Maximilian Zobiegala reist für den Hockeysport durch ganz Deutschland

mlzWas macht eigentlich...?

Maximilian Zobiegala spielte Hockey in der Bundesliga - bis zu einer Hüftverletzung. Nun spielt er nur noch hobbymäßig, doch für den Hockeysport fährt er dennoch durch ganz Deutschland.

Castrop-Rauxel

, 01.05.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sein Aufstieg im Hockeysport war rasant: Mit 14 Jahren wechselte der Castroper Maximilian Zobiegala von Eintracht Dortmund zu HTC Uhlenhorst in Mülheim an der Ruhr. Der Offensivakteur lief mit den Mülheimern sogar in der Junioren-Bundesliga auf und war Teil des Verbandskaders.

Doch der Karriereknick sollte folgen. Den ersten Knick gab es während der Abiturphase am Adalbert-Stifter-Gymnasium. „Dann kam das Abitur und die Zeit für den Sport ist immer knapper geworden“, sagte Zobiegala in einem früheren Interview mit dieser Zeitung.

Die Saisonvorbereitung beim Bundesligisten absolviert

Doch den Traum von der Bundesliga gab der Castroper nicht auf. Für sein Medizinstudium zog Zobiegala nach München und schloss sich dort dem Hockeyverein MSC an. Einsätze in der höchsten deutschen Spielklasse waren in greifbarer Nähe, denn Zobiegala trainierte in der Saisonvorbereitung mit dem Team.

Dann allerdings der Schock: Hüftprobleme sorgten dafür, dass Zobiegala nicht mehr auflaufen konnte. Noch viel schlimmer: Er musste sich einer Operation unterziehen, der Traum von der Bundesliga war in weite Ferne gerückt. „Ich war dann komplett raus, auch wegen meines Studiums“, so Zobiegala.

Zobiegala hat mittlerweile die Hüftprobleme überwunden

Einen Bundesliga-Einsatz konnte der Castroper bis heute nicht mehr feiern, obwohl er die Hüftverletzung überwunden hat. „Nur der Übergang von der Halle auf das Feld und andersherum macht mir etwas Probleme“, sagt Zobiegala.

Hockey spielt er nämlich immer noch, allerdings nun beim ESV München in der Oberliga. Ein Kollege aus seinem Medizinstudium hatte ihm den Verein empfohlen. Als Spieler ist der Hockeysport für den 26-Jährigen nur noch ein Hobby. „Ich hätte theoretisch auch in der Bundesliga nochmal angreifen können“, sagt Zobiegala.

Maximilian Zobiegala reist für den Hockeysport durch ganz Deutschland

Beim TSC Uhlenhorst in Mülheim spielte Maximilian Zobiegala (M.) sogar in der Nachwuchs-Bundesliga. © Maximilian Zobiegala

Das sei terminlich aber überhaupt nicht mehr mit seinen sonstigen Aktivitäten vereinbar. Denn Zobiegala trainierte mittlerweile die weibliche B-Jugend des ESV München. Umstellungsprobleme vom Spielerdasein zum Trainerjob hatte er nicht. „Zum Glück habe ich auf fast allen Niveaus gespielt, sodass ich schon viel Ahnung von der Taktik habe. Aber es ist natürlich eine Umstellung gewesen“, so der 26-Jährige.

2017 wurde er mit dem Team dann sogar Deutscher Meister. Ein Erfolg, der womöglich sein Leben veränderte. Denn kurz danach wurde der Hockeysport zu seinem Beruf. Zobiegala erhielt er einen Anruf: vom Trainer der Frauen-Mannschaft des MSC in der Bundesliga, André Schriever. „Nach einer Umstrukturierung hat das Team nach neuen Trainern gesucht und wollte mich haben“, sagt Zobiegala.

Zobiegala ist Trainer in Doppelfunktion beim MSC

Er nahm das Co-Trainer-Angebot an und reist seitdem quer durch Deutschland mit den Bundesliga-Frauen. Unter anderem spielen diese in der höchsten deutschen Spielklasse gegen die Teams aus Hamburg, Berlin oder Köln.

Zeit, um selbst Hockey zu spielen, hat der Castroper kaum noch. „Ich schaffe es, wenn überhaupt, nur einmal die Woche zum Training und kann auch nur selbst spielen, wenn ich nicht als Trainer unterwegs bin“, so Zobiegala. Denn zu seinem Job als Co-Trainer bei den Frauen ist der 26-Jährige mittlerweile zudem auch der Coach der weiblichen A-Jugend des MSC. „Das ist ein guter Mix, denn viele Spielerinnen aus der A-Jugend spielen auch schon in der ersten Mannschaft“, sagt er.

Maximilian Zobiegala reist für den Hockeysport durch ganz Deutschland

Maximilian Zobiegala (r) trainiert mittlerweile nicht nur als Co-Trainer das Frauen-Team des MSC, sondern auch die weibliche A-Jugend. © Maxilimian Zobiegala

Im Bundesliga-Team ist Zobiegala vor allem als Motivator gefragt. Er führt viele Einzelgespräche, auch während der Spiele. André Schriever wiederum steht dann an der Seitenlinie und gibt die Anweisungen. „Schwierig war es am Anfang den Spielerinnen zu sagen, dass sie nicht im Kader stehen. Das tut einem schon leid. Vor allem war es komisch, plötzlich Nationalspielerinnen oder sogar Olympia-Teilnehmerinnen Anweisungen zu geben“, sagt Zobiegala.

Neben dem Medizinstudium, was ebenfalls viel Zeitaufwand erfordert, ist Zobiegala nun fast täglich für den Hockeysport unterwegs. Training, Spiele, Spielvorbereitung, die weiten Fahrten: Viel Zeit für anderes bleibt nicht. Und zudem möchte er natürlich auch Zeit mit seiner Freundin Emma verbringen. Die beiden sind seit acht Jahren ein Paar und wohnen gemeinsam in München. Emma schreibt gerade ihrer Doktorarbeit, das kommt bald auch auf Maximilian Zobiegala zu. „Aber erst einmal habe ich mein Examen im Oktober“, so der Castroper.

Die Zukunftspläne sind noch nicht geschrieben

Wie es danach weitergehen soll, weiß er noch gar nicht. „Ich weiß noch nicht genau, in welche Fachrichtung es gehen soll“, sagt Zobiegala. In München würde er aber auch nach dem Studium gerne wohnen bleiben, wobei der Castroper zugeben muss: „Die Mentalität in München ist im Vergleich zum Ruhrgebiet wie Tag und Nacht, alles Fremde wird skeptisch beäugt.“ Aber er fühlt sich wohl in Bayern, denn es gebe dort viele schöne Ausflugsziele.

In der Heimat Castrop-Rauxel, wo seine Eltern Christoph und Alexandra, die früher selbst Hockey in der polnischen Nationalmannschaft gespielt hat, immer noch wohnen, ist Maximilian Zobiegala nur selten. Etwa dreimal im Jahr kommt er zu Besuch, manchmal auch ein- bis zweimal mehr, wenn es spielfreie Wochenenden erlauben.

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Eine Rückkehr in die Heimat kann sich Zobiegala trotz der vielen positiven Erfahrungen in München aber auch vorstellen. „Ich lasse das auf mich zukommen, das hängt von vielen Faktoren ab“, so der 26-Jährige. Aber bis es soweit ist, möchte Zobiegala die Zeit in München einfach weiter genießen und seinen Traum von der Bundesliga weiter genießen - wenn auch nicht als Spieler, sondern nun als Trainer.

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