"Mit Kapitän Beisenherz"

Zum dritten Mal veranstalten der SV Yeni Genclik und der Integrationsrat das Fußballturnier um den Integrationscup. Im Vorfeld sprach Jörg Laumann mit Yeni-Geschäftsführer Erol Bal über die Veranstaltung, die am Samstag, 2. Februar, ab 10 Uhr in der WBG-Halle stattfindet.

29.01.2008, 19:56 Uhr / Lesedauer: 3 min

<p>Die Zuschauer dürfen sich beim Integrationscup wieder auf technische Kabinettstückchen wie hier bei der zweiten Auflage im letzten Jahr freuen. Archiv Lukas</p>

<p>Die Zuschauer dürfen sich beim Integrationscup wieder auf technische Kabinettstückchen wie hier bei der zweiten Auflage im letzten Jahr freuen. Archiv Lukas</p>

Herr Bal, was erwarten Sie sich vom dritten Integrationscup?

Bal: Es geht vor allem darum, dass die beteiligten Vereine und Personen Spaß an der Sache haben. Nicht zuletzt wollen wir natürlich auch dem Namen der Veranstaltung gerecht werden. Uns ist allen klar, dass man mit einem kleinen Fußballturnier nicht die Welt bewegen kann. Es geht aber darum, ein positives Zeichen für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten zu setzen.

Gibt es Neuerungen im Konzept der Veranstaltung?

Bal: Die bisherige Kombination aus Turnieren der Senioren-, Frauen- und E-Junioren-Mannschaften sowie Einlagespiele hat sich durchaus bewährt. Daher haben wir auch keinen Anlass zu großen Veränderungen gesehen. Im Gegensatz zum Vorjahr wird Bürgermeister Johannes Beisenherz aber diesmal selbst als Kapitän einer Politikerauswahl im Einlagespiel auflaufen. Wir setzen eine Mannschaft dagegen, in der unter anderem unser Vereinsvorsitzender Turhan Ersin, Trainer Zeki Terzioglu, Heinz-Jürgen Hahn vom SuS Merklinde, der Kreisschiedsrichterausschuss-Vorsitzende Markus Häbel und ich selbst mitwirken werden. Darauf bin ich schon sehr gespannt.

Warum ist außer dem SV Yeni keiner der heimische Landes- oder Bezirksligisten dabei?

Bal: Das ist schon sehr bedauerlich. Einige Vereine haben uns sehr frühzeitig abgesagt, zum Teil aber leider nur über die Presse. Ich möchte gar nicht näher darauf eingehen, sondern lieber SuS Merklinde und Arminia Ickern als besonders positive Beispiele hervorheben. Beide Vereine sind jeweils mit einer Senioren-, Frauen- und E-Junioren-Mannschaft in allen Bereichen des Integrationscups vertreten. Ich hätte gerne - zumindest bei den Senioren und Frauen - mit einem Sechser-Teilnehmerfeld gespielt, aufgrund der mäßigen Resonanz müssen wir uns aber auf Vierergruppen beschränken.

Welche Vereine nehmen an den Turnieren teil?

Bal: Neben Merklinde und Ickern komplettieren der SV Dingen und der SV Yeni Genclik das Feld bei den Senioren, beim E-Juniorenturnier kommen der VfR Rauxel und Westfalia Kirchlinde hinzu. Das Quartett der Frauen-Teams ergänzen ESV Herne und Türkspor Dortmund. Das Engagement der letztgenannten Mannschaft verdient besonderen Respekt, weil sie parallel noch an den Hallen-Stadtmeisterschaften in Dortmund teilnimmt.

Haben Sie Maßnahmen ergriffen, um den Zuschauerzuspruch zu verbessern?

Bal: Da wir den Erlös der Veranstaltung für karitative Zwecke spenden wollen, ist es natürlich wichtig, dass möglichst viele Zuschauer in die WBG-Sporthalle kommen und die kulinarischen Angebote gut genutzt werden. Unsere Möglichkeiten, um auf das Turnier aufmerksam zu machen, sind allerdings begrenzt. Es ist auch zweifelhaft, ob es viel bringen würde, hunderte von Flyern und Plakaten zu drucken und wahllos zu verteilen. Wir setzen eher auf die gezielte Ansprache und hoffen dabei auch auf das Engagement der beteiligten Vereine. Mit dem Termin am 2. Februar, der uns zugewiesen worden ist, bin ich letztlich aber nicht ganz glücklich. Er überschneidet sich ja mit dem ersten Spieltag der Bundesliga-Rückrunde.

Hat sich an der Akzeptanz des Integrationscups im nunmehr dritten Jahr etwas verändert?

Bal: Nicht unbedingt. Es gibt Vereine, die Spaß an der Veranstaltung haben und gerne daran teilnehmen. Mich verwundert aber, dass man kein Feld mit vier E-Junioren-Mannschaften aus Castrop-Rauxel zusammenbekommt. Sicherlich hat jeder Verein, der nicht teilnimmt, seine Gründe. Für uns ist es aber schon frustrierend, jemanden dazu überreden zu müssen, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. Der Integrationscup dient doch einer guten Sache.

Wissen Sie schon, an wen der Erlös des Turniers in diesem Jahr gespendet wird?

Bal: In den vergangenen Jahren haben wir mit dem Geld zum Beispiel das Casterix-Ferienprogramm, ein Hospiz und einen Behindertenverein unterstützt. Es sind jeweils rund 500 Euro zusammengekommen. Über den Verwendungszweck in diesem Jahr wird der Integrationsrat in einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden.

Erol Bal (40), geboren im türkischen Sivas, lebt seit 1975 in Castrop-Rauxel. Der zweifache Familienvater ist im Berufsleben als Vertriebsangestellter in der Mobilfunkbranche tätig. Bal ist seit vielen Jahren als Funktionär für den SV Yeni Genclik aktiv, derzeit bekleidet er den Posten des Geschäftsführers. Zudem gehört er dem Integrationsrat der Stadt Castrop-Rauxel an.

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