenso wie seine Vereinskollegen viele „Home-Workouts“ einlegt.

Moritz Tann fährt Fahrrad mit einem Kollegen

Wegen des Kontaktverbots sei derzeit ansonsten nicht viel möglich. Klar, die Jugendlichen würden lieber die Zeit draußen mit ihren Freunden genießen, doch allen Dreien ist klar, dass das derzeit nicht möglich ist. „Mit einer Person darf man sich ja noch treffen. Ich war zuletzt beispielsweise mit einem Kollegen aus dem Verein gemeinsam Fahrradfahren“, sagt Moritz Tann.

Ansonsten verbringen die Jugendlichen die Zeit vermehrt zu Hause. „Playstation und Netflix“ sind zwei Dinge, die von allen genannt werden. Lieber würden sie ihrem Sport nachgehen. Moritz Tann bringt es auf den Punkt: „Ich will wieder Handball spielen, aber die Maßnahmen sind verständlich.“

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